Neuer Kurs: geoclimbing Days

Neuer Kurs: geoclimbing Days

geoclimbing hat einen neuen Kurs: die geoclimbing Days behandeln praktische Dauerprobleme von Seilkletterern, und das im brandneuen Workshop Format. Das ist intensiver als gewöhnliche Kurse. Los geht es im September über zwei Tage mit den Themen Seileinbau, Hindernisse überwinden, Aufstiegstechnken und einem Seilbrückenprojekt. Die geoclimbing Days sind außerdem Kontaktbörse, Teststation, kostenloser PSA Check und noch viel mehr.

“Auf unseren Kursen ist es immer das Gleiche: zeigt einer unserer Trainer nebenbei Tricks, bildet sich sofort eine Interessenten-Traube”, stellt Kursleiter Robert fest. “Die Leute haben richtig Bock auf Finetuning, wir haben aber nie genug Zeit.”

Das soll sich jetzt ändern. Das neue Kursformat geoclimbing Days kümmern sich ausschließlich um Spezialthemen, Tricks und Kniffe, und das so intensiv wie nie zuvor. Dabei durchlaufen die Teilnehmer Workshops, in denen sie ausführlich alle Techniken ausprobieren und lernen können. So bekommen wichtige Seilkletter-Themen endlich die verdiente Aufmerksamkeit.

Seileinbau – Tricks gegen den Frust

Ein Dauerthema für Seilkletterer ist zum Beispiel der Seileinbau. Stories über die Wurfleine kann jeder erzählen, von “Nicht mehr runter gekommen”, “verheddert”, “gerissen” bis zur totalen Verzweiflung reicht die Palette. Der Seileinbau Workshop nimmt das Thema auf, vom richtigen Setup über Materialkunde bis hin zu praktischen Übungen: wie bekomme ich eine verfangene Leine wieder runter? Wie baue ich auf die richtige Astgabel ein ohne neu zu werfen? Wie baue ich dünne Äste aus? Der Workshop behandelt selbst exotische Tricks wie den Einsatz mehrerer Leinen und Säckchen, Magnet-Tricks und natürlich auch Basics wie schlingenfreie Aufbewahrung, Beseitigung von Schlaufen, Einsatz von Einziehhilfen oder Verfeinern der Wurftechnik. Auch die Big Shot kommt zum Zug mit Finetuning Tipps.

“Ich muss nur noch sehr selten die Leine entwirren, und ein Wurfsäckchen habe ich auch noch nie verloren”, beschreibt Robert die jahrelange Wurfleinen-Optimierung. “Es wird Zeit, dass alle davon profitieren.”

Mal einfach so hoch

Beim Seilaufstieg setzt sich in den letzten Jahren der Trend zum Geräteaufstieg durch. Obwohl auf geoclimbing Kursen mühelosere Methoden gezeigt werden, bleiben viele Teilnehmer bei der konventionellen Technik. Robert: “Der Grund sind Unsicherheit und zu wenig Übung. Die Leute erkennen zwar den Vorteil der anderen Methoden, trauen sich aber nicht.”

Der Aufstiegs-Workshop geht das Thema endlich umfassend an. Die Teilnehmer können alle relevanten Aufstiegstechniken üben und deren Unterarten: Aufstieg mit Bruststeigklemme und Umbau; eine neue, mühlose Umbauhilfe auf das Gerät ganz ohne Bruststeigklemmen-Fummelei; Einsatz und Aufstieg mit Fußsteigklemme und Kniesteigklemme; Aufstieg per Treppentechnik. Die Teilnehmer können Vor- und Nachteile ausprobieren, und selbstverständlich steht ihnen die nötige Ausrüstung zur Verfügung. Selbst exotische Elemente wie Multicender-Einsatz von Rope Runner und Akimbo, Vor- und vor allem Nachteile des LOV etc. werden behandelt und können direkt ausprobiert werden.

Der Aufstiegs-Workshop behandelt außerdem “dirty” Methoden, etwa Handgummi-Einsatz oder Wechsel-Froschtechnik. Selbstverständlich kommt auch Rahmen-Hardware nicht zu kurz wie Spezialseile, Aufstiegshandschuhe oder -hilfen. Die Teilnehmer sollen Lust kriegen auf Alternativen und Sicherheit gewinnen.

Cremige Seilbrücke mit drum und dran

Ein weiterer geoclimbing Days Workshop baut eine lange Seilbrücke mit allen Details – von der richtigen Befestigung, Spannen bis zur Befahrung inklusive Rettungs- und Rückholtechniken. Selbstverständlich gibt es dazu die komplette Ausrüstung, von Flaschenzügen über Tandemrollen, Rückholseile bis zum Einsatz von Spezialausrüstung.

Noch wichtiger sind die zahlreichen Praxistipps, etwa richtige Einbauhöhe, wie eine Person richtig zurückgeholt wird, optimale Personenbefestigung und Einsatz von Seilblockern und Kurzseilen. Richtig Spaß wird die Befahrung machen!

Hindernisse übersteigen

“Alle fancy Youtube Videos zeigen den Seilaufstieg ohne irgendein Hindernis”, stellt Robert fest, “die Realität sieht aber oft anders aus, denn dort warten jede Menge Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Das beginnt mit dem Übersteigen von Ästen und wird richtig schwierig an Kanten.”

Der Hindernis-Workshop behandelt dies in aller Ausführlichkeit: wie übersteige ich Steinkanten, und zwar in beide Richtungen? Wie überklettere ich einen Seilschoner? Wie setze ich Handsteigklemme, Fußschlaufe und weitere Hilfsmittel geschickt ein, damit Hindernisse kein Problem mehr sind? Was sind die richtigen Handgriff-Reihenfolgen für den Überstieg? Wie bekomme ich Seilschoner auf entfernte Kanten?

Noch viel mehr: Kontaktbörse, Testzentrum…

Neben den Workshops sind die geoclimbing days eine wichtige Kontaktbörse. Schon immer haben sich Kursteilnehmer kennengelernt und für spätere Kletter-Abenteuer verabredet. Sogar einen Heiratsantrag gab es. Okay, so weit muss es nicht kommen, aber sich auszutauschen über tolle T5 Geocaches, sich abzusprechen oder auch die Infrastruktur unserer Anlage zu nutzen, das ist ein echter Mehrwert.

So schauen unsere PSA Sachkundigen kostenlos über die Ausrüstung, die Teilnehmer lernen neueste Produkte kennen, können diese oft auch testen. Allein der Fuhrpark an Test-Abseilgeräten ist beeindruckend.

Die geoclimbing Days gehen über zwei Tage. Die Workshops rotieren unter den Teilnehmern, so kommt jeder in den Genuss von allen Themen.

Die geocliming Days finden am 3./4.September und am 17./18. September 2022 statt.

Hier geht es zu den Terminen und zur Anmeldung.

Das Abenteuer beginnt vor der Haustür

Das Abenteuer beginnt vor der Haustür

Nachhaltigkeit, Umwelt, Corona- und Ukrainekrise haben das Freizeitverhalten verändert: Menschen suchen kürzere und echte Erlebnisse mit geringerem Aufwand. Nachhaltige Micro-Adventures boomen. Nicht umsonst erlebt Geocaching zweistellige Wachstumsraten. Gerade im T5 Bereich entdecken viele das große Erlebnis ohne großen Aufwand – das Abenteuer beginnt vor der Haustür.

“Das war soo geil”, schwärmte kürzlich eine frisch absolvierte geoclimbing Grundkurs-Teilnehmerin über ihre erste T5 Kletterrunde. “Wir hatten einen traumhaften Tag im Wald, jede Menge Adrenalin, und das gerade mal 5 Kilometer von zuhause!”

Tatsächlich erleben wir bei geoclimbing in diesem Frühjahr eine Nachfrage nach Grundkursplätzen wie selten zuvor. Von März bis Juli ist fast alles ausgebucht. Natürlich sind wir neugierig und fragen nach: Teilnehmer suchen in der Freizeit das sofort erlebbare Abenteuer, am besten mit Gleichgesinnten. Ohne großes Gedöns wie Planungs- und Reiseaufwand, Einreisebeschränkungen oder Kostenexplosion. Am besten noch nachhaltig, und ganz praktisch: wenig Fahrerei, gerne auch zu Fuß, in der Natur.

Der geoclimbing Kurs wird als Abenteuer-Führerschein für die neuen Erlebnisse gesehen. Jetzt lässt sich die Welt in der dritten Dimension erkunden. Außerdem lernen Kursteilnehmer andere verrückte Geocacher kennen mit den gleichen Hintergedanken. Denn tatsächlich steckt hinter dem Boom ein gesellschaftlicher Trend:

Leben und Freizeit selbst gestalten

In unsicheren Zeiten legt der Mensch Wert auf das, was er in seinem direkten Umfeld gestalten kann. Man findet wieder Gefallen an den kleinen alltäglichen Dingen. Es muss nicht immer die lang geplante mehrwöchige Monsterreise sein. Stattdessen spielen Alltagsfreuden eine wachsende Rolle – man entdeckt die Welt vor der Haustür.

Erlebnis mit Familie und Freunden

Anstatt Entfremdung, Distanz und Negativität wird wieder das echte, persönliche Umfeld wichtig. Man sucht Kontakte in der realen Welt mit wirklich netten Menschen. Noch nie hatten wir einen so großen Family-Anteil auf unseren Kursen. Und da wir tausende von kletternden Geocachern kennen, werden wir immer mehr gefragt nach Kletterpartnern – der Wunsch ist enorm hoch, mit anderen Gleichgesinnten etwas zu unternehmen.

Weniger ist mehr

Wenn alles teurer wird und man gleichzeitig etwas für die Umwelt tun möchte, sind Micro Adventures wie beim Geocaching eine verdammt gute Möglichkeit. Menschen suchen Erlebnisse in ihrer Region, weil der Aufwand dafür viel geringer ist. T5 Geocaching mit seinem hohen Thrill Faktor bietet dafür ideale Bedingungen.

Auf Kursen echt gefragt: Echter Spaß, echte Erlebnisse und echte Menschen.

“Obwohl das T5 Geocaching nicht neu ist und wir es seit 13 Jahren bedienen, hat sich doch eine Menge verändert”, stellt unser Geschäftsführer Robert fest. “Die Black-Tekkie-Undercover-Zeiten der martialischen Kletterfreaks sind vorbei, stattdessen suchen die neuen Geocacher unkomplizierten Spaß. Das Bedürfnis nach Sicherheit beim Klettern ist größer. Die Leute entdecken Seilklettern als Freizeitspaß, weil es sofortige Erfolgserlebnisse bringt und man abends wunderbar fertig ist.”

Viele lernen dabei ihre Umwelt neu kennen. Geocachern war das nicht neu. Sie werden häufig an Plätze geführt, die sie sonst nie entdeckt hätten. Das gilt auch für’s Seilklettern: der nächsten Wald wird schon zum Abenteuerspielplatz. Geocacher genießen toll gemachte Kletteraufgaben auch an Felsen und Konstruktionen (eine T5 Diashow dazu findest du hier). Das Ganze bei maximalem Naturerlebnis.

“Unsere Kunden verhalten sich nachhaltiger und dankbarer. Sie haben oft schon Pläne, was sie mit dem Seilklettern anstellen wollen. Das Seilklettern wird zum Ersatz und echten Alternative zu aufwändigen Urlauben. Sogar den Wohnmobil-Boom spüren wir, denn Womo plus Geocaching ergänzen sich perfekt. Auf unseren Kursen hat der Anteil der Womo-Fahrer spürbar zugenommen. Die Leute machen mehr Urlaub in der Heimat und merken, dass auch das spannend sein kann. ”

Ein alter Trend kommt wieder

Und noch ein Trend kommt wieder: der Community Gedanke. Robert: “Als wir 2009 begannen, war den kletterinteressierten Geocachern das Miteinander enorm wichtig. Unsere Kurse waren eher Events von Gleichgesinnten. Es wurde geplaudert, Erfahrungen ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft, sich Tipps gegeben. Das kommt jetzt wieder und die Leute sind glücklich, wenn sie eintauchen dürfen in das neue Kletter-Universum. Als zentrale Anlaufstelle werden wir immer mehr zur Austausch-Plattform.”

Offen gestanden sind wir glücklich darüber, denn uns hat das schon immer am meisten Spaß gemacht. So hatten wir schon zahlreiche “legendäre” Kurse, die sich nicht dadurch auszeichneten, dass wir den Teilnehmern besonders viel beibringen konnten. Was zählte, waren tolle Stimmung und das Miteinander.

Dauertest: schwächt das Wetter mein Seil?

Dauertest: schwächt das Wetter mein Seil?

Unsere Experten werden oft gefragt, ob UV Strahlung oder Regen einen Einfluss haben auf die Haltbarkeit eines Kletterseils. Schwächt das Wetter mein Seil? Dieser Frage ist der Seilhersteller Teufelberger nachgegangen. In einem aufwändigen Laborversuch wurden verschiedene Seiltypen dauerhaftem Extremwetter ausgesetzt und danach getestet – mit interessanten Ergebnissen.

Ein Statikseil muss einiges aushalten, insbesondere bei T5 Geocachern und Seilkletterern, denn sie hängen die ganze Zeit dran. Steigklemmen, Abseilgeräte und Abrieb sind eine hohe Belastung. Dafür gibt es zahlreiche Tests, und in unserem Wissensbereich findest du in den Kapiteln “Seile” und “Sicherheit” einige Artikel.

Welchen Einfluss aber hat das Wetter? Muss ich mir Gedanken machen über UV Strahlen? Teufelberger hat in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Forschungsinstitut (ÖFI) zu dieser Frage einen Dauer-Labortest gemacht. Mehrere Seiltypen wurden 2.000 Stunden lang Extremwetter ausgesetzt, bestehend aus Regen, Sonne, Trocknungs- sowie Hell/Dunkelphasen. Diese “beschleunigte Bewitterung” ist laut ÖFI etwa so, als ließe man die Seile 2-3 Jahre draußen hängen.

Nach der Tortur wurden die Seile untersucht auf äußere Veränderungen, Mechanik und Haptik. Außerdem wurde die Bruchlast getestet. Bald war klar: unterschiedliche Materialien und Konstruktionen widerstehen der Bewitterung auch unterschiedlich.

Polyester liegt vorn

  • In Sachen Reißfestigkeit hatte Polyester (PES) nach der Bewitterung einen Vorteil gegenüber Polyamid (PA): im Test blieb beim PA Seil eine Bruchlast von 83 Prozent, wohingegen die PES Konstruktion bei 91 Prozent lag
  • Den Top Wert mit 96 Prozent erzielte eine Spezialkonstruktion mit Vectran Kern und PES/Aramid Mantel. Solche Materialien werden allerdings nur bei (hochwertigen) Baumpflege-Reepschnüren eingesetzt
  • Auch die Flechtung spielte eine Rolle: ein PA Seil mit der hauseigenen Platinum-3D-Flechttechnologie schnitt trotz des empfindlicheren Polyamids mit 91 Prozent Restbruchlast so gut ab wie Polyester. Grund ist vermutlich die konstruktionstechnisch bessere Lastverteilung durch das gesamte Seil. Die Platinum Technologie setzen wir in einer verbesserten Variante (bessere Flechtung, Polyester) in unserem Ultimate Pro Seil ein

Da mit wenigen Ausnahmen fast alle Statikseile aus Polyamid sind, müssen Anwender mit einer Reduktionen der Reißfestigkeit um 17 Prozent rechnen. Ein Statikseil mit 22 kN Bruchlast läge dann bei 18 kN – noch immer ein Wert, der in realen Seilklettersituationen nahezu unmöglich vorkommt und sogar noch den Anforderungen der Typ B Norm für Statikseile entspricht.

11 mm Statikseil aus Polyamid neu (oben) und nach 2.000 Stunden Extremwetter (unten): höherer Mantelglanz und Dehnung

Neben den reduzierten Bruchlast-Werten stellten die Forscher weitere Veränderungen fest:

  • die Seile wurden härter
  • Seile mit PA Kern dehnten sich stärker
  • die Fasern wurden spröder und/oder rauer
  • manche – aber nicht alle – Seile verblassten bzw. bekamen einen leichten Glanz

Die Ergebnisse decken sich mit unseren Erfahrungen: auf unserer Trainingsanlage haben wir seit 21 Jahren (!) ein Seil dauerhaft draußen. Obwohl nie zum Klettern benutzt, ist es steif, hart und blass geworden. Auch haben wir in der Kletterpraxis bei Statikseilen nach einigen tausend Outdoor-Einsätzen eine höhere Dehnung festgestellt.

Wer lässt allerdings sein Seil so lange draußen hängen, erst recht keine 2-3 Jahre wie in der Studie simuliert? Kann man die Ergebnisse also getrost vergessen, zumal Verhärtung und Versprödung auch im normalen Abseilbetrieb vorkommen?

Alle Fehler addieren sich

Tatsächlich haben nach unserer Erfahrung Einflussfaktoren wie Nutzung, Abrieb, zurückgelegte Seilmeter und Waschen viel früher einen Effekt auf die Seilperformance. Bevor also der Wetter-Einfluss durchschlägt, wirst du dein Seil schon aus anderen Gründen aussortiert haben. Murphy aber sagt: alle Fehler addieren sich. Will heißen, es kommt der – wenn auch schwache – Faktor “Witterung” noch hinzu und sollte zumindest im Hinterkopf behalten werden.

Was tun?

  • stellst du starke Verblassung/Vergilbung am Seil oder einer Bandschlinge fest – aussortieren bzw. nicht benutzen. Hier hat die Witterung bereits sichtbare Schäden hinterlassen
  • wird dein Seil so hart und steif, dass das Abseilen keinen Spaß mehr macht, wird es Zeit für ein neues
  • Seile mit Polyester und/oder 3D Konstruktion halten der Witterung (und den meisten anderen Faktoren) besser stand. Sie haben auch ein spürbar besseres Verhalten bei Nässe
  • benutzt du dein Seil als T5 Geocacher nur ab und zu, ist der Einfluss des Wetters auf die Seilperformance eher zweitrangig. Bevor das zum Tragen kommt, wirst du dein Seil wegen anderen Faktoren schon aussortiert haben
  • keine gute Idee ist es, dein Seil dauerhaft draußen zu lassen, etwa am Übungskletterbaum im Garten
geoclimbing goes Germany

geoclimbing goes Germany

Bei geoclimbing planen wir eine neue Infrastruktur: neben unserer baden-württembergischen Zentrale sollen regionale Trainings-Standorte entstehen. Wir wollen eine noch größere Nähe zu Geocachern und Seilkletter-Interessierten. Dazu suchen wir aktive T5 GeocacherInnen, die vor ihrer Haustür einen geoclimbing Standort eröffnen wollen. Die neuen TrainerInnen werden praxisnah ausgebildet – los geht es im Sommer.

“Unsere Stärke war schon immer die große Nähe zu Geocachern. Wir sind ja selbst aktive Cacher mit weit über 10.000 T5 founds und prägen die Szene seit 13 Jahren” so unser Geschäftsführer Robert. Diese Nähe wollen wir weiter ausbauen und in den nächsten Jahren regionale Standorte eröffnen. Wir verkürzen damit Anfahrtswege und stärken den Community-Gedanken.

Für die zukünftigen Standorte suchen wir daher kletternde T5 GeocacherInnen, die Lust haben, Gleichgesinnten das Seilklettern beizubringen. “Viele glauben, sie müssten dazu die Wahnsinns-Cracks sein. Uns sind aber Hingabe und Spaß wichtiger. Den Rest lernen die neuen Trainer sowieso in ihrer Ausbildung. Allerdings sollten sie T5 Geocacher sein, und wir suchen ausdrücklich auch weibliche Trainerinnen”, umschreibt Robert die Anforderungen – geoclimbing Kurse haben traditionell einen hohen Frauenanteil.

Wer jetzt einsteigt, hat einen Riesenvorteil – er/sie kann den geoclimbing Standort zu Hause eröffnen, denn die ersten Standorte können die Trainer und Trainerinnen selbst bestimmen. In der Praxis ist das also ganz einfach – Interessenten machen bei uns die Ausbildung und eröffnen danach bei sich zuhause den geoclimbing Standort. Später hinzukommende Trainer haben vielleicht nicht mehr diesen Vorteil.

Selbstverständlich benötigen die Standorte nicht die gleiche Infrastruktur wie die zentrale Trainingsanlage in Wüstenrot. Robert: “Im Prinzip kann es schon am nächsten Baum los gehen. Wir sind flexibel und werden in jedem Einzelfall überlegen, was das Umfeld her gibt.”

Anforderungen anders als gedacht

Natürlich hoffen wir bei geoclimbing, dass sich viele mit Trainer-Idee angesprochen fühlen. Bedenken, ob sie qualifiziert genug sind oder gar ihren Job kündigen müssen, können wir schnell ausräumen. T5 Geocacher sollte man auf jeden Fall sein. Da sich ein neuer Standort aber erst etablieren muss und Kurse am Wochenende stattfinden, muss niemand seinen Job kündigen. Pro Standort wird es im ersten Jahr wohl nur eine Handvoll Kurse geben. An erster Stelle steht deshalb die Lust, Gleichgesinnten etwas beizubringen.

Die neuen Standorte sollen mit möglichst wenig Papierkram konfrontiert werden. Robert: “geoclimbing Trainerinnen und Trainer sollen Spaß haben am Kurs. Sie sollen sich nicht herumschlagen mit Akquise, Internetauftritt und Administration. Das können wir in der Zentrale seit zwölf Jahren besser.” geoclimbing Standorte werden daher in die Website integriert, Kurse werden direkt darüber gebucht und die gesamte Verwaltung läuft zentral. “Die neuen Trainer können sich so voll auf ihre Kurse freuen und profitieren von unserem Bekanntheitsgrad und Netzwerk.” Mit 3.000 Kursteilnehmern ist geoclimbing der größte Anbieter in diesem Segment.

Ohne Trainerausbildung geht nichts

Damit die geoclimbing Standorte professionell loslegen können, durchläuft jeder Standort Trainer eine einwöchige Grundausbildung. “Die Trainerausbildung wird klasse”, freut sich Robert, “wir können dort unsere ganze Erfahrung zeigen. Detaillierter Kursaufbau und -didaktik spielen ebenso eine Rolle wie Sicherheit, Ausrüstung, Rechtsthemen und vieles mehr. Nach so vielen Jahren wissen wir genau, was funktioniert. Die zukünftigen Trainer lernen das, was sie draußen wirklich brauchen, außerdem sehr viel über Konzepte und Abläufe. Sie lernen ihre Teilnehmer quasi schon schon vor dem ersten Kurs kennen. Kursteilnehmer haben später die Sicherheit, bei einem zertifizierten geoclimbing Trainer gut aufgehoben zu sein.”

Beim Ausbau der Standorte denken wir langfristig. Das zeigt sich auch in der Trainerausbildung: der erste Termin findet im Juli (4. – 10.7.22) statt. Mit ersten Kursen “draußen” rechnen wir nicht vor Herbst 2022, eher sogar 2023.

Fertige geoclimbing Standort-Trainer sind voll in das geoclimbing Universum integriert. Sie bekommen eigene Kommunikationskanäle, eigene Email-Adresse sowie ein eigenes Standort-Porträt auf der Website. Regelmäßige Trainetrtreffen sind genauso geplant wie Fortbildungen, ebenso ein Ausrüstungskonzept und die Einbindung in den Online Shop.

Reich werden geht anders

Und was verdient man so als Standort Trainer? Wegen der auf Wochenenden begrenzten Termine kann man rein rechnerisch nicht reich werden. Standort Trainer/Trainerin ist man vor allem aus Leidenschaft, als tolle Ergänzung zum normalen Job. Als Nebenberuf passt der geoclimbing Trainer vielen auch besser ins Lebens- und Arbeitskonzept.

Selbstverständlich aber verdient man dabei. Robert: “Wir setzen auf ein festes Honorar. Unabhängig von der Teilnehmerzahl bekommt ein Trainer ein festes Kurs-Gehalt. Das gibt ihm/ihr Transparenz und Sicherheit. Im Idealfall kommt ein Trainer auf ein paar tausend Euro pro Jahr.” Dennoch wird die Tätigkeit vorerst ein Zusatzverdienst bleiben.

Bock auf mehr

Wer mehr wissen möchte: auf der Ausbildungsseite gibt es weitere Details inklusive Kontaktformular. Eine aufwändige Bewerbung ist nicht nötig. Robert: “Wir zählen auf Persönlichkeit und Interesse. Alles weitere kommt von alleine.”

 

Hängen und Würgen

Hängen und Würgen

Corona, Lieferchaos, wandelnde Märkte: die Outdoor-Branche hängt derzeit in den Seilen. Um so gespannter waren wir auf den Messe-Herbst. Welche neuen Seilkletter-Produkte kommen 2022? Wie gehen Hersteller mit der Krise um? Soviel vorab: im nächsten Jahr herrscht Magerkost.

“Wir kommen mit der Produktion gar nicht hinterher” meint Christian von der britischen Karabiner-Edelschmiede DMM und beschreibt das, was wir seit Wochen hören: Aufträge sind da, aber es fehlt an Rohstoffen. Egal, ob EU oder Asien. “Das wird nächstes Jahr noch schlimmer” prophezeit Guido, Sales Manager bei Climbing Technology. Die Italiener konnten in diesem Jahr noch vom Materiallager leben. 2022 wird alles leer sein. Jeder hofft auf Besserung. Alle stöhnen.

Das schlägt auf die Preise: einige Hersteller haben um bis zu 30 Prozent erhöht und weitere Steigerungen angekündigt. Wird 2022 ein grausames Kletter-Jahr? Geht es nach den Messeveranstaltern, dann schon: die Branchenmesse OutDoor in München wurde kurzerhand abgesagt. Die wichtigste Messe für Industriekletterer A+A in Düsseldorf kam stark geschrumpft daher. Kaum zu glauben, dass mit der Vertical Pro in Friedrichshafen eine neue Messe auftauchte. Auch das Messe-Geschäft erfährt einen Strukturwandel – es scheint, als ob spezialisierten Mini-Messen die Zukunft gehört.

Neues Messekonzept: die Vertical Pro setzt auf Kompetenz und Interaktion.

Wie Hersteller die Krise nutzen

Wie das so ist mit Krisen: man kann schreiend in den Wald laufen oder die Chance nutzen. Beides beobachten wir bei Kletter-Herstellern. Die meisten sind konzentriert auf Basics wie Rohstoffe beschaffen, Lieferkette aufrecht erhalten, Gesundheit der Mitarbeiter sichern. Trotzdem wurden einige richtig geschäftig. Edelrid etwa hat gefühlt seine komplette Professional-Palette neu aufgestellt. Camp hat sich ein Re-Design gegeben und viele neue Produkte entwickelt. Extrem gut organisiert und kommunikativ war unser Vorlieferant Rock Empire. Ebenso bei Teufelberger, dem Hersteller unseres Ultimate Pro Seils – wir konnten produzieren, als sei nie etwas gewesen.

Ungebrochen ist der Trend zur Fernost-Produktion. Näharbeiten in China und Vietnam, Karabiner aus Taiwan – selbst Traditionalisten lassen dort herstellen. Für uns ein zweischneidiges Schwert: da wir nachhaltig denken, bevorzugen wir kurze Transportwege und hohe EU Sozialstandards.  Andererseits gibt es auch Fernost-Vorbilder: die Vietnam Produktion von Edelrid etwa erfüllt traditionell hohe Standards, und unsere bei Deuter produzierte Biggie Bag trägt sogar das anspruchsvolle Fairwear Siegel.

Edelrid

Edelrid gibt im Pro Bereich mächtig Gas. Wir kommen mit dem Testen gar nicht hinterher (alle Produkte in unserem Sortiment testen wir vor Aufnahme): 2020 ging es los mit dem bei uns erstaunlich erfolgreichen Treerex Gurt – sehr geil, aber teuer. Dann kam der Vector , die sehr leicht laufende Hand Cruiser Handsteigklemme mit Extraloch, die neuen Cask Seileimer, die sehr beliebte Flask Gurttasche…

2022 geht das gerade so weiter. Gespannt waren wir auf den neuen Wurfleineneimer “Houston”. Idee ist ein Eimer, der beim Zusammenklappen die Wurfleine nicht knickt. Herausgekommen ist ein Doppelwürfel mit klappbarer und magnetisch fixierbarer Trennwand. Die beiden Fächer sind ständig offen und können leider nicht verbunden werden zu einer großen Fläche – man hat quasi ständig zwei Wurfeimer vor sich stehen mit verstärktem, biegsamen Rand für mehr Stabilität. Die Grundfläche jedes einzelnen Segments ist kleiner als bei unserem Falteimer, das Packmaß ist voluminös. Zum Zusammenfalten wird die Doppel-Trennwand auf die Leine geklappt. Der Houston passt in die Fronttasche des großen Cask Seileimers. Kommt im Fühjahr, kostet um 80 Euro.

Der Edelrid Houston ist ein voluminöser Doppel-Wurfleinen-Eimer mit ordentlich Packmaß (oben rechts). Die beliebten bleifreien Wurfbeutel werden komplett überarbeitet. Im Bild alt versus neu.

Die Edelrid Wurfbeutel kommen 2022 völlig überarbeitet: schlanker, neue Schnitte, Farben und Gewichte. Ganz in blau kommt der 280 Gramm “Apollo” Beutel – eine sehr geschickte Grammatur! Außerdem kommt ein 340 Gramm Modell, wie alle mit jetzt feinerer bleifreier Stahlkugelfüllung und zweiter Haut für mehr Robustheit. Preise unter 20 Euro.

Die modulare Bruststeigklemme Chest Cruiser bekommt endlich eine überall passende Grundplatte und heißt dann Uni Cruiser. Werden wir testen, sobald verfügbar. Kostet um 55 Euro. Auch als Knee Cruiser Kniesteigklemme wird sie angeboten zusammen mit einer Fußschlaufe.

Der Spleiß ist heiß: Edelrid bringt ein neu gespleißtes Seilende am Woodpecker, extraschlank und biegsam. Im linken Bild neuer Spleiß versus konventioneller Spleiß.

Schnappatmung für BKS’ler: Edelrid bringt 2022 den ED SPLY – besonders schlank und biegsam gespleißte Seilaugen an Baumkletterseilen. Der neue Spleiß ist derart kompakt, dass man ihn durch das Petzl Zigzag stecken kann. Kommt vorerst am Woodpecker Seil und kostet ca. 40 Euro extra.

Petzl

Mit 1.000 Mitarbeitern und jährlich 7 Millionen verkauften Produkten gehört Petzl zu den ganz Großen der Branche. Mit neuen Produkten für 2022 hält man sich aber zurück. Interessant könnten die neuen Spin Seilrollen sein mit integriertem Wirbel und Kugellager. Die Rollen lassen sich auch nach Installation mit einem aufwändigen Mechanismus öffnen. Preise ab 85 Euro. Außerdem wurden ein paar Transportsäcke überarbeitet und es kommt ein neuer, robusterer Seilschoner ähnlich dem Protector von Edelrid.

Spin Seilrollen von Petzl: mit integriertem Wirbel, Kugellager und auch nach Montage zu öffnen. Interessant bei Flaschenzügen und Seilbahnen.

Climbing Technology

CT Produkte erfreuen sich bei unseren Kunden großer Beliebtheit. Immerhin produziert der Metall-Spezialist noch alle Karabiner und Hardware in Italien und ist unseres Wissens nach der einzige außer DMM, der zumindest einige wenige Karabiner heiß schmiedet (Vorteile des Heißschmiedens findest du hier).

Neue Mini-Ovalkarabiner von CT: verschiedene Farben und Verschlüsse.

Zwar nicht heiß geschmiedet, aber neu für 2022 kommt die Oval-Mini-Karabinerserie “OVX” auf den Markt. Was DMM mit dem Perfect O vorgemacht hat, haben sich einige Hersteller abgeguckt: kleine, leicht zu bedienende Verschluss-Karabiner. Die neuen CT Minis beginnen bei 19 Euro und liegen in ähnlichem Preisbereich wie die DMM’s. Letztere sind allerdings organischer in der Formgebung und heiß geschmiedet.

Singing Rock

Ursprünglich auf Gurte spezialisiert, sind die Tschechen mittlerweile Vollsortimentler und haben zuletzt ordentlich am öffentlichen Image gefeilt. Die Neuigkeiten für Seilkletterer sind 2022 sparsam. Wir mussten genauer hinsehen: so gibt es mit der Lampfix eine neue Helmbefestigung für Taschenlampen. Der Geocacher kann also sein normale (nicht zu große) Taschenlampe einklicken und braucht keine separate Stirnlampe. Die Halterung wird in Gehörschutz-Schlitze (bei den meisten Helmen Standard, bei Kask mit Adapter) eingesteckt, ist dreh- und verschiebbar. Klasse: funktioniert auch bei montiertem Visier. Wird unter 20 Euro kosten.

Die neue Singing Rock Lampenbefestigung ist einstellbar. Auch interessant: superfette Bandschlingen mit Mini-Durchmesser.

Für schwierige Anschlagpunkte bietet Singing Rock eine neue Bandschlinge: superfett wie ihre Sling Lanyards, aber mit 14 mm superschlank. Eine interessante Idee! Erhältlich in den Standardlängen bis 150 cm. Preise noch unbekannt.

Camp

Wie Edelrid hat sich der italienische Hersteller Camp mächtig ins Zeug gelegt und die Marke komplett redesigned. Der neue 22er Professional Katalog hat rekordverdächtige 270 Seiten! Seit je her sucht man bei Camp neue Lösungen für bekannte Produkte, die uns allerdings in der Vergangenheit nicht immer überzeugten. Jetzt aber wird es ernst: den Gyro Wirbel fanden wir sowieso schon sexy, jetzt kommt er als Mini-Variante: der Gyro 1 vereint Dreh- und Neigungsachse auf wenigen Zentimetern, und das bei einer Bruchlast von 25 kN – auf dem Markt einzigartig.

Oben: Die Camp Turbofoot Evo Fußsteigklemme (links) kann auch als Seilrolle dienen. Mini Wirbel mit Maxi Wirkung: der neue Gyro 1.

Sehr sexy: der neue Enigma Drehwirbel mit 3 Achsen und großen Schäkeln. Beide Schäkel kann man öffnen.

Die Turbofoot Fußsteigklemme hatten wir in der Vergangenheit eher links liegen lassen, jetzt kommt ein Upgrade: per Einstellhebel kann man wählen, ob die Klemme fest am Seil fixiert oder auskickbar sein soll, wow. Mit den im neuen Gehäuse montierten Mini-Rollen kann man die Turbofoot Evo auch zur Seilrolle mit Rücklaufsperre umfunktionieren. Für diesen Zweck hat man ein Karabinerloch zum Aufhängen der Klemme spendiert.

“Big is beautiful” ist die Devise des 2022er Enigma Drehwirbels. Die XL-Schäkel-Ösen haben einen Innendurchmesser von 36 mm und damit schon fast die Größe von Standard-Gurtösen an Industrieklettergurten. Mehr noch: jeder Schäkel ist abnehmbar. So kann man den Enigma direkt in den Gurt montieren und hat einen voluminösen Dreiachsen-Wirbel, etwa für Mehrseil-Spielereien. Preise liegen noch nicht fest.

Rock Empire

Unsere engagierte “Hausmarke” mit eigener Näherei im tschechischen Elbsandsteingebirge wird nahezu alle Pro-Gurte 2022 jetzt auch mit Schnellschnallen anbieten. Unsere Standard-Karabiner bekommen ein sehr schönes Re-Design. Wir meinen: für Preise unter 15 Euro wird man kaum etwas besseres finden.

So sehen ab Sommer 2022 die neuen Standardkarabiner unserer Kletterpakete aus.

DMM

Die britische Metall-Edelschmiede ist schwer gezeichnet von Brexit, Lieferengpässen und Corona: wir warten teilweise über ein Jahr auf Lieferungen. Der neue Director Karabiner mit eingebautem Wirbel ist bei unseren Kunden sofort eingeschlagen. Kompakter kann man derzeit keinen Wirbel an das Abseilgerät montieren.

Schon zu haben: DMM Director Karabiner, hier mit Trilock Verschluss und großem Schäkel.

Ebenso schon zu haben ist der Micro Vault Gurtkarabiner – ein in Größe und Formgebung dem XSRE Captive Bar ähnlichen Karabiner für die feste Montage am Gurt. Der Micro Vault muss dafür allerdings verschraubt werden, und außer bei Teufelberger Baumpflegegurten muss man eine separate Montageplatte dazu kaufen – wohl nur für Daueranwender kein Hindernis.

Ansonsten begnügt sich DMM für 2022 mit Finetuning: für den beliebten Vault Materialkarabiner gibt es mehr Farben, ebenso für den Bestseller Perfect O.