Die Fachmessen mit Neuprodukten sind vorbei, und Seilkletter-Hersteller schauen gespannt auf die aktuelle Saison. Viele sind allerdings noch beschäftigt mit den Folgen der Krisenjahre. Entsprechend vorsichtig wurde investiert in zukünftige Produkte, und vergleichsweise überschaubar sehen die Ausrüstungstrends 2024 aus. Wir fassen zusammen, haben Highlights herausgepickt und geben einen Blick hinter die Kulissen.
Was waren das für Zeiten – vor wenigen Jahren versorgten Kletter-Hardware Hersteller unseren Shop superschnell mit Nachschub. Dann kamen Brexit, Pandemie und Krieg, und alles wurde anders. Die Industrie war mit sich selbst beschäftigt: wo kriegen wir Materialien her? Wie organisieren wir die Produktion? Was und wie können wir überhaupt noch liefern? Diese Schleifspuren machen sich bis heute bemerkbar, und daraus erwachsen sind nach unserer Ansicht Gewinner und Verlierer.
Grundsätzlich stellen wir derzeit eine Innovations-Zurückhaltung fest. Zwar gibt ein paar Neuheiten, sehr oft aber spielt diese Musik in Kletter-Randbereichen. In großen Ausrüstungskategorien wie Gurte, Geräte, Seile finden wir nur sporadische Entwicklungen.
Trend 1: Konzentration
Auf allen Messen und bei fast allen Herstellern haben wir den Eindruck, dass man sich noch immer sortiert. Viel Zeit für Neues blieb kaum. Anstatt Innovation standen Effizienz und Konzentration auf interne Abläufe im Vordergrund.
Manche Produzenten berichten uns von derart vollen Lagern (insbesondere bei Sportkletterausrüstung), dass sie absichtlich verzichten auf Neuerungen, um sich nicht selbst zu kannibalisieren. Was bringt ein Neuprodukt, wenn das alte noch massenhaft verfügbar ist?
Auch markentechnisch könnte die Konzentration voranschreiten: einige Hersteller waren auf den Herbstmessen gar nicht mehr vertreten, manche haben sich vom europäischen Markt zurückgezogen, und andere wurden aufgekauft. Sofern man als Produzent keine speziellen Wachstums-Nischen besetzt, wird das Überleben für „die Kleinen“ offenbar schwierig.
Trend 2: Fernost ganz nah
Während noch vor Jahren hauptsächlich Kletter-Accessoires in Asien produziert wurden, wandern immer mehr große Ausrüstungsbereiche dorthin. Hauptgewinner scheinen Vietnam im Textilbereich und Taiwan für Hardware zu sein. Auffällig: außer bei Kleinteilen (Taschen, Minikarabiner etc.) geht dieser Trend an China vorbei. Nur der italienische Hersteller Camp produziert nennenswert dort.
In China hergestellte Kletter- und Absturzausrüstung finden unsere PSA Prüfer leider oft als ungeprüfte, nicht verkehrsfähige Grauware auf bekannten Marketplaces, wohingegen die Qualitäten aus Vietnam und Taiwan mittlerweile enorm gut sind. Nicht umsonst gibt es dort immer mehr Fairwear- und Bluesign-Produktionen, und selbst Eco-Hersteller wie Patagonia, vauDe oder Deuter setzen schon längst auf diese Länder.
Wir sind gespannt, wie es mit Hardware made in EU weitergeht. Ein großer Hersteller bekannte uns gegenüber, dass sich die heimische Hardware-Fertigung eigentlich nicht mehr rentiert. Die EU-Produktionen von CT, Kong, Grivel, Petzl, Austrialpin und DMM stehen unter zunehmendem Kostendruck.
Kletterseile werden dagegen noch fast vollständig in der EU hergestellt. Edelrid etwa produziert (nur noch) Seile in Deutschland und man hat kürzlich ein weiteres Werk in der Slowakei gekauft. Teufelberger verfügt ohnehin über die vermutlich größte Seilproduktion der Welt mit mehreren Werken, unter anderem in Tschechien. Dort werden Seile in Eigenmarke sowie z.B. für Petzl, Mammut und geoclimbing gefertigt. Auch Tendon und Singing Rock fertigen in Tschechien. Beal stellt Seile in Frankreich her sowie – als exotische Ausnahme – in einer eigenen Fabrik in Madagaskar. Einige Baumpflegeseile kommen aus UK oder USA.
Trend 3: Sportklettern schwächelt
Die Pandemie hat nur verstärkt, was schon seit Jahren stattfindet: seilunterstütztes, traditionelles Fels-/Sportklettern wird immer unbeliebter. Stattdessen boomen Bouldern und der Ninjasport. Wer in aktuelle Kletterhallen schaut, kann das bestätigen: die Fläche für seiluntertützte Kletterrouten wird immer kleiner, und schon längst gibt es reine Boulder-/Ninja-Hallen. Für diese Sportarten sind kein Seil, kein Gerät, kein Gurt (und kein Kletterpartner) nötig – die Industrie sitzt deshalb auf vollen Lagern. Manche versuchen es mit Neuentwicklungen in Randbereichen wie Ultraleichtgurte für Skitourengeher oder Eisgeräte.
Edelrid – noch mehr Neuheiten
Auf der Gewinnerseite der letzten Jahre steht sicher Edelrid. Die Allgäuer haben als einer der wenigen die Pandemie genutzt für Umstrukturierung und Neuheiten. Egal, ob Baumpflege, Industrie- der Sportklettern – seit drei Jahren feuert Edelrid aus allen Rohren: der Treerex Gurt ist nicht umsonst unser Topseller in der Luxusklasse, und das Megawatt war das erste neue Abseilgerät auf dem Markt seit langem. Daneben jede Menge Neuheiten wie die sehr funktionelle Switch pro Kurzsicherung oder Exklusivanfertigungen für uns wie das geoclimbing Baumpflege Kurzseil.
Kein Karabiner nötig: Abseilgerät Edelrid Pinch.
2024 geht es so weiter: Im Frühjahr kommt mit dem Pinch gleich noch ein vielversprechendes Abseilgerät, das in der Grigri+ Klasse angreift. Es verfügt über innovative Features, allen voran die Befestigung ganz ohne Karabiner, was die Bauhöhe enorm reduziert, Schlabberei minimiert und beim Seilaufstieg mehr Hub verspricht. Auch kann man das Gerät auf vier verschiedene Arten/Richtungen einbauen, die Panikbremse hat eine Override Funktion bei geringen Lasten und kann dauerhaft abgeschaltet werden. Der Preis von etwa 100 Euro wird heiß! Einen ersten ausführlichen Test kannst du hier in unserem Blog lesen.
Der Treeraptor hat einen elastischen „Kummerbund“ für rutschfreien Sitz
Der Treerex Gurt bekommt einen Baumpflege-Bruder: mit dem Edelrid TreeRaptor kommt ein etwas abgespeckter Baumpflegegurt für 350 Euro. Auffälligstes Merkmal ist der elastische „Kummerbund“, ein breites Band im Hüftgurt, das sich um den Körper schmiegt, ein Verrutschen minimieren und das Tragen komfortabler machen soll. Unser erster Hands on Test hat das bestätigt, und auch die beiden großen Riggingplatten an der Seilbrücke haben uns gefallen. Leider hat der TreeRaptor keine SRT Funktion zur Einbindung einer Bruststeigklemme, gerade für T5 Geocacher ein Manko.
Rock Empire – fettester Gurt aller Zeiten
Noch so ein Pandemie-Gewinner. Wir pflegen zu dem kleinen tschechischen Unternehmen seit Jahren gute Beziehungen, denn Rock Empire passt perfekt zu uns: innovativ, hochflexible EU Produktion und immer bessere Produkte mit guter Preis/Leistung. In manchen Bereichen war Rock Empire während der Pandemie die einzige lieferfähige Firma überhaupt.
Ultrafetter Baumpflegegurt: der Sherman gleicht einem Loungesessel
Neben den beliebten Master Gurt, PIP und Stand Kurzsicherungen wird sich 2024 ein weiterer Knaller gesellen: mit dem Sherman kommt der wohl fetteste Baumpflegegurt überhaupt mit ultrabreiten Auflagen, die schon fast an einen Lounge Sessel erinnern. Wir haben den Sherman schon getestet – ein extrem komfortabler Gurt mit enormer Ausstattung: die Beinschlaufen lassen sich in Höhe und Neigung (!) verstellen; doppelte Seilbrücke, wovon eine auch für SRT Funktion genutzt werden kann; extrem viele Befestigungspunkte; weit nach vorne ragende, ergonomische, drehbare seitliche Befestigungsringe. Und das für einen anvisierten Preis von ca. 360 Euro. Exklusiv erhältlich bei uns schon Anfang Februar!
Für Karabiner der Einstiegsklasse elegant: die Opus Reihe
Bei Hardware folgt die Manufaktur dem allgemeinen Trend und lässt überwiegend in Taiwan fertigen. Wir werden den hochwertigen und optisch gelungenen neuen Opus Oval-Trilock-Karabiner ins Sortiment nehmen. Preis um 20 Euro.
Petzl – Finetuning mit Ausnahme
Man kann vom Marktführer halten, was man will: in den letzten Jahren haben die Franzosen gezeigt, was sie organisatorisch drauf haben und konnten vergleichsweise zuverlässig liefern. Auch setzt man nach wie vor stark auf heimische Fertigung. Die Neuheiten für 2024 sind meist Finetuning Maßnahmen in Randbereichen, mit einer Ausnahme.
Im Pro Bereich kommen 2024 neben speziellen Sicherungen für Gerüste/Geländer und einfachen Transportrucksäcken mit Deckeltasche mit der Xena (ca. 135 Euro) eine neue Stirnlampe mit 1400 Lumen, 180 Gramm Gewicht und enorm gleichmäßiger Ausleuchtung. Die Pro Stirnlampen von Petzl sind traditionell extrem robust und ebenso einfach zu bedienen.
Hat alle Features einer hochmodernen Stirnlampe: Swift RL
Die noch leichtere Swift RL Stirnlampe (3 Farben erhältlich, ca.120 Euro) hat jetzt 1100 Lumen und ist mit Petzl Reactive Lighting ausgerüstet, eine intelligente Leuchtstärkenanpassung, die im Nahbereich automatisch runter schaltet. Das System haben wir schon getestet und wir sind beeindruckt, wie flüssig und gut es funktioniert – beispielsweise auch in der herausragenden Petzl Nao Stirnlampe.
Xena und Swift sind per USB-C wiederaufladbar und es gibt viel Zubehör, etwa zur festen Montage am Helm. Im Bereich der kompakten Stirnlampen kann man derzeit kaum etwas moderneres kaufen.
Rolle anstatt Bremsnocken: das Petzl Neox soll Seilein- und -ausgabe auf neues Niveau heben
Das Highlight für Sportkletterer wird sicher das neue Neox Sicherungsgerät, eine Variante des Grigri. Anstatt über einen traditionellen Bremsnocken läuft beim Neox das Seil über eine kreisrunde Rolle mit Bremsfunktion. Petzl konnte mit dem sehr viel größeren Maestro Lasten-Gerät in den letzten Jahren mit dieser Bauweise Erfahrungen sammeln – auch das Maestro hat eine eingebaute Rolle. Optisch sieht das Neox aus wie die Grigris, hat ähnliche Größe und Gewicht (230 Gramm) und kommt ohne Paniksicherung. Für Seile von 8,5 bis 11 mm.
Das Neox verspricht Seilein- und -ausgabe auf neuem Niveau mit potenziell enormen Wirkungsgrad. Petzl bewirbt es ausdrücklich für den Sportkletter-Vorstieg, und wie die Performance der leichtgängigen Seilrolle sich für Seilkletterer auswirkt (Aufstieg am Seil, Abseilen), bleibt abzuwarten. Wir werden das Neox testen und hier im geoclimbing Blog berichten. Der Preis von 130 Euro ist an der Obergrenze für solch kleine Geräte. Lieferbar soll das Neox ab Frühjahr/Sommer 2024 sein.
Der Caritool Evo Materialkarabiner kann nicht mehr verrutschen und passt auch an Sportgurte
Im Sportbereich wird es außerdem ultraleichte Gurte geben für Hochtouren, eine überarbeitete Version des Corax Sportklettergurts (70 Euro) und mit dem Caritool Evo (15 Euro) endlich eine verbesserte Version des Caritool Materialkarabiners, den wir schon vor Jahren aus funktionalen Gründen aussortiert haben. Der Caritool Evo wird über einen Gummizug fixiert (ähnlich dem Edelrid Materialkarabiner) und kann nicht mehr aus dem Gurtband rutschen wie die Standard-Caritools. Caritool Evo passt richtig gut auch an Sportgurte, die mit sonstigen Materialkarabinern oft Probleme haben.
Climbing Technology – Neusortierung
Die Italiener sind bei uns vor allem mit Hardware beliebt wie dem Sparrow Abseilgerät, der fast einzigartigen Dual Rolle oder Quick Roll Handsteigklemme sowie zahlreichen Karabinern: gute Qualität made in Europe. Doch die Pandemie hat die Marke ins Schleudern gebracht und wir leiden bis heute unter monatelangen Lieferzeiten. Der Hersteller wurde außerdem an Skylotec verkauft, was Auswirkungen hat: einige Professional Produkte werden 2024 nicht mehr hergestellt und es ist abzusehen, dass die gesamte CT Professional Range eingestellt wird oder das Skylotec Logo erhält.
Das Sparrow gibt es fortan leider nur noch in der 200 R Version zu saftigem Preis von knapp 230 Euro – da wird die Luft dünn neben den etablierten Petzl ID und Edelrid Megawatt.
Seilklemme mit getrennter Rolle: CT Cric
Für den Sportbereich soll die Marke Climbing Technology erhalten bleiben, es wird also weiterhin Karabiner, Steigklemmen, einige Rollen und Helme geben. Die Neuigkeiten für 2024 fallen aus genannten Gründen überschaubar aus:
Auf die Cric Rolle wurden wir von Kunden viel angesprochen und konnten diese schon ausprobieren: eine kugelgelagerte Seilrolle mit Rücklaufsperre, die vom Formfaktor an eine Bruststeigklemme erinnert. Während bei Rollen anderer Hersteller die Rücklaufsperre stets auf die Rolle greift, hat man diese Funktion bei der Cric getrennt: die Sperre greift unabhängig von der Rolle ans Seil. Laut Hersteller soll sie so multifunktional als Lastenrolle, Handsteigklemme und vieles mehr dienen. Für Seilkletterer ist die Funktion als äußerst kompakte Handsteigklemme mit integrierter, kugelgelagerten Umlenkrolle interessant.
Die Praxis hat uns etwas ernüchtert: zum Öffnen der Cric sind zwei Hände nötig und in der Funktion als Handsteigklemme muss bei jeder Montage die Backup-Verbindung zum Gurt inklusive Fußschlaufe abgenommen werden, da es kein Extraloch gibt wie an gewöhnlichen Handsteigklemmen. Zum Aufbau eines Flaschenzugs und zur Kontrolle von Lasten scheint die Cric gut geeignet. Kostet rund 100 Euro. Rollen mit Rücklaufsperre können grundsätzlich unter Last nicht gelöst werden, weshalb sie im Seilkletterbereich gerne ersetzt werden durch Abseilgeräte oder Rollen mit Prusikhintersicherung.
CT Eclipse füllt eine Marktlücke: gut aussehender Helm für kleine Köpfe
Neu ist die überarbeitete Variante des bei uns beliebten Eclipse Helms, gehört er doch zu den ganz wenigen Helmen für kleine Köpfe ab 48 cm in gescheiter Optik und ganz ohne Biene Maja Motiv. Insbesondere Jugendliche und Frauen in Petite Größen und/oder glatten Haaren haben sehr häufig das Problem von viel zu großen und wackeligen Helmen, die in der Regel bei 53 cm Kopfumfang beginnen. Der neue Eclipse kommt ab April und wird ca. 60 Euro kosten. Die noch aktuelle 23er Version mit gleichen Features bekommst du hier.
Singing Rock
Die Marke aus dem tschechischen BR Group Konzern (Tendon, Singing Rock, Lanex u.v.m.) hat sich in den letzten Jahren moderner aufgestellt, und es kommen immer wieder interessante Detaillösungen, etwa die extralange Fußschlaufe Footer XP, der preiswerte Porter oder die bei uns unverzichtbare, weil derzeit durchdachteste Verbindungslanyard Connection strap.
Der Blast Helm lässt sich sogar auf die Stirnhöhe einstellen
Für 2024 bringt Singing Rock den neuen Industrie-Helm „Blast“ in vergleichsweise schicker Optik in matten Farbtönen. Wir haben die Helme bereits anprobiert, und im Vergleich zum übrigen Helmdschungel haben uns Farben und Features gefallen. Der Blast seiht edel aus, kann mit Visieren (und Gehörschutz) ausgestattet werden, hat ein herausnehmbares Textil-Innenpolster, und kann sogar auf die Kopf-/Stirnhöhe eingestellt werden – was wir so noch nirgendwo gesehen haben. Das Gewicht liegt knapp über 400 Gramm. Kommt Singing Rock typisch mit guter Preis/Leistung von etwa 70 Euro.
Der neue Porter XL lässt sich extrem fest montieren und hat eine Schnapper-offen-Stellung
Der beliebte Porter Materialkarabiner bekommt mit dem Porter XL einen großen Bruder. Dieser besteht aus einem einzigen Stück ohne Verlust-/Verschleißteile und kann enorm sicher und fest am Gurt fixiert werden. Es gibt eine Innenöse für weitere Kleinteile. Extra-Feature: der Bügelverschluss lässt sich offen feststellen, was die Bedienung während der Aktivität/an der Arbeitsposition erleichtert. Der Porter XL ist mit 40 mm Öffnung groß genug für Motorsägen (belastbar bis 20 kg). Preis um 14 Euro, erhältlich ab Frühjahr.
DMM
Für die High end Hardware Schmiede aus Wales kam der Swivel-Produkrückruf letztes Jahr sicher zur Unzeit – als wären Pandemie, Preissteigerungen und Brexit nicht genug. Entsprechend mager fällt das Portfolio 2024 aus: im Sportbereich gibt es mit dem Aether einen nur 28 Gramm leichten Karabiner mit (ungesichertem) Drahtschnapper für Sportkletterer – sieht aus wie ein leicht geschrumpfter Spectre aus gleichem Haus. Preis dürfte knapp unter 10 Euro liegen.
Im insbesondere bei Baumpflegern geschätzten Professional Bereich wird die Pinto Rolle überarbeitet und als Pinto 2 im Sommer auf den Markt kommen. Die ergonomische Pinto ist beliebt in Prusiksystemen, da man direkt in die Rolle einen zweiten Karabiner einhängen kann und sie vergleichsweise butterweich läuft. Weitere Details sind derzeit noch nicht bekannt.
DMM hatte zuletzt mit zahlreichen neuen Farben experimentiert, die in diesem Jahr wieder eingeschränkt werden. Die gute Nachricht: den Ultra O wird es auch in der Schraubvariante wieder in der beliebten Titan Eloxierung geben.
Teufelberger
Der wohl weltweit größte Seilhersteller steigt ins Hardware Geschäft ein. Bei Baumpflegern ist Teufelberger mit Seilen und Gurten sehr bekannt, und bislang stattete man eigene Seil- und Prusiklift Systeme mit Rollen und Karabinern von DMM aus.
Macht jetzt auch Hardware: die Teufelberger Glide Hitch Pulley Rolle und der KaraT Ovalkarabiner sind heißgeschmiedet
Im Frühjahr (April/Mai) kommt die hauseigene heißgeschmiedete Prusiklift Rolle „Glide Hitch Pulley“ mit weichen Kanten, einem Knick für bessere Bedienung und einem zweiten Loch für das rücklaufende Seil. Erfahrungsgemäß verbessert sich bei der direkten Montage an die Rolle deren Handling, kennen wir bereits vom Triple Attachment Pulley oder der Pinto Rolle.
Zur Komplettierung gibt es den ebenfalls heißgeschmiedeten, vollsymmetrischen Oval-Trilock-Karabiner „KaraT“ zur Montage im Seilauge/an der Rolle. Beide Produkte folgen dem globalen Trend und sind Made in Taiwan. Preise stehen noch nicht fest, dürften sich aber unter DMM Niveau bewegen.
Camp
Der italienische Vollsortimentler ist besonders bekannt im Industriesektor. Vom Dreibeingestell bis zum Handschuh ist die Palette enorm breit. Und auch beim Traditionalisten zeigt sich der Fernost-Trend, denn Camp stellt mittlerweile zahlreiche Hardware Teile wie Klemmen, Rollen, Karabiner und Wirbel in China bzw. Taiwan her.
Einige Produkte sind interessant sogar für Freizeit-Seilkletterer. So finden wir den äußerst kompakten Gyro Wirbel funktional weiterhin unterschätzt. Auch der Materialkarabiner Kilo und die äußerst kompakte, zahnlose Seilklemme Lift suchen ihresgleichen.
Camp Gyro Lanyards kommen in verschiedenen Konfigurationen. Die Verstellrolle gibt es leider nicht einnzeln.
Auf den Gyro Erfolg aufbauend gibt es jetzt komplette Prusiklanyard-Sets in diversen Ausführungen. Herzstück ist immer eine Koaxial-Rolle (Rolle mit großem Loch in der Mitte für rücklaufenden Karabiner) mit eingebautem Gyro-Wirbel zur einhändigen Längenverstellung. Leider gibt es dieses Bauteil nur im System, vom einfachen Prusiklift bis mehrarmig. Preise beginnen bei rund 200 Euro.
Camp Ekto: ein vollsymmetrischer Mini-Accessoirekarabiner mit knapp 6 cm Höhe
Nach dem großen Erfolg des DMM XSRE Mini-Karabiners springt auch Camp auf den Mini-Oval-Trend auf und bringt mit dem Ekto einen Accessoirekarabiner mit den gleichen kompakten Abmessungen wie das Original von DMM. Vorteil dieser (nicht zur Personensicherung geeigneten) Minikarabiner ist die Vollsymmetrie, die sie in kleinen Schlaufen oder am Schlüsselbund drehen lässt ohne Hängenbleiben. Den Ekto wird es in einer Standard- und Schraubverschlussvariante geben. Zwar nicht heißgeschmiedet und made in China, dafür mit 7 bis 10 Euro deutlich preiswerter als die DMM’s.
Im Frühjahr 2024 kommt von Edelrid ein neues, kompaktes Sicherungsgerät auf den Markt. Es verspricht bislang unbekannte und innovative Features, und das zum Hammerpreis von 100 Euro. Wir haben schon jetzt das Edelrid Pinch einem ausführlichen Test unterzogen.
In der Preisklasse unter 150 Euro ist der Markt für Abseil- und Sicherungs-Halbautomaten in den letzten Jahren extrem ausgedünnt. Außer den Petzl Grigris und dem Edelrid Eddy ist praktisch nichts übrig geblieben. Edelrid scheint das auch erkannt zu haben und bringt im nächsten Frühjahr einen neu entwickelten Halbautomaten inklusive Paniksicherung für sage und schreibe 100 Euro. Das Pinch verspricht einiges: direktes Einbinden in den Gurt ganz ohne Karabiner, Panikbremse mit Override Funktion, superdirektes Handling. Für Seilkletterer also der Knaller?
Wir haben ein Vorserienmodell schon jetzt testen können: einige hundert Seilmeter mit diversen Gurten, verschiedene Aufstiegesvarianten sowie im Labor und im direkten Vergleich zu Grigri und anderen Geräten. Sportkletterer sahen sich das Teil genauso an wie Geocacher oder berufsmäßige Seilkletterer. Die Ergebnisse sind interessant.
Direkt festmachen ohne Karabiner
Da muss man erstmal drauf kommen: das innovativste Feature des Pinch ist sicher die Befestigungsmöglichkeit ganz ohne Karabiner – direkt in den Gurt klicken, fertig. Funktionierte im Test mit Baumpflege-, Industrie- und Sportgurten und laut Edelrid an allen Einbindepunkten über 1 cm Stärke. Der Vorteil: das Gerät sitzt erheblich körpernäher und tiefer, was beim Seilaufstieg sagenhaften Hub verspricht – mehr dazu später.
Das Edelrid Pinch kann direkt in Gurte eingebunden werden ganz ohne Karabiner. Funktioniert auch mit Sport- und Industriegurten.
Allerdings hat diese neuartige Montage auch einen Nachteil: man muss sich dran gewöhnen. Gerade zu Beginn lief der Öffnungsmechanismus und die Befestigung am Gurt etwas hakelig. Während man beim Grigri+ die Seitenwange einfach aufdreht, war hier bewussteres Vorgehen nötig, auch wegen der zusätzlichen Öffnungstaste am Gehäuse, die man stets zuerst drücken muss. Zum Glück fällt die Taste größer und besser bedienbar aus als ähnliche Mechanismen bei Edelrid Eddy oder Bornack/Skylotec Lory, und vermutlich war sie aus Sicherheitsgründen einfach nötig.
Das direkte Einbinden funktioniert an Sportklettergurten genauso wie an Metallösen der Industriegurte oder Seilbrücken von Baumpflegegurten. Sind die Sicherungspunkte allerdings zu klein, benötigt das Pinch einen Karabiner wie alle anderen Geräte. So passt es leider nicht direkt in den großen Schäkel des Focus Swivel und auch nicht in den hauseigenen Cupid Swivel. Das Pinch ist übrigens immer auch mit Karabiner verwendbar – man kann also stets zwischen Direkteinbau und klassischer Karabinerbefestigung wählen.
Override Funktion
Ein interessantes Feature ist Override Funktion der Paniksicherung. Jeder T5 Geocacher und Seilkletterrer kennt das: seilt man mit Geräten mit Paniksicherung an Schrägen ab oder mit leichten Personen bzw. mit einem schwergängigen Seil, spricht die Paniksicherung viel zu oft an und die Bedienung wird zur Tortur. Das liegt an der zu geringen Last – Paniksicherungen funktionieren erst ab ca. 40 Kilo einwandfrei.
In solchen Fällen wünscht man sich eine abschaltbare Paniksicherung, aber außer bei unserem Topseller ISC A-B gibt es kein Gerät mit einer solchen Funktion.
Das Edelrid Pinch löst das mit Override: bei geringen Lasten kann man den Abseilhebel einfach über die Paniksicherung hinaus ziehen und kontrolliert weiter abseilen. In unseren Tests hat das gut und vor allem auch intelligent funktioniert, denn je mehr Last am Pinch hängt, desto mehr Kraft braucht man für die Override Funktion, und bei Lasten ab ca. 70 Kilo wird es richtig schwer. Wer also voll am Seil hängt, läuft weniger Gefahr einer Fehlbedienung. Dem Serienmodell legt Edelrid eine separate Schraube bei, mit der die Panikfunktion auf Wunsch sogar komplett abgestellt werden kann.
Paniksicherung mit Override: bei geringen Lasten und an Schrägen kann einfach weiter abgeseilt werden.
Was viele nicht wissen: auch das Grigri+ besitzt eine Override Funktion. Zieht man dort sehr kräftig weiter am Hebel, geht auch hier die Fahrt weiter. Allerdings ist nach unseren Tests erheblich mehr und schwerer kontrollierbare Kraft nötig.
Vierfach drehbar
Bislang können Abseilgeräte nur auf zwei Weisen montiert werden: mit dem Hebel nach links (bzw. bei Sportgurten nach vorne) oder man dreht das Gerät um 180 Grad und hat dann den Hebel rechts (Sportgurte hinten). Das Pinch kann man mit einem Karabiner jetzt auf vier Arten befestigen, jeweils um 90 Grad gedreht. So kann man völlig unabhängig vom Befestigungspunkt das Gerät stets so einbauen, dass der Hebel optimal steht. Auch für Alpinisten in Mehrseillängen-Routen kann das interessant sein, denn sie können das Pinch hindernisfrei am Standplatz montieren.
Die Vierfach-Drehung funktioniert allerdings nur mit Karabiner, und dieser sollte nach unseren Tests möglichst ein Ovalkarabiner sein, da HMS- oder kleinere Karabiner im Gerät verkanten.
Aufstieg am Seil
Der Seilaufstieg ist definitiv die Schokoladenseite des Pinch. Es erreicht hier in allen Disziplinen absolute Topwerte.
Das beginnt mit dem Wirkungsgrad*: im Labor ermittelten wir sagenhafte 63 Prozent – das ist der beste Wert aller bislang getesteten Geräte. Bei keinem Gerät läuft derzeit ein Seil so fluffig durch wie beim Pinch. Beim Aufstieg bedeutet das weniger Mühe und kaum Hohlschlaufen. Selbst mit einem Karabiner als Umlenkung an der Handsteigklemme konnte Anja problemlos aufsteigen. Mit einer Umlenkrolle ginge es nochmals leichter, laut unseren Laborergebnissen um 16 Prozent.
Sogar mit einer schwergängigeren Karabinerumlenkung an der Handsteigklemme läuft das Pinch auch am gebrauchtem Seil schlaufenfrei aufwärts.
Noch beeindruckender ist der Hub: montiert man das Pinch direkt ohne Karabiner, hat man mit einem Schlag mindestens 10 cm, je nach Gerät sogar bis zu 15 cm größere Schritte zur Verfügung. Der Hub ist derart groß, dass kleinere Personen gar nicht bis zum Anschlag durchziehen konnten. Selbst mit der bauartbedingt hoch stehenden Seilbrücke eines Baumpflegegurts war richtig viel drin. Wow.
In der Praxis heißt das: geübte Seilkletterer können beim Aufstieg viel größere Schritte machen und kommen schneller ans Ziel. Hier spielt das Pinch den extrem niedrigen Einbindepunkt voll aus.
Hervorragender Hub trotz hoher Baumpflegegurt-Seilbrücke: das Pinch spielt seine Stärken aus.
Zur Veranschaulichung der niedrigen Einbauhöhe siehst du unten das Pinch im Vergleich mit dem ISC A-B (links) und Grigri+ (rechts). Da diese einen Karabiner benötigen, wird die Konstruktion länger, was Spielraum und Hub beim Aufstieg verringert.
Edelrid Pinch versus A-B (links) und Grigri+ (rechts): deutlich geringere Einbauhöhe bedeutet mehr Hub.
Beim Aufstieg fiel allen Testern im direkten Vergleich zum Grigri+ auf, dass das Pinch „irgendwie direkter greift“, wie es ein Tester ausdrückte. Manche Geräte kippen bauartbedingt etwas bei Belastung und man landet beim Hineinsitzen tiefer. Das Pinch greift hier sehr unmittelbar, was zu mehr Direktheit und Hub führt.
Kleiner Wermutstropfen: das Pinch muss ebenso wie die Grigris zur Montage vom Gurt genommen werden. Es kann also nicht wie bei teuren Geräten fest mit dem Gurt verbunden bleiben, was eine zusätzliche Gefahr des Herunterfallens birgt. Allerdings gibt es in dieser Preisklasse keinen einzigen Halbautomaten mit diesem Feature. Eventuell lässt sich in die (vergleichsweise sehr große) Öse des Pinch unser Tool Leash befestigen für vorsichtige Anwender – grundsätzlich scheint sie dafür geeignet.
Abseilen
Das Abseilen mit dem Pinch gestaltete sich im positiven Sinne wenig spektakulär: das Gerät verrichtet die Arbeit ohne große Auffälligkeiten. Dosierung und Sensibilität sind typisch für solche Kompakt-Geräte. Bei Hebeln dieser Länge (Pinch 8 cm, Grigri+ 10 cm) und kleinen Bremsnocken braucht man beim Abseilen stets ein feineres Händchen. Der Hebel des Pinch wirkt zwar robuster als der vom Grigri, allerdings liegen die Finger beim Abseilen näher am Seil, was im Direktvergleich eine Spur weniger komfortabel bewertet wurde.
Die Paniksicherung ist ausgewogen und spricht im mittleren Bereich an. Sehr gut: wie beim Grigri+ muss man zum Zurückstellen der Paniksicherung einfach den Hebel loslassen und das Gerät geht ruckfrei in die Ausgangsstellung zurück – gegenüber dem deutlich teureren Megawatt eine Verbesserung, denn dort muss die ausgelöste Paniksicherung manuell zurückgestellt werden.
Braucht bauartbedingt ein feineres Händchen, ansonsten problemlos: Abseilen mit dem Pinch
Der große Unterschied zu anderen Geräten beim Abseilen macht mal wieder die sehr niedrige Einbauhhöhe aus (bei direkter Montage). Gerade kleine Personen freuten sich, dass das Pinch nicht wie sonst üblich beim Abseilen in Kopfhöhe hängt oder gar herumhängende Haare frisst. Sie empfanden eine spürbar bessere Kontrolle, auch durch die größere Nähe zum Gurt – es schlabbert weniger herum und alles wirkte direkter.
Das gilt auch für die Seilführung: beim Abseilen läuft das Seil frontal aus dem Pinch (über eine Nut mit Rillen) und nicht wie bei den Grigris über eine seitliche Kante. Laut Edelrid soll das zu weniger Seilkrangeln führen. Bei solchen Führungen darf man nach unserer Erfahrung mit der Bremshand aufmerksamer sein, und weil das Pinch einen herausragenden Seildurchlauf hat, gilt das gerade auch hier. Edelrid empfiehlt für das sichere Abseilen eine zusätzliche Karabiner-Umlenkung im Bereich der Bremshand.
Grundsätzlich ist – wie erwähnt – das Abseilverhalten des Pinch gerätetypisch. Die „Großen“ wie Petzl ID, Megawatt und insbesondere ISC A-B sind hier deutlich komfortabler und feiner dosierbar, kosten aber zuweilen das Doppelte. Edelrid gibt für das Pinch eine Arbeitslast bis 120 kg an – auch hier haben die Großen mehr Reserven. Grundsätzlich empfehlen wir derart kompakte Geräte für Personen unter 80 Kilo – die Erfahrung zeigt, dass die Kontrolle bei hohem Gewicht schwieriger wird.
Kombination und Umbau mit Bruststeigklemme
Viele Seilkletterer wählen den effizienten Aufstieg per Bruststeigklemme und bauen erst erst oben auf das Abseilgerät um (unsere bevorzugte Methode). Dabei haben viele zu kämpfen mit dem Bewegungsablauf beim Ausbau: Aufstehen, Bruststeigklemme auf, Seil mit dem Gerät anziehen, reinsetzen.
Das Pinch präsentierte hier eine faustdicke Überraschung: durch den niedrigen Einbindepunkt und das direkte Ansprechverhalten funktioniert der Umbau mit etwas Übung ganz ohne Seil-Anziehen. Man benötigt also einen Schritt weniger: aufstehen, Bruststeigklemme öffnen und direkt ins Gerät setzen. Funktionierte sogar mit der eher hohen Brücke eines Baumpflegegurts, siehe Video.
Beim Umbau von Bruststeigklemme auf Pinch muss das Seil nicht angezogen werden – man kann sich direkt reinsetzen.
Anwendungsgebiete
Wir finden das Pinch für das aktive Seilklettern (z.B. Geocacher, Industrie etc.) besonders gut geeignet, hier zeigt es seine Stärken. Da das Seil gut durchs Gerät gleitet, würden wir Einschränkungen machen bei Seilvorstiegen mit dem Kurzseil. Hier setzen sich Kletterer oft langsam ins Seil, was beim Pinch zum Durchrutschen und unnötigen Irritationen führen kann – denn eigentlich macht man alles richtig und muss nur mit mehr Schmackes belasten. Wir kennen dieses Thema auch mit dem Grigri im Kurzseilsystem.
Gespannt waren wir auf die Meinung von Sportkletterern und Alpinisten, die von Skepsis bis zu Begeisterung reichte. Hier spielt das Seilhandling eine überragende Rolle, und tatsächlich läuft das Sicherungsseil im Toprope/Vorstieg in beide Richtungen enorm gut durch das Pinch, für uns gefühlt nochmal besser als beim Grigri. Geteilte Meinung erzeugte die große Nähe zum Gurt beim Direkteinbinden: manche lobten die super Kontrolle, auch durch die pistolenartige Geräteform. Andere wollten das Gerät wie gewohnt lieber mit Karabiner etwas höher haben für mehr Flexibilität. Alpinisten lobten die vierfachen Einbaumöglichkeiten am Standplatz.
Da Sportkletterer das schnelle Öffnen der Grigris gewohnt sind, wurde auch die etwas umständlichere Öffnungstaste des Pinch diskutiert. Sportkletterer waren sich einig, dass der Mechanismus Gewöhnung braucht.
Da das Pinch im Gegensatz zu den Grigris eine Industriezulassung hat, dürfen sich auch Industriekletterer und Baumpfleger freuen. Hier dürfte es vor allem Anwendung finden in Kurzseilsystemen, als verstellbarer Seilkürzer oder im SRT Bereich. Größtes Manko sehen wir derzeit bei der 10,5 mm Seil-Obergrenze. Was für Geocacher unwichtig ist (die klettern fast ausschließlich an 10,5er Seilen oder darunter), sieht in der Industrie ganz anders aus. Dort sind 11 mm Seildurchmesser Standard, und das Pinch wäre offiziell dafür nicht geeignet.
Da beim Pinch die Mechanik hinter dem Hebel offen/sichtbar ist, wären wir vorsichtig für den Einsatz in starken Dreckumgebungen wie Speleo. Edelrid betont, die Mechanik absichtlich offener gestaltet zu haben, um Schmutz besser entfernen zu können.
Fazit
Im Test hat das Edelrid Pinch sich als gelungener Halbautomat präsentiert mit Stärken insbesondere beim Seilklettern. Herausragendes Merkmal ist die direkte Einbindung ganz ohne Karabiner in den Gurt, was Vorteile bringt in vielen Situationen. Zwar benötigt das Handling etwas Eingewöhnung, die positiven Eindrücke überwiegen aber. Das gilt auch für den Preis: 100 Euro sind eine echte Ansage. Das Pinch ist damit der preiswerteste uns bekannte Halbautomat mit (abschaltbarer) Paniksicherung; das Petzl Grigri+ liegt bereits bei 120 Euro.
Sportkletterer dürfen sich besonders freuen auf 2024, denn neben dem Edelrid Pinch wird Petzl mit dem Neox (130 Euro, ohne Paniksicherung) einen weiteren Halbautomaten ins Rennen schicken. Dort wird der Bremsnocken durch eine Rolle ersetzt, was gute Sportklettereigenschaften bei Seilein- und ausgabe verspricht.
Selbstverständlich werden wir hier einen Test nachreichen, und bei unseren Kursen stehen sowieso stets alle Geräte zur Verfügung, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.
Pinch Pro
bei Montage ohne Karabiner längster Aufstiegs-Hub aller getesteten Geräte
extrem guter Wirkungsgrad
sehr geringes Nachwippen beim Aufstieg
sehr gut geeignet für kleine Personen mit wenig Reichweite
Montage mit und ohne Karabiner möglich
gut funktionierendes Override
Panikfunktion dauerhaft abschaltbar
erfüllt Industrienorm und ist dort einsetzbar
sehr gute Preis/Leistung
Pinch Con
Hebel etwas nah am Seil
Öffnen und Schließen (zu Beginn) etwas hakelig
knapper oberer Seildurchmesser für Industrieanwendungen
muss (wie alle Geräte dieser Preisklasse) zur Montage vom Gurt genommen werden
Nur Ovalkarabiner/Belaykarabiner sinnvoll, HMS Karabiner können verkanten
* Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der aufgewendeten Kraft ich beim Aufstieg tatsächlich nutzen kann. Getestet mit Zugkraft-Meßgerät, geoclimbing Ultimate pro Seil 10,5 mm, 22 °C, 55 % r.F. Mittelwert aus 5 Zugversuchen, 0,3 m/s. Mehr zum Wirkungsgrad findest du in diesem Vergleichstest.
Die geoclimbing Test Ethik
Wir lassen uns niemals ein Produkt „zum Testen und Behalten“ schenken. Dies ist leider eine häufige Praxis von Absahnern, die dafür einen geschönten Testbericht liefern. Wir glauben, dass das niemandem hilft. Für möglichst hohe Unabhängigkeit
kaufen wir das Testprodukt
schicken wir das Testprodukt nach dem Test zurück, sollte es uns gestellt worden sein
verschenken wir es auf unseren Kursen, sollte der Hersteller das Testprodukt nicht zurück haben wollen
Seit vielen Jahren betreibt geoclimbing.de Statistiken über (T5)Geocaching Trends. Demnach war 2022 ein erneutes Achterbahn-Jahr. Es scheint, als hätte nicht nur die Corona Pandemie das Cachingverhalten verändert. Wie sehen die aktuellen Entwicklungen aus?
„Alter, das ist ja mal ein Knick!“, kommentierte ein Mitarbeiter das aktuelle Geocaching Trends Diagramm (siehe oben). Die Anzahl der aktiven deutschen Geocacher ist im Jahr 2022 um knapp 18 Prozent gesunken. Es gehen also spürbar weniger Geocacherinnen und Geocacher dem Hobby nach als 2021. Entsteht hier ein Trend, oder frisst die Corona-Pandemie nur ihre Kinder auf?
Wandel hält an
Nach unseren Beobachtungen (und aktuellen Zahlen) scheint der Rückgang der Geocacher nur ein Hinweis zu sein auf einen globalen Trend: Geocaching ist nach wie vor enorm beliebt, allerdings wandeln sich die Player und ihr Verhalten. Während der Pandemie war Geocaching förmlich explodiert, nach deren Abflauen gingen manche Caching-Newbies aber wieder anderen Hobbies nach. Trotzdem scheinen sich die Zahlen auf höherem Niveau zu stabilisieren – Geocaching hat also trotz aktueller „Bereinigung“ unter dem Strich von der Pandemie profitiert, und das weltweit: im Mutterland USA stieg sogar die Anzahl aktiver Geocacher im vergangenen Jahr um fast 10 Prozent auf knapp 543.000.
Ein weiterer Hinweis auf ungebrochene Beliebtheit ist die Zahl der Geocaches. Die ist in Deutschland um gut 2 Prozent angestiegen und erreichte zum Jahresende knapp 428.000 Dosen. Weltweit stieg deren Anzahl um 1 Prozent auf 3,3 Millionen.
Megatrend 1: Qualität statt Quantität
Da wir jedes Jahr mit hunderten Geocachern tagelang auf geoclimbing Kursen verbringen und selbst aktiv cachen, fällt uns schon länger den Trend hin zu Qualität auf. Die 08/15 Dosen am Wegesrand ziehen die Wurst nicht mehr vom Brot. Im Gegenteil: immer mehr Geocacher beschweren sich sogar darüber („Platzverschwendung“, „rentiert sich nicht…“ etc.). Auch an Angel-Runden wird selten ein gutes Haar gelassen, denn Statistik wird modernen Geocachern immer unwichtiger, und spannungsmäßig bieten Angel-Caches zu wenig.
Der Wunsch nach Qualität nimmt dagegen zu: wenn ich schon cachen gehe, dann mit maximalem Erlebnis. Toll gemachte Dosen, geile Locations und auch Adrenalin steuern das Cacheverhalten. Letzteres zeigte sich 2022 bei uns wie selten zuvor: wir hatten noch nie so viele Kletter-Grundkurse, und es wächst auch altersmäßig eine völlig neue, junge Geocaching-Generation heran. Für die zählt das pure Abenteuer draußen.
Von wegen rückläufig: die Anzahl an T5 Caches ist in der BRD seit Jahren stabil. In den USA werden sie gar zum Trend.
Die Gesamtzahl der deutschen T5 Adventure Dosen ist seit Jahren stabil und pendelt sich ein zwischen 12.000 und 13.000 T5 Geocaches. Ganz anders in den USA – dort zeigt der T5 Trend seit der Pandemie deutlich nach oben. USA hat nach wie vor mit knapp 21.000 T5ern die höchste T5 Dosenzahl. Weltweit hat die Anzahl der Hardcore Geocaches im letzten Jahr um über 7 Prozent zugelegt auf 71.269 T5 er.
Auch in anderen Cachingbereichen zeigt sich der Qualitätstrend. So sind die supertollen Dosen mit Anmeldung und Warteliste nach wie vor extrem frequentiert. Und ohne Favpoints scheint es sowieso nicht mehr zu gehen.
Megatrend 2: irgendwann ist Schluss
Eine seit Jahren schleichende Entwicklung hat 2022 einen Boost bekommen: Geocacher stoßen immer mehr an Grenzen, gefühlte Verknappung scheint omnipräsent.
kein Platz mehr: Deutschland kommt mit knapp 429.000 Geocaches an echte Grenzen. Bei aktuell 1,2 Dosen pro Quadratkilometer ist irgendwann einfach Schluss. Viele Cacher berichten uns, eine geile Location gefunden zu haben, aber ein anderer Cache in der Nähe verhindert den Publish. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass neue Geocaches seltener werden: 2022 gab es hierzulande knapp 59.000 neue Geocaches, im Jahr davor wurden noch 66.000 Dosen gepublisht – ein Rückgang um 11 Prozent. Zwar gibt es insgesamt mehr Geocaches, da weniger archiviert werden. Der Spielraum wird aber eng
Energiekrise: bislang schien Geocachern die Fahrerei egal zu sein, doch 2022 berichteten immer mehr Kursteilnehmer über neue Effizienz: warum soll ich Sprit verballern für eine viel zu weite Dose? Caching-Touren wurden eingeschränkt oder ganz abgesagt. Auch das erklärt geringere Caching-Aktivitäten
Megatrend 3: Die Alten sterben aus
Auch dieser Trend hält seit Jahren an, hat sich durch die Pandemie sogar verschärft: es tritt eine völlig neue Geocacher-Generation auf den Plan, die mit vielen „alten“ Errungenschaften und Inhalten kaum noch etwas am Hut hat.
Statistik ist unwichtig. War in den frühen 2010er Jahren Statistik in aller Munde und statistik-orientiertes Cacherverhalten heiß diskutiert bis hin zu Kleinkriegen, spielt das in der neuen Generation keine Rolle. Darauf angesprochen, finden Newbies höchstens persönliche Statistik-Ziele interessant. An der Bubble der Looper (81er Matrix möglichst oft füllen) oder irgendwelchen Ranglisten haben sie kein Interesse
Spezialisten sind weg: entwickelten sich Anfang der 2010er Jahre Spezialisten für Teilbereiche des Geocachings, etwa reine T5 Gänger, ist das heute unwichtig. Neue Caching-Generationen sind Universalisten und möchten die ganze Bandbreite auskosten
Stipprute als Gehhilfe: die Alten sterben aus
Challenges, Tauschartikel und TB’s: Schnee von gestern. Während Tauschartikel in Geocaches völlig belanglos geworden zu sein scheinen (immerhin ein Ur-Gen des Geocachings), trifft es seit geraumer Zeit auch Trackables und nach unseren neueren Beobachtungen vermehrt Challenges – zwar sind diese beliebt, aber der Over-Hype der 2014/15er Jahre scheint vorbei. Wegen dem Run auf Challenge Caches sperrte Groundspeak damals sogar deren Publish für ein ganzes Jahr
Schnelles Abenteuer: die neue Geocacher-Generation mag es unkompliziert. Man möchte sich weder mit aufwändigen Rätseln beschäftigen, noch sollte der Gesamtaufwand für eine Dose zu hoch sein. Das zeigt sich auch im T5 Bereich, wo Angel-Dosen sinnbildlich stehen für diese Entwicklung. Auch Kletter-Dosen werden wieder einfacher
Fazit: Geocaching Trends 2023
Geocaching erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Die Pandemie hat eine neue Cacher-Generation hervorgebracht, die jünger und vielseitiger ist. Der Wunsch nach maximalem Erlebnis hat sich eher verstärkt, was sich auch in unseren Kursbuchungen zeigt. Allerdings ist die neue Generation auf unseren Kursen körperlich weniger fit und risikobereit.
Da sie viele „alte“ Errungenschaften des Geocachings nicht mehr kennen, wenden sich Geocaching-Newbies ungezwungen neuen Trends zu. So scheinen Adventure Labs mit derzeit hunderten neuen Dosen pro Monat zu boomen und stehen sinnbildlich für den Gesamt-Trend: weniger Statistik, weniger Hindernisse (z.B. Reviewing Prozess), dafür ein gut gemachtes Abenteuer per Smartphone.
Die Wahrnehmung altgedienter Hardcore-Geocacher, es gäbe kaum noch T5 Dosen, scheint die Statistik nicht zu belegen. Allerdings müssen T5 Gänger bei zunehmeder Foundzahl zwangsweise immer weiter fahren und wollen dann – damit es sich rentiert – möglichst viele T5 Founds. Das Ungleichgewicht „Anzahl meiner T5 founds“ versus „neue T5 Publishs in meiner Umgebung“ wird so immer größer, und es entsteht der Mangel-Eindruck.
Die beste Nachricht zum Schluss: selten zuvor haben wir schieren Spaß gehabt auf unseren Kursen. Diese Motivation scheint Geocachern so wichtig wie zu Urzeiten – die pure Freude an der Dosensuche!
Winterzeit ist Pflegezeit – perfekt, um deiner Kletterausrüstung etwas Liebe entgegen zu bringen. Es muss ja nicht gleich so dreckig zugehen wie oben in der Höhle. Denn Ausrüstungspflege ist weit mehr als Putzfimmel: sie hält dadurch länger, funktioniert besser und macht mehr Freude. Wie aber richtig reinigen? Was ist erlaubt und was nicht?
Nach wie vor hält sich hartnäckig das Alpin-Märchen, dass Ausrüstung auf gar keinen Fall gereinigt werden sollte. Diese Ansicht ist längst überholt: das Saubermachen deiner Ausrüstung ist grundsätzlich erlaubt. Denn die Vorteile gut gepflegter Ausrüstung sind vielfältig:
Karabiner laufen besser und verschleißen weniger
Gurte und Helmpolster müffeln weniger und bleiben weicher
Bandschlingen sind weicher
Seile halten länger und bleiben flexibler
Abseilgeräte laufen besser
Bei der Reinigung von Kletterausrüstung gibt es ein paar Dinge zu beachten – immerhin hängt dein Leben dran. Hier die wichtigsten Praxis-Tipps unserer PSA Exerten.
Austrialpin Karabiner mit Messinghülse: von Anfang an robust und weniger dreckanfällig
Karabiner – quietschen heißt „Aua“
Schmutzige und schlecht gewartete Karabiner sind erheblich schlechter zu bedienen. Spätestens wenn der Drehverschluss quietscht, heißt das „Aua!“ – der Karabiner will gewartet werden!
Grundreinigung: Karabiner kannst du im Spülbecken mit Handspülmittel reinigen. Ruhig 30 Minuten einweichen lassen. Reinigung mit einem weichen Schwamm. Wer ein Ultraschallbad besitzt, kriegt den Dreck auch aus kleinen Ritzen. Auch möglich: die Reinigung im Geschirrspüler. Dafür allerdings kein Reinigungssalz verwenden, auch keine Tabs. Salz greift Aluminium an. Dein Salzbehälter muss also leer sein.
Pflege: alle beweglichen Teile mit Öl behandeln. Ideal ist Ballistol, Waffenöl, Nähmaschinenöl oder auch WD40. Ist ein Aufsatzröhrchen für den Spraykopf dabei, kannst du punktgenau schmieren. Gleiches gilt für Öl-Pipetten. Das Öl sollte harzfrei und säurefrei sein. Keine Sorge: sollte später Öl auf das Seil oder Bandschlingen geraten, macht das nichts aus – diese Materialien sind ölresistent.
Praxistipp: weißt du von vorher, dass deine Karabiner viel Schmutz ausgesetzt sind (z.B. bei Höhlentouren), mache es wie die Profis und verwende besonders robuste Stahlkarabiner mit Schraubverschluss. Letzterer ist weniger dreckanfällig und funktioniert unter Extrembedingungen (Dreck, Eis) zuverlässiger als Trilock-Verschlüsse. Einige Karabiner von Austrialpin haben daher bereits in der Alu-Variante besonders robuste Messinghülsen mit Dreckrinne.
Weitere Tipps zu Karabinern findest du im Wissensbereich.
Seile – fluffig rauf und runter
Dreckige Seile haben vor allem einen Nachteil: sie laufen schlecht durchs Abseilgerät. Doch es hält sich das Gerücht, dass Seile niemals gereinigt werden sollten. Das ist falsch, denn die Vorteile von sauberen Seilen überwiegen:
es dringt weniger Dreck in den Kern, der diesen durch Reibung beschädigen kann
saubere Seile sind geschmeidiger
Manche Dynamikseile sind imprägniert, was es an Statikseilen nicht gibt. Da Seilkletterer nahezu ausnahmslos an Statikseilen klettern, kann dort also auch keine Imprägnierung durchs Waschen verloren gehen.
Für speziell imprägnierte Dynamikseile gilt allerdings: Waschen verringert die Imprägnierung, manche Dynamikseile werden dann auch steif. Imprägnierte Dynamikseile findest du überwiegend im Winter-Alpinsport wie Tourengehen, Eisklettern oder Hochgebirgsklettern. Unsere Tests haben ergeben, dass imprägnierte Seile den Schmutz länger fernhalten und länger geschmeidig bleiben. Trotzdem haben sich Imprägnierungen bei Statikseilen nicht durchgesetzt – wir kennen kein imprägniertes Statikseil auf dem Markt.
Ein weiteres Argument gegen das Waschen von Seilen ist die Verringerung der Reißfestigkeit. Das ist teilweise richtig, wie unser Artikel über einen Waschmitteltest belegt. Wer allerdings das richtige (Seil-)Waschmittel verwendet, hat diese Probleme nicht, und die Vorteile der Reinigung überwiegen eindeutig.
Das geoclimbing Rope Cleaning Set gehört zu den effizientesten und sichersten Seilreinigungsmethoden
Grundreinigung: du hast grundsätzlich die Wahl zwischen Badewanne und Waschmaschine. Erstere ist schonender und führt zu besseren Ergebnissen: Wasser zusammen mit (Seil-)Waschmittel in die Wanne geben, bis das Seil vollständig bedeckt ist. Eine Stunde einweichen lassen. Dann zweimal durch die Rope brush ziehen. Wasser ablassen und Nachspülen. Reinigung in der Maschine: Wollwaschgang, wenig (Seil-)Waschmittel.
Generell gilt: Wassertemperatur max 30 Grad, niemals Vollwaschmittel verwenden, stattdessen spezielle Seilwaschmittel oder Color-Waschmittelgel. Niemals Weichspüler verwenden.
Zum Trocknen legst du das Seil am besten auf dem Boden aus, keine direkte Sonne. Trocknungszeit liegt etwa bei zwei Tagen. Sollte noch Restfeuchtigkeit drin sein, macht nichts: auch an einem feuchten Seil kannst du klettern, es läuft nur etwas schwerer durchs Gerät.
Harzflecken: bekommst du am besten mit Alkohol (Spiritus) entfernt: auf Küchenkrepp geben und abreiben. Keine Sorge, Alkohol macht Seilmaterialien nichts aus. Keine sonstigen Lösungsmittel verwenden!
Seilpflege: bitte keine Textilpflegemittel verwenden wie Sprayimprägnierungen etc. Die beste Pflege für dein Seil ist die richtige Aufbewahrung: trocken, luftig und nicht zu warm. Weitere Tipps zur Seilpflege findest du im Wissensbereich.
Alles waschbar: Gurte, Schlingen und Textilien
Entgegen landläufiger Meinung dürfen Gurte und Bandschlingen (fast) genauso wie andere Textilien behandelt werden, sprich: per waschen in der Maschine. Auch hier gilt: maximal 30 Grad, am besten Seilwaschmittel oder Colorgel, niemals Vollwaschmittel/-pulver.
Da Gurte in der Maschine wegen ihre Metallteile ordentlich klimpern können, kannst du alternativ wie bei Seilen vorgehen und stattdessen die Wanne benutzen.
Wenn du schon dabei bist: auch Helmpolster können eine häufige Reinigung vertragen. In vielen Helmen wie von Kask oder Edelrid sind sie abnehmbar. Beim Entfernen vorsichtig vorgehen und seitlich abziehen: gerne lösen sich nämlich die Klettpunkte im Helm. Hast du keine abnehmbaren Polster, kannst du sie mit Desinfektionsspray benetzen. Kask Helmpolster kannst du bei uns übrigens nachkaufen.
Das ISC A-B gehört zu den robustesten Geräten überhaupt und hält mindestens doppelt so lange wie das Petzl ID . Etwas Öl auf den beweglichen Teilen reicht aus.
Geräte – hart im Nehmen
Abseilgeräte sind außerordentlich hart im Nehmen. Neben fließendem Wasser ist für die Reinigung selten mehr nötig. Ein paar Tipps:
Geräte mit geschlossenen Hebelkammern wie Petzl ID oder Rig trocknen dort sehr langsam. Lieber oberflächlich reinigen
offen gebaute Geräte ohne Kammer wie ISC A-B oder Kong Pirata verdrecken weniger, ebenso Abseilachter oder Tubes. Deshalb sind solche Geräte in besonders dreckigen Umgebungen (z.B. Höhle) im Vorteil, ebenso spezielle Speleo Geräte wie Petzl Stop
Alkohol darf zur Reinigung verwendet werden (falls nötig), nicht aber sonstige scharfe Reinigungsmittel, etwa aus der Autopflege
Handspülmittel sind ebenfalls gut geeignet
wer hat, kann ein Ultraschallbad verwenden
Noch wichtiger als die Reinigung ist die anschließende Pflege, bei der wir ähnlich vorgehen wie bei Karabinern: alle beweglichen Teile bekommen eine Ölung. Auch hier gilt: kommt später etwas Öl aufs Seil, macht das nichts aus. Insbesondere bei unserem Top Seller ISC A-B bringt eine dauerhaft gute Schmierung perfekte Performance.
Mehr über Abseilgeräte und Pflegetipps findest du im Wissensbereich.
Gummipflege – Rubbeldiekatz
Gummiteile kommen im Seilkletterbereich selten vor, mit einer Ausnahme: der Big Shot Schleuder. Deren Gummi kann nicht nur altern und verspröden, es kommt oft schon fabrikneu im ergrauten Zustand.
Seit Jahren widmen wir uns daher der Big Shot Pflege und bieten nach wie vor als Einzige die Big Shot bereits beim Neukauf mit regeneriertem Gummi an. Wegen der hohen Nachfrage haben wir seit 2022 die Big Shot Silikonisierung auch als separat erhältliches Pflegemittel. Biggie Balsam ist eine fett- und ölfreie, ungiftige Emulsion, die per Schwamm auf das Gummi aufgetragen wird.
Aus alt mach neu: mit der richtigen Gummipgflege wie Biggie Balsam verlängerst du die Lebensdauer des Big Shot Gummis.
Ein derart von uns zu Testzwecken seit 10 Jahren behandeltes Big Shot Gummi weist fast die gleichen Eigenschaften auf wie am ersten Tag. Zur Pflege der Big Shot und weitere zahlreiche Biggie-Tipps findest du im Wissensbereich.
Fazit
Ausrüstungspflege kann richtig Spaß machen und hat den zusätzlichen Effekt, dass du daran länger Freude hast. Mit wenig Aufwand kannst du schon viel erreichen.
Wir pflegen unsere Ausrüstung regelmäßig etwa 2 Mal pro jahr bzw. nach Bedarf. Allerdings gibt es bei der besten Pflege auch Grenzen: Die sogenannte „Ablegereife“ schreibt vor, dass alle textile Klettermaterialien meist nach 10 Jahren wegen deren natürlicher Alterung nicht mehr verwendet werden soll. Dann ist Zeit für Neues. Karabiner und Geräte haben keine solche Aussortier-Pflicht: theoretisch kannst du sie ewig verwenden, solange sie nicht beschädigt odr zu sehr abgenutzt sind. De richtie Pflege ist daher um so wichtiger!
Der britische Hardware-Hersteller DMM ruft alle Besitzer ihrer Compact Swivels auf, diese ab sofort nicht mehr einzusetzen. Hintergrund ist ein Unfall, bei dem sich ein solcher Wirbel entlang der Drehachse gelöst hatte.
Vom Rückruf betroffen sind alle kompakten DMM Wirbel (siehe Foto oben, großes Foto direkt bei DMM). In unserem geoclimbing Sortiment der Focus Swivel und der Director SBB, und zwar die gesamte Baureihe seit Beginn der Fertigung – alle jemals produzierten Wirbel.
Äußerst beliebt: DMM Wirbel, hier verbaut an einem Director SBB mit integriertem Karabiner. Vom Rückruf betroffen sind auch alle anderen alle kompakten DMM Wirbel.
Du bist betroffen? So gehst du vor:
Besitzer eines DMM Swivels finden alle Details und weitere Anweisungen (in Englisch) auf dieser DMM Seite.
Die Rückruf-Abwicklung findet direkt über DMM statt. Dafür füllt jeder Nutzer ein Registrierungsformular aus (Link hier) mit Wirbel-Typ, Seriennumer und Kontaktdaten, DMM wird allen Betroffenen einen kostenlosen Rückversand/Austausch anbieten. Benutzer werden laut DMM ab Mitte/Ende November über die genaue Abwicklung informiert
DMM hat zusätzlich eine FAQ Seite eingerichtet mit allen Detailfragen und -antworten zum Produktrückruf
Die DMM Wirbel sind wegen ihrer herausragenden Funktionalität äußerst beliebt, wir haben davon Dutzende verkauft und benutzen sie selbst. Sie werden an der Drehachse verschraubt. Bei dem Unfall hatte sich diese Schraube eines Director Wirbels sukzessive gelöst/aufgeschraubt, was schlussendlich zu einem Totalversagen führte. Zum Glück war der Anwender separat gesichert, so dass niemand verletzt wurde.
Der DMM Swivel Rückruf zeigt, dass so etwas selbst in besten Häusern passiert. Alle uns bekannten Hersteller waren bereits mit einem/mehreren Produkten betroffen.
Du kommst mit dem Rückruf nicht klar oder hast weitere Fragen? Selbstverständlich helfen wir unseren Kunden weiter, einfach uns anschreiben.