Das 2026er Ausrüstungsjahr wird für Seilkletterer einzigartig: noch nie gab es so viele neue Abseilgeräte. Aber auch Innovationen in anderen Kletterbereichen zeigen, dass Ideen nicht ausgehen. Für einige Hersteller ist das zur Überlebensstrategie geworden, denn ohne eigenes Profil geht man in der Mainstream-Masse unter. Wir haben für dich spannende Neuheiten zusammengetragen.
Wenn es einen aktuellen Trend gibt für Seilkletterausrüstung, dann dieser: Hersteller machen immer mehr eigene Entwicklungen. Während früher ein „Branding“ ausreichte – auf ein Fremd-Produkt wird der Firmennamen graviert, wie etwa beim ISC D4 Abseilgerät, das viele unter eigenem Namen anboten – ist das heutzutage ein No Go. Ohne eigene Ideen fällt man nicht mehr auf.
Davon profitieren vor allem Hersteller mit Ahnung und eigener Produktentwicklung. Letztere kostet aber Geld, und deshalb sind verlässliche, gute Kletterprodukte nicht billig. Dafür bekommt man richtig gute, sichere Ausrüstung.
Wer das nicht drauf hat, muss gnadenlos über den Preis kommen, was Tür und Tor öffnet für ultrabilligen Fake Schrott, auf den vor allem ahnungslose Newbies hereinfallen. Deshalb hier Neuigkeiten nur von echten Herstellern:
Rock Empire gibt Gas
Mit den tschechischen Kletterexperten sind wir seit Jahren freundschaftlich verbunden, denn die Marke passt zu uns: engagiert und kompetent, mit hochwertiger EU Produktion. Rock Empire hat nicht nur Ahnung vom Klettern, sondern mausert sich zum Vollsortimentler mit immer mehr Erfindungen und Patenten.
Ähnlich kompakt wie das Petzl Rig, aber deutlich robuster: Rock Empire Golem
Neu und einzigartig ist das Golem Abseilgerät, das wir schon ausführlich getestet haben. Das Golem ist auf die härtesten denkbaren Einsätze vorbereitet und als einziges Gerät weltweit komplett aus Edelstahl (bis auf wenige Anbauteile), was es enorm robust und langlebig macht. Trotzdem bleibt das Gewicht mit 550 Gramm im Rahmen. Großzügige Öffnungen lassen Dreck und Nässe entweichen. Das Golem lässt sich gut dosieren und kommt ohne Panikbremse aus.
Zahlreiche Details zeigen die Rock Empire Expertise: spezieller Lasten-Abseilmodus, das Gerät lässt sich am Gurt öffnen ohne Abnehmen und die Klappe ist speziell gegen versehentliches Öffnen konstruiert. Außerdem gibt es eine Anti-Jam-Funktion: sollte in beengten Verhältnissen oder an Kanten der Abseilhebel nicht zugänglich oder blockiert sein, kann das Golem über eine patentierte Öse trotzdem bewegt werden.
Das Golem ist nach mehreren Normen getestet und nimmt eine große Bandbreite an Seilen auf von 9 bis 12 mm. Arbeitslast liegt bei bis zu 200 kg, und das Golem kann an bis zu 200 m langen Seilen verwendet werden. Das Gerät werden wir ab März führen, hier kannst du es schon angucken. Preis wird um 170 Euro liegen. Das Golem wird definitivbeinharte Konkurrenz zum teureren Petzl Rig.
Neuartiges Fußschlaufensystem von Rock Empire: dass da noch keiner drauf gekommen ist …
Neu ist auch die geniale Step Loop – ein modulares Fußschlaufensystem für den Aufstieg am Seil. Die eigentliche Fußschlaufe kann man separat kaufen und wird per kräftigem Gummizug über den Schuh gezogen. Man kann damit herumlaufen und die Schlaufe dauerhaft am Schuh lassen. Zum Seilaufstieg klickt man die Step Loop einfach an eine (mit der Handsteigklemme verbundenen) Lanyard. Vorteil dieses Modulsystems: der Aufstiegsfuß muss beim Klettern nie mehr in/aus der Schlaufe gefummelt werden.
Selbstverständlich eignet sich die Step Loop auch als zweite Fußschlaufe für den Aufstieg mit zwei Füßen (montiert z.B. mit unserem Lanyard Extender), und auch für Kniesteigklemmensysteme ist eine ausklickbare Fußschlaufe mehr als interessant. Die Step Loop werden wir als Einzelschlaufe führen (ca. 16 Euro), die oben abgebildete Step Cord Lanyard (links) mit Drehwirbel für die Verbindung zur Handsteigklemme finden wir allerdings mit 50 Euro etwas oversized – hier werden wir eine eigene Lösung anbieten. Alles verfügbar ab Anfang März.
Beal: neues Abseilgerät und Hardware
Beal war in den 1980er Jahren der erste Seilhersteller mit konsequent bunten Farben. Damals sprangen alle auf den Trend auf. Beal hat sich jetzt rückbesonnen auf die eigene DNA. Seit 2025 sehen wir mutige Farben in allen Bereichen. Wo kriegt man schon standardmäßig pinke Schraubkarabiner?
Mit dem grünen Sully kommt im Sommer ein dem Petzl ID sehr ähnliches Abseilgerät, und wir konnten bereits einen kleinen Hands-on Test machen. Auch in der Anwendung ist die Ähnlichkeit beider Geräte frappierend. Das Sully Gehäuse ist etwas offener gestaltet, was Nässe und Dreck einfacher entweichen lassen. Das Gerät soll für Seile von 10,5 bis 11,5 mm geeignet sein mit einer Arbeitslast von bis zu 200 kg. Es kommt mit Paniksicherung und wie das ID mit Öffnungsklappe, damit es nicht vom Gurt genommen werden muss beim Seileinlegen.
Bleibt der Preis – der steht noch nicht endgültig fest, dürfte laut Beal aber um 190 Euro und damit spürbar unter dem ID liegen.
Beal Sully: neues Abseilgerät mit klassischen Features
Neu bei Beal ab Spätsommer wird die Vega Handsteigklemme sein. Die ungewöhnliche Formgebung hat zahlreiche Vorteile, insbesondere, wenn man mit beiden Händen an die Klemme greift – was beim Aufstieg mit Bruststeigklemme Standard ist.
Bei der Vega wurde der Griffwinkel optimiert, und im Vergleich zu anderen Klemmen greift man waagrechter. Das führt auch zu einer großen Grifföffnung – die Vega kann problemlos beidhändig angefasst werden, auch mit Handschuhen. Alternativ kann man die zweite Hand auf den Verschluss legen, wo sie weniger abrutscht im Vergleich zu anderen Klemmen. Der Preis wird im üblichen Handsteigklemmen-Bereich liegen um 60 Euro.
Beal Vega: neuer Griffwinkel und beidhändige Bedienung
Als wir vor 15 Jahren Beal Ziegenleder-Handschuhe verkauften, wurden diese schnell zum Bestseller, und bis heute bekommen wir Anfragen. Deshalb kommen endlich im Sommer wirklich interessante Nachfolger: wie damals mit großzügiger Ziegenleder-Innenhand, atmungsaktiver Oberseite und als Top Feature eine Schlüpfstulpe ganz ohne Klettgefummel: reinschlüpfen, fertig. Die Passform ist nach unseren ersten Anproben sehr gut. Wird um 30 Euro kosten.
Viel Ziegenleder und Schlüpfstulpe ganz ohne Klett: neue Beal Handschuhe.
ISC – Hoffnung keimt auf
Die walisische Metallschmiede ist in den letzten Jahren wechselhaft drauf, denn es gab Mitarbeiter- und Besitzerwechsel, und der Brexit tat sein übriges – was zur Folge hat, dass die hochwertigen Produkte wenig auf dem Festland zu bekommen sind. Anders als DMM hat ISC nämlich versäumt, ein EU Zentrallager aufzubauen. Nur wenige engagierte Händler nehmen deshalb den Beschaffungsaufwand in Kauf – wer Nicht-EU Produkte importiert, wird rechtlich zum Hersteller mit kompletter Haftung – was sich die wenigsten Händler antun.
Beim beliebten Abseilgerät A-B Descender sind wir der vermutlich größte Abnehmer bei ISC. Viele hundert Geräte haben wir schon verkauft, und zuletzt war nicht sicher, ob wir das Teil aus oben genannten Gründen weiterführen können. Doch es gibt Entwarnung: das A-B bleibt im Programm und ist ab sofort verfügbar. Was das Gerät besonders macht, ist die Kombination aus Vielseitigkeit, Robustheit und Bedienkomfort. Ganze Generationen an Geocachern klettern mit dem unverwüstlichen A-B.
Wieder da: den ISC A-B Descender führen wir quasi exklusiv – wir sind mit Abstand der größte Wiederverkäufer
Neu ist das ISC Reflex, nicht nur optisch ein Direktangriff auf das weit verbreitete Petzl Zigzag. Dem gegenüber hat es aber Vorteile: es kann überall im Seil ein- und ausgebaut werden und man kann das Reflex auch am Einfachseil verwenden ohne Zusatzanbauten. Das Gerät steigt damit in die Klasse der Multicender auf – Aufstieg am Seil ähnlich easy wie mit einer Bruststeigklemme und Abstieg ohne jeglichen Umbau.
Nicht nur optisch ähnlich: das ISC Reflex ist ein Direktangriff auf das Petzl Zigzag mit innovativen Features.
Offiziell soll laut Betriebsanleitung die single rope Funktion für Seile ab 11 mm Durchmesser gelten. Da ISC Geräte grundsätzlich aber hohe Toleranzen haben, und es für das Reflex eine zusätzliche Abseil-Bremsfunktion gibt (das Seil wird über eine Nut am Gerät gelegt), sind wir gespannt, wie das Reflex mit 10,5er Seilen klarkommt. Selbstverständlich werden wir das testen und hier nachreichen.
Das Reflex verfügt über einen Dreh- und Neigungswirbel, der sogar ganz einfach mit einem Handgriff vom Gerät getrennt werden kann. So kann man den Wirbel in die Seilbrücke des Baumpflegegurts fest einbauen und sich einen Karabiner sparen; man hat weniger Schlabberei und mehr Hub. Zum Klettern wird der Wirbel in das Gerät eingelegt, schließen, fertig.
Mit 360 Euro ist das Reflex zwar deutlich teurer als das Zigzag Plus, vergleicht man es aber mit Multicenderen wie Roperunner oder Akimbo, ist es ein Schnapper. Letztere kosten mindestens 100 Euro mehr.
Leider ebenfalls ISC typisch dauert die Auslieferung viel länger als angekündigt – wir sollten das Gerät bereits im Dezember haben, jetzt wird es vermutlich März oder gar noch später. Auf jeden Fall wirst du es bei uns kaufen können, wie immer mit optionaler kostenloser Lasergravur und in einer speziellen geoclimbing Edition.
Teufelberger – Ultimate Pro light
Unser Ultimate Pro Seil wird ja bekanntlich exklusiv von Teufelberger produziert in einzigartiger, patentierter 3D Flechttechnologie. Die Österreicher sind der wohl größte Seilhersteller der Welt und fertigen Seile nicht nur für uns, sondern z.B. auch Petzl, Mammut und viele andere.
Das brandneue Teufelberger KM Pro Seil ist eine abgespeckte Version des Ultimate Pro. Die neuen miniME Accessoire Karabiner kommen im Olympia Style bronze, silber, gold.
Nach dem großen Erfolg des Ultimate Pro wird Teufelberger ab diesem Frühjahr eine abgespeckte Version produzieren: das KM Pro Seil in 10,5 mm hat zwar nicht unsere aufwändige 3D Flechtung, ansonsten aber sind die Seile konstruktiv ähnlich. Durch eine neuartige Kern-Dampfbehandlung wird die Dehnung reduziert. Das KM Pro kann in der täglichen Anwendung zwar nicht ganz die sexy Eigenschaften aufweisen des Ultimate Pro, ragt aber deutlich aus üblichen Standard-Statikseile heraus. Interessant für alle, die ein besseres Statikseil wollen, aber etwas weniger ausgeben – 60 m kommen auf etwa 150 Euro. Teufelberger plant aktuell 5 verschiedene Farben, siehe Bild oben. Welche gefällt dir am besten?
Was DMM mit dem legendären XSRE Minikarabiner begonnen und zu einer ganzen Serie ausgebaut hat, ist mittlerweile von vielen Herstellern wie Edelrid oder Camp registriert worden, und auch Teufelberger bietet jetzt den miniME an. Neu als Mini-Accessoire-Ovalkarabiner-Dreierset in Olympiafarben bronze, silber und gold mit Schraubverschluss. Kommt auf etwa 26 Euro.
Singing Rock – innovative Bruststeigklemme
Das viel beachtete, neue Jack Abseilgerät von Singing Rock haben wir ja schon im Verkauf. Es ist in unseren Augen mehr als eine harte Konkurrenz für das Petzl Rig, zumal dieses in der neuen Version nochmals teurer werden wird, siehe unten.
Beinharte Konkurrenz für das Petzl Rig: Singing Rock Jack kann mehr und ist preiswerter
Mit dem ASC Link kommt ab Herbst erstmalig eine Bruststeigklemme mit integriertem Karabiner, eine echte Innovation. So eine Konstruktion hat zahlreiche Vorteile: die Bauhöhe verkürzt sich um ca. 20 Prozent gegenüber herkömmlichen BSK-Karabiner-Kombis, was Kontrolle und Hub verbessert.
Singing Rock ASC Link: Bruststeigklemme mit integriertem Karabiner.
In Flaschenzügen lassen sich Rollen direkt in den integrierten Karabiner einhängen. Sogar als kompakte Handsteigklemme funktioniert die ASC Link, da man Verbindungslanyard und Fußschlaufe direkt verbinden kann. Auch als Kniesteigklemme ist die neuartige Konstruktion super interessant.
Der Preis steht noch nicht fest, wird aber wohl um 70 Euro liegen. Erhältlich laut Singing Rock frühestens ab September.
Petzl – Überarbeitungen im Detail
Für 2026 überarbeitet Petzl einige Vollgurte für spezielle Anwendungen (z.B.Windkraft). Auch der Baumpflegegurt Sequoia bekommt ein Feintuning. In der Sequoia Plus Variante hat er ein integriertes Bungee Gummi auf der linken Gurtseite für die Kniesteigklemme, sowie die Möglichkeit für eine zweite (nicht einstellbare) Seilbrücke. Standardmäßig wird der Sequoia Plus mit einer einzigen Seilbrücke ausgeliefert.
Außerdem wird es bei den neuen Sequoia Modellen keinen vorderen SRT Einbindepunkt mehr geben für die Bruststeigklemme. Petzl setzt beim Seilaufstieg also ausschließlich auf den Einsatz von Multicendern wie dem hauseigenen Zigzag. Der schlanke Multicender Brustgurt „Sterno“ ist daher auch neu im Sortiment, kostet 59 Euro.
Zwar wird der Hängekomfort vom Sequoia oft gelobt, mehr als 500 Euro Verkaufspreis für den Sequoia Plus ist wie bei vielen Petzl Gurten aber knackig: für 50 Euro weniger bekommt man beim ebenfalls sehr komfortablen Edelrid Treerex II zwei einstellbare Seilbrücken, Bungee Gummi, Erste Hilfe Tasche und zusätzliche SRT Brücke.
Petzl Sequoia Plus kommt mit magerer Grundausstattung. Am separaten Sterno Brustgurt kann man Multicender befestigen bzw. das Petzl Zigzag.
Ebenfalls überarbeitet wird das sehr beliebte Rig Abseilgerät. Es ist etwas schlanker und in der Optik industrieller geworden als das bisherige Modell. Technisch bleibt alles gleich, außer beim Preis: mit 190 Euro ist das Rig für ein Gerät ohne Paniksicherung vergleichsweise happig. Da werden das neue Golem und Jack ordentlich Chancen nutzen in dieser Preisklasse.
Petzl Rig 2026: veränderte Optik, aber gleiche Funktion
Das Rig wird es auch in einer „Rig Repairable“ Variante geben mit austauschbarem Bremsnocken. Der Grundpreis liegt dann allerdings bei 238 Euro, ein neuer Bremsnocken kostet 59 Euro. Das wird höchstens interessant für heavy duty User in weniger schwierigen Umgebungen, denn tatsächlich verschleißt der Bremsnocken bei Abseilgeräten als erstes, aber im Industriebereich wird oft auch das Gehäuse in Mitleidenschaft gezogen.
Petzl hat außerdem seine Standardrollen im Formfaktor überarbeitet. Auch hier haben die Preise wie nahezu überall bei Petzl ordentlich angezogen: die kleinste Petzl Mobile Rolle mit Standard Gleitlager kommt jetzt auf 25 Euro, in der „Rescue S“ Version mit Kugellager liegt sie bereits bei 41 Euro. Zum Vergleich: die richtig gute, ebenfalls in der EU produzierte CT Orbiter gibt es bei uns aktuell schon für €16,90.
Alle neuen Petzl Produkte kommen bis April in den Handel.
Edelrid – Finetuning beim Zubehör
Dass man bei Edelrid Ahnung hat und auch selbst klettert, merkt man den Produkten an. Edelrid baut seit Jahren den Professional Bereich konsequent aus, und mittlerweile ist man dort bis ins Zubehör vorgedrungen:
Protector Max; breiter, robuster Kantenschutz mit kleinem Packmaß
Der Protector Max ist ein umfangreicher, extrem breiter Kantenschoner, den man aufrollen kann. Das sehr robuste Teil wird wie ein Teppich auf eine Kante gelegt und ist so breit, dass auch drei Seile gleichzeitig geschützt werden können. Durch die Fixierung auf der Kante verrutscht der Protector Max nicht wie übliche Schoner. Vieles ist einstell- und per Klett verstellbar. Breite 50 cm, kostet knapp 100 Euro. Vergleichbare Systeme gibt es kaum und sind oft erheblich teurer, schwerer und voluminöser. Der Protector Max ist besonders interessant an Betonkanten, im Lostplace Bereich und an Konstruktionen. Bei uns bereits im Shop erhältlich.
Crawler Falteimer von Edelrid: einfach konstruiert aus Recycling Materialien.
Mit dem Crawler kommt eine neue Wurfleinenaufbewahrung in Form eines Falteimers. Das Falteimer Prinzip wird ja mittlerweile zahlreich kopiert, mit qualitativ sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Wir haben uns den Crawler schon angesehen – für den anvisierten Preis von 60 Euro eine angemessene Lösung. Insbesondere die Recycling-Materialien gefallen uns – Edelrid verwendet für den Crawler Stoffreste aus der Produktion, weshalb er bunt daher kommt und jedes Modell anders aussehen kann. Es gibt Trittschlaufen, um den Eimer am Boden liegend besser aufstellen zu können. Material und Stäbe sind eher fest. Der Crawler wiegt knapp 400 Gramm. Im Vergleich zu Marketplace-Schrottkopien ist er spürbar wertiger.
An den Original Falteimer kommt er allerdings nicht heran: die Grundfläche des Crawlers ist 15 Prozent kleiner. Es gibt keinen doppelten Boden und er steht deutlich weniger stramm, da beim Original spezielle, hochelastische Kitesurfing-Stäbe verwendet werden. Auch fehlen Boden-Flaps. Das Original ist also nach wie vor ungeschlagen in Standfestigkeit und Ausstattung, kostet allerdings auch mehr.
DMM goes Textile
Die walisischen Qualitätsfanatiker haben mit dem Kinisi Gurt bei Baumpflegern einen Nerv getroffen: einzigartige Features und Hängekomfort haben das sauteure Teil zum Hit gemacht. Für dieses Jahr baut man deshalb die Kinisi Gurtserie weiter aus durch die abgespeckten Modelle Kinisi Air und Kinisi Key mit deutlich weniger Ausstattung. Bleiben soll die Modularität, sprich zahlreiche An-, Ausbau- und Ersatzteile, was besonders im intensiven Baumpflegeeinsatz interessant sein kann.
Mehr Kinisi Baumpflegegurte bei DMM: weniger Ausstattung, dafür geringerer Preis.
Da die Preise selbst der abgespeckten Modelle noch immer um 500 Euro liegen, begibt sich DMM mit Kinisi Key und Kinisi Air in eine Liga mit sehr viel Konkurrenz. So ist beispielsweise unser Preis/Leistungshammer Sherman viel besser ausgestattet und trotzdem erheblich preiswerter.
Wir werden daher nur den einzigartigen Kinisi Max führen, denn das Killer-Feature der Kinisi Serie ist unserer Meinung nach die patentierte Seilbrückenverstellung, die sogar das Zeug dazu hat, das Kronenklettern zu verändern. Der Kinisi Max ist ein Gurt für alle, die das Allerbeste wollen. Alle Kinisi Gurte werden vollständig von Hand in überragender Qualität in Wales gefertigt.
Neu im DMM Karabinersortiment ist der Wisp, der wahrscheinlich kleinste voll belastbare Wiregate Karabiner der Welt: mit gerade mal 84 mm Länge und 22 Gramm ist er nur etwas größer als Standard-Accessoire-Karabiner, hält aber 20 kN aus. Interessant für alle, die selbst bei kleinen (Accessoire-) Karabinern volle Reserve haben wollen, etwa als Schutz bei Falschanwendung. Aber auch interessant als kompakte Verbindung zur Handsteigklemme, in Treppenaufstiegs-Setups, sowie als Materialkarabiner am Gurt oder an Motorsägen-Stropps. Bei uns schon jetzt im Shop.
Eine etwas bittere Pille zum Schluss: DMM erhöht in diesem Jahr alle Preise, und zwar kräftig. Der Highend Gurt Kinisi Max kommt jetzt auf 910 Euro, die äußerst beliebten Phantom HMS Karabiner und der Perfect O kosten in der Trilock Variante 30 bis 34 Euro, und selbst normale Schraubkarabiner kommen auf über 20 Euro. Die neuen Preise sind eine Konzession an die aufwändige Handfertigung in Wales, gestiegene Rohstoffpreise und die überragende Heißschmiede-Qualität.
Die gute Nachricht: wir haben uns ein größeres DMM Kontingent gesichert zu guten Preisen und werden diese an euch weitergeben. DMM Produkte werden bei uns also noch eine Weile etwas preiswerter sein. Solange Vorrat reicht natürlich.
2025 war ein Geocaching-Jahr mit Bremsspuren, denn weltweit hat die Anzahl der aktiven Geocacher trotz 25-jährigem Jubiläum abgenommen. In Deutschland scheint das beliebte Hobby immer mehr an die Grenzen des Machbaren zu stoßen, mit allen Konsequenzen. Welche das sind, wie die aktuellen Zahlen aussehen inklusive T5 Klettererdaten, findest du in diesem Artikel.
Um es vorweg zu nehmen: in Deutschland ist die Anzahl der aktiven Geocacher* im letzten Jahr um 4 Prozent geschrumpft auf etwas mehr als 283.000. Gegenüber dem Allzeit-Peak im Coronajahr 2021 ist der Rückgang erheblich mit minus 25 Prozent – die deutschen Geocacher sind wieder auf dem Niveau von 2016 angelangt, und doch ist im Vergleich zu damals vieles anders: noch nie gab es so viele Geocaches und Platzprobleme, noch nie war das Cache-Verhalten so auf Masse ausgelegt, und auch das Generationsproblem wird größer.
Höchste Cachedichte der Welt
Aktuell gibt es in Deutschland 438.000 Geocaches, das ist ein Plus von 2 Prozent gegenüber 2024. Es stehen also mehr Geocaches für weniger Geocacher bereit, und noch nie war die Auswahl so groß. 13 Prozent aller weltweiten Geoaches findet man hierzulande, was gemessen an der Landesgröße ein Rekord ist. Mit 1,2 Geocaches pro Quadratkilometer hat Deutschland die höchste Cachedichte (USA 0,1 Caches/qkm) und gehört damit zur absoluten Speerspitze, dem mit Abstand wichtigsten Geocaching-Land außerhalb der USA.
Seit Corona ist die Zahl der aktiven deutschen Geocacher um 25 Prozent zurückgegangen, die Anzahl der Geocaches stieg aber auf ein neues Allzeit-Hoch.
Die einzigartige Cachedichte erzeugt auch einzigartige Probleme. Wenn es ein Überangebot gibt und keinen Platz, der Reviewing Prozess zum bürokratischen Albtraum wird und hinter jeder Ecke eine Dose wartet, verändert sich das Cachingverhalten. Man wird wählerischer, oberflächlicher, hopsiger, sucht sich die Rosinen aus dem Kuchen und frisst den Rest teilweise rücksichtslos in großem Volumen. Wegen einer einzigen Dose wird der Hintern nur bewegt, wenn diese außergewöhnlich ist. Seit Jahren beobachten wir deshalb die Zunahme von typischem Masse-Verhalten:
Schatzi-Mausi-Logs: einige Geocacher sind derart faul geworden, dass sie nur noch ellenlange, nichtssagende Einheitslogs schreiben, die niemanden interessieren. Wir nennen diese Schatzi-Mausi-Logs: „Heute wollte ich mit meinem Schatzi mal wieder eine tolle Cachetour machen, und wir fuhren nach XXX um Mausi auch noch einzupacken, blablabla …“ Immer weniger Geocacher scheinen sich die Mühe zu machen, zu jeder Dose etwas schreiben zu wollen. Schon längst kann man Logs nicht mehr nutzen für Hinweise zum Cache, es sei denn, man möchte seitenlang durch Schatzi-Mausi-Logs scrollen. Manche Cacher sind sogar zu faul für den Einheitslog und lassen das kurzerhand ChatGPT machen
Willkür: Dosen werden geloggt, ohne jemals vor Ort gewesen zu sein oder im Logbuch zu stehen. Kontrolliert sowieso keiner mehr, siehe dazu diesen Wissensartikel
Trackables? Welche Trackables? Für die meisten Geocacher ist es viel zu aufwändig, Trackables aus Caches mitzunehmen und woanders abzulegen. Kostet nur Zeit und Nerven, und die spannende Reise eines TB’s zu verfolgen macht sowieso keiner mehr
Doofe Dosen an doofen Orten: schon längst werden Geocaches nicht mehr an schönen Orten gelegt, also dort, wo man gerne hingeführt wird und die man sonst niemals entdecken würde
Sperrungen: einige Landesforstbehörden sind dazu übergegangen, auf ihrem Staatsforst-Gebiet überhaupt keine neuen Geocaches mehr zuzulassen. Die Begründung: es reicht!
Highlightcachen: wenn zu viel von allem da ist, findet Selektion statt. Caches mit vielen Favpoints oder spezielle Dosen wie T5 Klettercaches sind gefragt. Auch extreme Kalenderdosen werden nach wie vor überrannt, die Wartelisten sind lang
Ausweichen: nirgendwo sonst hat die Anzahl der (rein virtuellen) Adventure Lab Caches derart zugenommen wie in Deutschland. Diese benötigen weder einen Reviewing Prozess, noch muß man Abstandsregeln einhalten. Deutsche Adventure Labs verzeichnen jedes Jahr Zuwachsraten von über 20 Prozent
Aufhören: nachdem Mitte der 2010er Jahre die erste Welle an frustrierten Geocachern das Spiel verließen, weil es nicht mehr den Spirit der Anfangszeit hatte, hören heute Geocacher auf, weil ihnen das Spiel zu beliebig und langweilig geworden ist – ein typisches Symptom von Überangebot
Da wir täglich in engem Kontakt mit Cachern jeden Alters stehen und selbst aktive Geocacher sind, glauben wir, dass uns auch bald das Generationsproblem beschäftigen wird. Junge Cachergenerationen haben ein anderes Mobilverhalten. Was die Autoindustrie schon längst in den Wahnsinn treibt, gilt auch für’s Geocaching: die Bedeutung des Autos für die Generation XYZ hat derart abgenommen, dass viele gar keins besitzen oder nicht einmal einen Führerschein. Geocaching ist aber sehr auf’s Auto angewiesen, so sehr, dass manche Cacher im Zuge von gestiegenen Kosten ihre Touren mittlerweile bewusster planen.
Parallel zu dieser Entwicklung stirbt die alte Cacher-Generation buchstäblich weg. Die Folge: die Anzahl der Geocacher nimmt langfristig ab. Das kann aber auch eine Chance sein, denn manchmal ist ja weniger bekanntlich mehr.
Negativsaldo: weltweit geht die Zahl der aktiven Geocacher seit Jahren zurück, während die Anzahl der Geocaches zunimmt
Während die Anzahl der aktiven Geocacher in Deutschland letztes Jahr „nur“ um 4 Prozent abnahm, sieht das global dramatischer aus: dort gab es einen Rückgang um über 13 Prozent auf knapp 1,57 Millionen aktive Geocacher. Das ist ein Minus von über 26 Prozent zum Corona-Allzeithoch. Aber auch weltweit gibt es eine Dosenzunahme auf ein neues Allzeit-Hoch von 3,4 Millionen.
Noch nie gab es also so viele Geocaches pro Kopf, und die Cacher nutzen das: während weltweit 2024 jeder Geocacher durchschnittlich 48 Dosen fand, waren das 2025 knackige 69 Geocaches. Will heißen: 2025 sind die Geocacher weltweit um 44 Prozent aktiver geworden, was möglicherweise am 25 jährigen Geocaching-Jubiläum liegt, denn seit vielen Jahren liegt die jährliche durchschnittliche Fundrate pro Kopf eigentlich zwischen 40 und 50 Geocaches. Ob diese Entwicklung also anhält, werden wir erst nächstes Jahr sehen.
Neuer Rekord am Geocaching Geburtstag
Ach ja, Jubiläum: am fünfundzwanzigsten Jahrestag, dem 3.Mai 2025, wurden fast eine Millionen Caches geloggt. Damit war dieser Tag der aktivste des ganzen Jahres und nach unseren Recherchen der aktivste Tag ever. Auch in Sachen Events war das Jubiläumsjahr besonders aktiv: weltweit veranstalteten 15.652 Owner ein solches. Das sind knapp 6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die gefühlte Eventflut bleibt aber ein deutsches Phänomen und man muss Events deshalb global ins rechte Licht rücken. Weltweit gab es 2025 nämlich lediglich 83.059 Eventteilnehmer. Nur 5,3 Prozent aller aktiven Geocacher besuchten überhaupt ein Event, umgekehrt waren fast 95% aller aktiven Geocacher selbst im Jubiläumsjahr nicht an Events interessiert.
T5 Entwicklung stabil, aber anders
In der Hauptdomäne von geoclimbing.de, dem T5 Geocaching, gab es im letzten Jahr auf den ersten Blick wenig Veränderung: seit Beginn unserer Aufzeichnungen bleibt die Anzahl der Geocaches mit der schwierigsten Terrainwertung in Deutschland zwischen 12.000 und 13.000 Dosen.
Dauertrend: T5 Geocaches sind in Deutschland seit Jahren stabil und in den USA stetig steigend
In den USA hält der T5 Aufwind dagegen seit Jahren an. Geocaches der höchsten Terrainwertung erfreuen sich in den Top Ländern hoher Beliebtheit. Inhaltlich unterscheiden sich die T5 Dosen allerdings sehr, siehe unten. Weltweit gibt es derzeit 78.621 T5 Geocaches. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent.
T5 Geocaches: Bild wandelt sich
Während vor 10 Jahren T5 Geocaching überwiegend aus Klettercaches bestand, hat sich das Bild mittlerweile geändert. Insbesondere die neu aufgekommenen Angelcaches nehmen einen Stellenwert ein, und der Gesamt-T5-Mix besteht in Deutschland jetzt aus Baumklettercaches, Wassercaches (Boot, Waten, Tauchen), Leiter- und Angelcaches, Lostplace Caches sowie sonstige T5 Geocaches (Konstruktionen, Höhle, Alpin-/Sportklettern, Klettersteig, schweres Terrain).
Bei Baumklettercaches ist Deutschland einsame Weltspitze mit knapp 5.400 Dosen. Das sind 45% Anteil (BRD) und 30% weltweit
Den höchsten Anteil an T5ern in Deutschland machen Baumklettercaches aus mit gut 5.000 Dosen. Das ist Weltrekord. Deutschland hat 30 Prozent aller weltweiten Baumklettercaches! Auf den Baumkletter-Plätzen folgen Frankreich (2.300 Baumklettercaches) und Tschechien (1.750).
Das T5 Bild sieht in den USA komplett anders aus. Dort dominieren mit 58% die Bootscaches. Baumklettercaches machen nur 5 Prozent aus, Leiter- und Angelcaches etwa 11 Prozent. Außerdem ist in den USA der Anteil an schwierigen/langen Wandercaches sowie Lostplace Caches mit jeweils etwa 6 Prozent höher. Auch werden einige Powertrails kurzerhand als T5 kategorisiert, obwohl es sich um ganz gewöhnliche Bodendosen handelt (9 Prozent).
Caches vor dem Tod retten
Für die Zukunft erwarten wir im T5 Bereich wenig Änderung, abgesehen davon, dass das Kletterniveau insgesamt leichter wird und sich den Anfangszeiten der 2000er Jahre angleicht.
Gefährliche Klettercaches bleiben aber einfach sexy. Allerdings leben solche herausragenden Dosen zunehmend vom Altbestand, denn die besonders verrückten Brücken-, Konstruktions- und Baumklettercaches würden heute so niemals mehr den Reviewing Prozess überstehen. Die goldenen Zeiten sind längst vorbei, wo durchgeknallte Kletterdosen einfach durchgewunken wurden. Aber gerade die sind das Salz in der Suppe, und leider hält stattdessen Regulierungswahn und Bürokratie auch schon beim Geocaching Einzug.
Wir haben daher ein T5 Rettungsprogramm ins Leben gerufen, denn wir glauben: es ist viel einfacher, bestehende Dosen zu erhalten, als neue zu legen! Es wäre schon sehr viel erreicht, wenn zukünftig jeder begeisterte T5 Kletterer automatisch Ersatzlogbuch und -dose mitführt, um in die Jahre gekommene Klettercaches der Nachwelt zu erhalten. Die kurze, schnelle Pflege kostet nicht viel, hat aber große Auswirkungen auf die Klettercommunity. Alles zum Programm findest du hier, sowie zusätzlich zahlreiche FAQ’s zum Thema Pflege, Adoption
Fazit
Geocaching steht nicht nur in seinem Jubiläumsjahr im schwierigen Spagat zwischen Weiterentwicklung, Regulierung und Spielspaß. Aktuell werden Geocacher selektiver und suchen sich zunehmend Nischen. Die „Spielränder“ bleiben beliebt, wie tolle Dosen mit vielen Favpoints, Kalendercaches, Kletterdosen, aber auch Massenrunden. Andererseits läuft das Spiel gerade in hochdichten Regionen wie Deutschland Gefahr, in der Masse zu verwahrlosen. Ob die aktuelle Entwicklung „weniger Cacher, aber mehr Dosen“ weiter anhält und zum Trend wird, wird erst die Zukunft zeigen.
Was meinst du? Was würdest du dir für das Hobby wünschen, insbesondere im Kletterbereich? Wir freuen uns über deinen Kommentar!
* ein aktiver Geocacher hat mindestens einen Found pro Jahr. Alle Daten Stand 31.12.2025. Wenn nicht anders erwähnt, sind alle Daten ohne Adventure Lab Caches. Datenquellen: Groundspeak, project-gc und geoclimbing.de.
Dreiste Täuschung: Fake Produkte kommen nahezu immer aus Fernost und werden auf gängigen Marketplaces verkauft
In letzter Zeit bekommen unsere PSA Prüfer immer mehr Fake Produkte aus Fernost vorgelegt. Während diese früher auch für Laien erkennbar waren, nimmt die Kopier-Dreistigkeit stetig zu. Es wird schamlos mit nicht vorhandenen Zertifikaten und Zulassungen geworben. Auf was muß ich als Käufer achten?
„Guck mal, fünf Karabiner für 32 Euro – war sogar Amazon Tipp!“ freute sich einer unserer Kunden kürzlich und legte uns die neu erworbenen Errungenschaften vor (s.Bild oben). Die Freude währte nur kurz, denn nach Überprüfung war klar: er ist einem geschickt gemachten Fake Produkt auf den Leim gegangen. Der Karabiner darf in der EU gar nicht als Kletterkarabiner verkauft werden.
Dabei wurde das Teil doch so toll beworben: UIAA Zertifikat, CE Kennzeichnung, alles schien tippitoppi. Doch unsere Erfahrung sagt: Kopien werden in letzter Zeit immer dreister und täuschen dem Kunden eine Sicherheit vor, die so gar nicht geprüft wurde. Wie aber erkenne ich ein Fake Produkt?
Zunächst: Marketplaces wie amazon bieten dir keine Sicherheit, im Gegenteil: praktisch alle uns vorgelegten Fake Produkte stammen von solchen Plattformen. Die sehen sich nämlich eher als Anbieter eines Marktplatzes – verantwortlich für den Inhalt seien die Verkäufer selbst. In Temu-, Shein- und sonstigen Direktimportzeiten führt das zwangsweise zu einer Flutwelle an ungeprüften Fake Produkten.
Da der Kunde nicht die letzten Details kennen kann, funktioniert die Täuschung auch oft richtig gut. Wie dreist die mittlerweile sind, zeigt sich beispielsweise an dem im Bild oben gezeigten Karabiner:
das CE Zeichen war gefälscht und entsprach nicht der EU Vorgabe
die angegebene CE Prüfstelle existiert gar nicht
ein angebliches UIAA Zertifikat war falsch und abgelaufen, außerdem fehlte eine UIAA Angabe auf dem Karabiner – aus Angst vor Entdeckung?
die EN Bezeichnung war unvollständig
es fehlten zahlreiche weitere vorgeschriebene Angaben auf dem Karabiner
schließlich gab es nicht einmal eine vorschriftsmäßige Anleitung in Deutsch
Auf den ersten Blick sah der Karabiner allerdings vertrauenserweckend aus, obwohl er in der EU nicht als Kletterkarabiner verwendet werden darf – da die Ware ungeprüft ist, weiß keiner, ob sie im Einsatz auch wirklich hält. Für den Anwender ist das nicht nur ein Risiko, sondern im Falle eines Unfalles steht wohl niemand für Schadensersatz bereit. Viel Spaß beim Verklagen einer chinesischen Firma!
Ein Baumpflegegurt für 49 Euro? Forget it!
Der Grund, warum nur nach EU Vorgaben geprüfte Artikel der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) hierzulande verkauft werden dürfen, ist klar: Sachen, an denen dein Leben hängt, sollten geprüft sein. Die Normen dafür sind ziemlich scharf, und eine Zertifizierung kostet Geld. Das sparen sich die Hersteller von Fake Produkten. Darauf solltest du beim Kauf unbedingt achten:
zu billig: 5 HMS Twistlock Karabiner für 32 Euro, das riecht enorm faul. Ebenso ein Baumklettergurt für 49 Euro – informiere dich vorher auf echten Hersteller- und Händlerseiten über gängige Preise
klicke auf der Verkaufsseite auf den Hersteller. Was verkauft der noch? Sind da Eierkocher, Fahrradsättel, Kuscheltiere oder sonstiges (Spiel)Zeug dabei, was gar nichts mit Klettern zu tun hat – Finger weg! Du kaufst nahezu immer ein Fake Produkt
vertraue auf Verkaufsplattformen niemals großspurigen Angaben über CE-, UIAA- oder sonstigen Zertifizierungen, insbesondere, wenn das Produkt von keinem Kletterausrüstungshersteller stammt. Meistens sind die frei erfunden
kaufe am besten gar keine PSA Produkte auf Verkaufsplattformen und stattdessen lieber bei spezialisierten Anbietern/Shops. Bei geoclimbing verkaufen wir ausschließlich geprüfte und wirklich zertifizierte Ausrüstung. Das kostet zwar manchmal etwas mehr, aber nicht dein Leben 😉
kaufe nur von EU Herstellern. Die können sich gar nicht leisten, Fake Produkte zu verkaufen
nur mir richtiger Anleitung: für PSA Produkte gibt es in der EU umfangreiche Vorgaben für die Bedienungsanleitung. Sie muss mit jedem einzelnen Produkt mitgeliefert werden und vor allem in der Sprache des Verkaufslandes sein (Deutsch). War das bei deinem Kauf nicht dabei, handelt es sich entweder nicht um ein PSA Produkt oder du bist einer Fälschung auf den Leim gegangen
PSA Kletterprodukte sind alles, woran dein Leben hängt: Seile Gurte, Geräte, Steigklemmen, Schlingen, Karabiner, Rollen, Helme, um die wichtigsten zu nennen
wir kennen keinen einzigen (!) chinesischen Hersteller, der durchweg EU konforme Kletterausrüstung verkauft. Du kannst von solchen Herstellern gerne Taschen, Rucksäcke oder Accessoires kaufen – bei PSA Ausrüstung hört aber unserer Meinung nach der Spaß auf
Du bist nicht sicher, ob du ein Fake Produkt hast? Kontaktiere uns gerne – meist erkennen unsere zertifizierten PSA Prüfer das recht schnell
Die Pandemiejahre bescherten Geocaching einen außerordentlichen Boom. Über 30 Prozent Zuwachs verzeichnete die High Tech Dosensuche und war so beliebt wie nie zuvor. Dann kam die die Ernüchterung: in den letzten Jahren ging die Anzahl der Geocacher stetig zurück, die Zuwächse schmolzen dahin. Hält dieser Trend weiter an oder gibt es Licht am Ende des Tunnels? Wir haben die aktuellsten Zahlen analysiert.
Als alteingesessene Geocacher betreiben wir bei geoclimbing seit vielen Jahren eine eigene Marktbeobachtung in Zusammenarbeit mit geocaching.com und project-gc. Denn wie alle Hobbies unterliegt auch Geocaching zahlreichen Trends und Entwicklungen – mit den Anfängen aus den frühen 2000er Jahren hat die Dosensuche heute nur noch wenig gemein. Technik, Volumen und Spieler haben sich grundlegend geändert. Sogar gesellschaftliche Trends beeinflussen die Dosensuche.
Wie also steht es aktuell um das Hobby? Das Wichtigste vorweg: zum ersten Mal seit Jahren geht es wieder aufwärts. Zwischen 2021 und 2023 war die Zahl der aktiven deutschen Geocacher um knapp ein Viertel zurückgegangen auf das Niveau von 2016. Der rasante Anstieg der Pandemie-Jahre war dahingeschmolzen, siehe auch dieser Blog Artikel.
Im letzten Jahr allerdings stieg die Anzahl der aktiven deutschen Geocacher um knapp 4 Prozent auf über 295.000. Aktuell sind damit mehr Geocacher aktiv als in den 2010er Boom-Jahren, das ist die gute Nachricht. Lässt man die Pandemie als „Ausrutscher“ außen vor, ergibt sich von 2019 bis 2024 ein fast geradliniger Aufwärtstrend.
Geocaching ist also als Hobby nach wie vor beliebt und kann sogar unter den besonderen deutschen Bedingungen bestehen. Denn die Anzahl der Geocaches in Deutschland blieb weitgehend gleich und liegt seit nunmehr 3 Jahren bei knapp 430.000 Dosen. Es scheint, als sei hierzulande schlichtweg kaum noch Platz. 13 Prozent aller Geocaches weltweit liegen in Deutschland, und mit einer Dichte von 1,2 Geocaches pro Quadratkilometer liegen wir im weltweiten Vergleich ganz weit vorne. Dies erzeugt ganz eigene Herausforderungen.
Easy Extreme gefragt
Ein Trend abseits der Zahlen hält seit Jahren an, nämlich die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. Wenn es an jeder Ecke einen Geocache gibt, will man den entweder ohne Aufwand mitnehmen, oder man sucht nach den tollen Dosen. Letztere sind enorm gefragt, etwa in Form von Kalendercaches, die sich selbst immer mehr übertreffen.
Während in den 2010er Jahren Dosen mit schönen Konstruktionen (wie z.B. von „Die Helden“) tausende Favpoints ernteten, zieht das heute schon lange nicht mehr. Selbst „Die Kinder des Buchbinders“ mit ihrer tollen Storyline scheinen angestaubt oder Tekkie-Nabelschauen wie „Da Zenzi Code“ aus der Zeit gefallen – im Anbetracht von dem, was neuerdings im High-End-Dosenbereich abgeht, etwa Wahnsinnsdosen wie „Montecristo“, „Vergißmeinicht“. Oder dem neuesten Shit: ultra-aufwendige Multistage Themen-Abenteuer in eigens geschaffenen Räumen mit richtiger Dramaturgie, jahrelanger Vorbereitung und enormem technischen Aufwand. Bestes Beispiel: „Die geheimen Gänge von Hogwarts“, der aktuell wohl abgefahrenste Geocache in Deutschland.
Es scheint, als ob extreme Dosen im Sinne von Aufwand immer beliebter werden, allerdings mit wenig körperlicher Anstrengung. Mehr dazu weiter unten.
Weltweiter Zuwachs
Auch weltweit sind die Geocaching Aktivitäten nach Jahren der Rezession wieder gestiegen: 2024 verzeichnete zum ersten Mal seit vier Jahren ein leichtes Plus von knapp 3 Prozent. Davor war die Zahl der aktiven Geocacher um 17 Prozent zurückgegangen. Aktuell gibt es weltweit etwa 1,8 Millionen aktive Geocacher*, davon allein gut 16 Prozent aus Deutschland.
Weltweit existieren derzeit 3,35 Millionen Geocaches, und auch hier ist der Zuwachs wie in Deutschland nur marginal – es scheint, als ob auch weltweit Geocacher vermehrt Dosen suchen wollen anstatt selbst zu legen. Während es vor 8 Jahren noch 2,1 Dosen pro Cacher gab, sind es jetzt nur noch 1,8. Das geht soweit, dass wir auf unseren Kursen schon seit Jahren gefragt werden, ob Geocaches nicht von Groundspeak gelegt werden – manche Newbies wissen gar nicht, dass die Dosensuche ein interaktives Abenteuer ist.
Ein auf den ersten Blick hochstabiles Bild ergibt sich bei der Entwicklung der T5 Geocaches: seit Beginn unserer Aufzeichnung liegen die in Deutschland zwischen 12.000 und 13.000 Dosen. Kein Vergleich zu den USA: dort sind die T5 Dosen seit 2020 um fast 19 Prozent angestiegen.
Doch Quantität ist nicht Qualität: während vor 10 Jahren T5 Dosen oft echte Klettercaches waren, kann man heute mit einer Angel die Matrix vollmachen oder über einen nach wie vor beliebten Challenge Cache, bei dem die Gesamtleistung in die T Wertung einfließt, die Dose aber am Boden liegt – ein übrigens besonders deutsches Phänomen.
T5 Geocaching: radikaler Wandel
Diese Entwicklung geht einher mit dem Easy Extrem Trend, siehe oben: tolle Dosen mit möglichst wenig körperlichem Aufwand – ein Trend, den wir seit Jahren beobachten und letztes Jahr ausführlich beschrieben haben. Einer unserer Kursteilnehmer über seinen T5 Buddy, mit dem er früher extreme Dosen gemacht hat: „Seit der Pandemie liegt der nur noch auf dem Sofa!“
Gefährliche Dosen mit Klettereinlage sind zwar nach wie vor beliebt, das sehen wir an begeisterten Kursteilnehmern. Die Extemdosen werden aber seltener besucht, was zu einem echten Dilemma führt:
viele tolle T5 Dosen sind über 10 Jahre alt und stammen aus der „wilden“ Zeit, wo jeder Cache einfach durchgewunken wurde
diese Dosen altern, sind häufig schlecht in Schuss, die Owner nur noch wenig/gar nicht mehr aktiv
die Folge: anstatt selbst nachzuhelfen (z.B. neues Logbuch, Dose) loggen unerfahrene Cacher „benötigt Aufmerksamkeit des Reviewers“. So landen die Dosen unwiederbringlich im Archiv
Dieser Trend fällt uns mittlerweile derart selbst beim Klettern auf, dass wir überlegen, in unsrem Shop ein kostenloses Dosen-Rettungskit anzubieten für engagierte Dosenretter. Denn es ist heutzutage viel einfacher, eine bestehende Dose am Leben zu erhalten, als eine neue zu legen.
Was meinst du zu einer solchen Aktion? Gib doch mal einen Kommentar unten, danke! Mehr dazu dann in einem späteren Blogartikel.
*aktiver Geocacher ist laut Groundspeak ein Cacher mit mindestens einem found im Kalenderjahr. Alle Daten ermittelt von Groundspeak/project-gc und geoclimbing.de
Das hat man nicht alle Tage: im Februar findet erstmalig ein T5 Geocacher Event statt in einer speziellen Trainingshalle für Einsatzkräfte. Diese wurde nur für gefährliche Abseilsituationen gebaut. Das Beste: das Event kostet keinen Eintritt, und dabei sein kann jeder.
Mit Freude supporten wir ein ganz und gar ungewöhnliches Kletterevent: Am 8.Februar findet mit https://coord.info/GCAZBJ5 „Delwahnas Kletterhalle – Abseilwahn“ ein T5 Event für Geocacher statt in einer Trainingshalle für Einsatzkräfte wie Feuerwehr, Katastrophenschutz etc. – ein Ort, an den du sonst nie gelangst.
Die monströse Halle kann mit LKW befahren werden, darin ist eine komplette Häuserfront aufgebaut, es gibt diverse Schächte und Engstellen, zahlreiche Abseilstellen durch Fenster, an Geländern, Dächer etc., sowie einen quer durch die Halle verlaufenden Baukran. Daran wird das Logbuch befestigt sein.
Da rein? Jawoll! Das Event bietet zahlreiche betreute Kletterstellen, von der Häuserfront bis enge Schächte
Wann hat man schon mal die Gelegenheit, in einer eigens dafür eingerichteten Halle diverse Klettersituationen auszuprobieren? Wenn du diese einmalige Gelegenheit nicht verpassen möchtest, dann go for it: Anmeldung und weitere Details direkt über das GC Event oben. Die Halle liegt zwischen Oldenburg und Bremen, und wir denken: wegen der Exklusivität auch eine lange Anreise wert.
Auch gut: egal, wie das Wetter draußen ist – drin bleibt es trocken und halbwegs warm. Eine tolle Gelegenheit für Geocacher, die Saison ungewöhnlich zu eröffnen.
Wir unterstützen das Event mit Ausrüstung und sind selbst vor Ort – unser Standort Nord ist nicht weit entfernt.