geoclimbing goes Germany

geoclimbing goes Germany

Bei geoclimbing planen wir eine neue Infrastruktur: neben unserer baden-württembergischen Zentrale sollen regionale Trainings-Standorte entstehen. Wir wollen eine noch größere Nähe zu Geocachern und Seilkletter-Interessierten. Dazu suchen wir aktive T5 GeocacherInnen, die vor ihrer Haustür einen geoclimbing Standort eröffnen wollen. Die neuen TrainerInnen werden praxisnah ausgebildet – los geht es im Sommer.

„Unsere Stärke war schon immer die große Nähe zu Geocachern. Wir sind ja selbst aktive Cacher mit weit über 10.000 T5 founds und prägen die Szene seit 13 Jahren“ so unser Geschäftsführer Robert. Diese Nähe wollen wir weiter ausbauen und in den nächsten Jahren regionale Standorte eröffnen. Wir verkürzen damit Anfahrtswege und stärken den Community-Gedanken.

Für die zukünftigen Standorte suchen wir daher kletternde T5 GeocacherInnen, die Lust haben, Gleichgesinnten das Seilklettern beizubringen. „Viele glauben, sie müssten dazu die Wahnsinns-Cracks sein. Uns sind aber Hingabe und Spaß wichtiger. Den Rest lernen die neuen Trainer sowieso in ihrer Ausbildung. Allerdings sollten sie T5 Geocacher sein, und wir suchen ausdrücklich auch weibliche Trainerinnen“, umschreibt Robert die Anforderungen – geoclimbing Kurse haben traditionell einen hohen Frauenanteil.

Wer jetzt einsteigt, hat einen Riesenvorteil – er/sie kann den geoclimbing Standort zu Hause eröffnen, denn die ersten Standorte können die Trainer und Trainerinnen selbst bestimmen. In der Praxis ist das also ganz einfach – Interessenten machen bei uns die Ausbildung und eröffnen danach bei sich zuhause den geoclimbing Standort. Später hinzukommende Trainer haben vielleicht nicht mehr diesen Vorteil.

Selbstverständlich benötigen die Standorte nicht die gleiche Infrastruktur wie die zentrale Trainingsanlage in Wüstenrot. Robert: „Im Prinzip kann es schon am nächsten Baum los gehen. Wir sind flexibel und werden in jedem Einzelfall überlegen, was das Umfeld her gibt.“

Anforderungen anders als gedacht

Natürlich hoffen wir bei geoclimbing, dass sich viele mit Trainer-Idee angesprochen fühlen. Bedenken, ob sie qualifiziert genug sind oder gar ihren Job kündigen müssen, können wir schnell ausräumen. T5 Geocacher sollte man auf jeden Fall sein. Da sich ein neuer Standort aber erst etablieren muss und Kurse am Wochenende stattfinden, muss niemand seinen Job kündigen. Pro Standort wird es im ersten Jahr wohl nur eine Handvoll Kurse geben. An erster Stelle steht deshalb die Lust, Gleichgesinnten etwas beizubringen.

Die neuen Standorte sollen mit möglichst wenig Papierkram konfrontiert werden. Robert: „geoclimbing Trainerinnen und Trainer sollen Spaß haben am Kurs. Sie sollen sich nicht herumschlagen mit Akquise, Internetauftritt und Administration. Das können wir in der Zentrale seit zwölf Jahren besser.“ geoclimbing Standorte werden daher in die Website integriert, Kurse werden direkt darüber gebucht und die gesamte Verwaltung läuft zentral. „Die neuen Trainer können sich so voll auf ihre Kurse freuen und profitieren von unserem Bekanntheitsgrad und Netzwerk.“ Mit 3.000 Kursteilnehmern ist geoclimbing der größte Anbieter in diesem Segment.

Ohne Trainerausbildung geht nichts

Damit die geoclimbing Standorte professionell loslegen können, durchläuft jeder Standort Trainer eine einwöchige Grundausbildung. „Die Trainerausbildung wird klasse“, freut sich Robert, „wir können dort unsere ganze Erfahrung zeigen. Detaillierter Kursaufbau und -didaktik spielen ebenso eine Rolle wie Sicherheit, Ausrüstung, Rechtsthemen und vieles mehr. Nach so vielen Jahren wissen wir genau, was funktioniert. Die zukünftigen Trainer lernen das, was sie draußen wirklich brauchen, außerdem sehr viel über Konzepte und Abläufe. Sie lernen ihre Teilnehmer quasi schon schon vor dem ersten Kurs kennen. Kursteilnehmer haben später die Sicherheit, bei einem zertifizierten geoclimbing Trainer gut aufgehoben zu sein.“

Beim Ausbau der Standorte denken wir langfristig. Das zeigt sich auch in der Trainerausbildung: der erste Termin findet im Juli (4. – 10.7.22) statt. Mit ersten Kursen „draußen“ rechnen wir nicht vor Herbst 2022, eher sogar 2023.

Fertige geoclimbing Standort-Trainer sind voll in das geoclimbing Universum integriert. Sie bekommen eigene Kommunikationskanäle, eigene Email-Adresse sowie ein eigenes Standort-Porträt auf der Website. Regelmäßige Trainetrtreffen sind genauso geplant wie Fortbildungen, ebenso ein Ausrüstungskonzept und die Einbindung in den Online Shop.

Reich werden geht anders

Und was verdient man so als Standort Trainer? Wegen der auf Wochenenden begrenzten Termine kann man rein rechnerisch nicht reich werden. Standort Trainer/Trainerin ist man vor allem aus Leidenschaft, als tolle Ergänzung zum normalen Job. Als Nebenberuf passt der geoclimbing Trainer vielen auch besser ins Lebens- und Arbeitskonzept.

Selbstverständlich aber verdient man dabei. Robert: „Wir setzen auf ein festes Honorar. Unabhängig von der Teilnehmerzahl bekommt ein Trainer ein festes Kurs-Gehalt. Das gibt ihm/ihr Transparenz und Sicherheit. Im Idealfall kommt ein Trainer auf ein paar tausend Euro pro Jahr.“ Dennoch wird die Tätigkeit vorerst ein Zusatzverdienst bleiben.

Bock auf mehr

Wer mehr wissen möchte: auf der Ausbildungsseite gibt es weitere Details inklusive Kontaktformular. Eine aufwändige Bewerbung ist nicht nötig. Robert: „Wir zählen auf Persönlichkeit und Interesse. Alles weitere kommt von alleine.“

 

Hängen und Würgen

Hängen und Würgen

Corona, Lieferchaos, wandelnde Märkte: die Outdoor-Branche hängt derzeit in den Seilen. Um so gespannter waren wir auf den Messe-Herbst. Welche neuen Seilkletter-Produkte kommen 2022? Wie gehen Hersteller mit der Krise um? Soviel vorab: im nächsten Jahr herrscht Magerkost.

„Wir kommen mit der Produktion gar nicht hinterher“ meint Christian von der britischen Karabiner-Edelschmiede DMM und beschreibt das, was wir seit Wochen hören: Aufträge sind da, aber es fehlt an Rohstoffen. Egal, ob EU oder Asien. „Das wird nächstes Jahr noch schlimmer“ prophezeit Guido, Sales Manager bei Climbing Technology. Die Italiener konnten in diesem Jahr noch vom Materiallager leben. 2022 wird alles leer sein. Jeder hofft auf Besserung. Alle stöhnen.

Das schlägt auf die Preise: einige Hersteller haben um bis zu 30 Prozent erhöht und weitere Steigerungen angekündigt. Wird 2022 ein grausames Kletter-Jahr? Geht es nach den Messeveranstaltern, dann schon: die Branchenmesse OutDoor in München wurde kurzerhand abgesagt. Die wichtigste Messe für Industriekletterer A+A in Düsseldorf kam stark geschrumpft daher. Kaum zu glauben, dass mit der Vertical Pro in Friedrichshafen eine neue Messe auftauchte. Auch das Messe-Geschäft erfährt einen Strukturwandel – es scheint, als ob spezialisierten Mini-Messen die Zukunft gehört.

Neues Messekonzept: die Vertical Pro setzt auf Kompetenz und Interaktion.

Wie Hersteller die Krise nutzen

Wie das so ist mit Krisen: man kann schreiend in den Wald laufen oder die Chance nutzen. Beides beobachten wir bei Kletter-Herstellern. Die meisten sind konzentriert auf Basics wie Rohstoffe beschaffen, Lieferkette aufrecht erhalten, Gesundheit der Mitarbeiter sichern. Trotzdem wurden einige richtig geschäftig. Edelrid etwa hat gefühlt seine komplette Professional-Palette neu aufgestellt. Camp hat sich ein Re-Design gegeben und viele neue Produkte entwickelt. Extrem gut organisiert und kommunikativ war unser Vorlieferant Rock Empire. Ebenso bei Teufelberger, dem Hersteller unseres Ultimate Pro Seils – wir konnten produzieren, als sei nie etwas gewesen.

Ungebrochen ist der Trend zur Fernost-Produktion. Näharbeiten in China und Vietnam, Karabiner aus Taiwan – selbst Traditionalisten lassen dort herstellen. Für uns ein zweischneidiges Schwert: da wir nachhaltig denken, bevorzugen wir kurze Transportwege und hohe EU Sozialstandards.  Andererseits gibt es auch Fernost-Vorbilder: die Vietnam Produktion von Edelrid etwa erfüllt traditionell hohe Standards, und unsere bei Deuter produzierte Biggie Bag trägt sogar das anspruchsvolle Fairwear Siegel.

Edelrid

Edelrid gibt im Pro Bereich mächtig Gas. Wir kommen mit dem Testen gar nicht hinterher (alle Produkte in unserem Sortiment testen wir vor Aufnahme): 2020 ging es los mit dem bei uns erstaunlich erfolgreichen Treerex Gurt – sehr geil, aber teuer. Dann kam der Vector , die sehr leicht laufende Hand Cruiser Handsteigklemme mit Extraloch, die neuen Cask Seileimer, die sehr beliebte Flask Gurttasche…

2022 geht das gerade so weiter. Gespannt waren wir auf den neuen Wurfleineneimer „Houston“. Idee ist ein Eimer, der beim Zusammenklappen die Wurfleine nicht knickt. Herausgekommen ist ein Doppelwürfel mit klappbarer und magnetisch fixierbarer Trennwand. Die beiden Fächer sind ständig offen und können leider nicht verbunden werden zu einer großen Fläche – man hat quasi ständig zwei Wurfeimer vor sich stehen mit verstärktem, biegsamen Rand für mehr Stabilität. Die Grundfläche jedes einzelnen Segments ist kleiner als bei unserem Falteimer, das Packmaß ist voluminös. Zum Zusammenfalten wird die Doppel-Trennwand auf die Leine geklappt. Der Houston passt in die Fronttasche des großen Cask Seileimers. Kommt im Fühjahr, kostet um 80 Euro.

Der Edelrid Houston ist ein voluminöser Doppel-Wurfleinen-Eimer mit ordentlich Packmaß (oben rechts). Die beliebten bleifreien Wurfbeutel werden komplett überarbeitet. Im Bild alt versus neu.

Die Edelrid Wurfbeutel kommen 2022 völlig überarbeitet: schlanker, neue Schnitte, Farben und Gewichte. Ganz in blau kommt der 280 Gramm „Apollo“ Beutel – eine sehr geschickte Grammatur! Außerdem kommt ein 340 Gramm Modell, wie alle mit jetzt feinerer bleifreier Stahlkugelfüllung und zweiter Haut für mehr Robustheit. Preise unter 20 Euro.

Die modulare Bruststeigklemme Chest Cruiser bekommt endlich eine überall passende Grundplatte und heißt dann Uni Cruiser. Werden wir testen, sobald verfügbar. Kostet um 55 Euro. Auch als Knee Cruiser Kniesteigklemme wird sie angeboten zusammen mit einer Fußschlaufe.

Der Spleiß ist heiß: Edelrid bringt ein neu gespleißtes Seilende am Woodpecker, extraschlank und biegsam. Im linken Bild neuer Spleiß versus konventioneller Spleiß.

Schnappatmung für BKS’ler: Edelrid bringt 2022 den ED SPLY – besonders schlank und biegsam gespleißte Seilaugen an Baumkletterseilen. Der neue Spleiß ist derart kompakt, dass man ihn durch das Petzl Zigzag stecken kann. Kommt vorerst am Woodpecker Seil und kostet ca. 40 Euro extra.

Petzl

Mit 1.000 Mitarbeitern und jährlich 7 Millionen verkauften Produkten gehört Petzl zu den ganz Großen der Branche. Mit neuen Produkten für 2022 hält man sich aber zurück. Interessant könnten die neuen Spin Seilrollen sein mit integriertem Wirbel und Kugellager. Die Rollen lassen sich auch nach Installation mit einem aufwändigen Mechanismus öffnen. Preise ab 85 Euro. Außerdem wurden ein paar Transportsäcke überarbeitet und es kommt ein neuer, robusterer Seilschoner ähnlich dem Protector von Edelrid.

Spin Seilrollen von Petzl: mit integriertem Wirbel, Kugellager und auch nach Montage zu öffnen. Interessant bei Flaschenzügen und Seilbahnen.

Climbing Technology

CT Produkte erfreuen sich bei unseren Kunden großer Beliebtheit. Immerhin produziert der Metall-Spezialist noch alle Karabiner und Hardware in Italien und ist unseres Wissens nach der einzige außer DMM, der zumindest einige wenige Karabiner heiß schmiedet (Vorteile des Heißschmiedens findest du hier).

Neue Mini-Ovalkarabiner von CT: verschiedene Farben und Verschlüsse.

Zwar nicht heiß geschmiedet, aber neu für 2022 kommt die Oval-Mini-Karabinerserie „OVX“ auf den Markt. Was DMM mit dem Perfect O vorgemacht hat, haben sich einige Hersteller abgeguckt: kleine, leicht zu bedienende Verschluss-Karabiner. Die neuen CT Minis beginnen bei 19 Euro und liegen in ähnlichem Preisbereich wie die DMM’s. Letztere sind allerdings organischer in der Formgebung und heiß geschmiedet.

Singing Rock

Ursprünglich auf Gurte spezialisiert, sind die Tschechen mittlerweile Vollsortimentler und haben zuletzt ordentlich am öffentlichen Image gefeilt. Die Neuigkeiten für Seilkletterer sind 2022 sparsam. Wir mussten genauer hinsehen: so gibt es mit der Lampfix eine neue Helmbefestigung für Taschenlampen. Der Geocacher kann also sein normale (nicht zu große) Taschenlampe einklicken und braucht keine separate Stirnlampe. Die Halterung wird in Gehörschutz-Schlitze (bei den meisten Helmen Standard, bei Kask mit Adapter) eingesteckt, ist dreh- und verschiebbar. Klasse: funktioniert auch bei montiertem Visier. Wird unter 20 Euro kosten.

Die neue Singing Rock Lampenbefestigung ist einstellbar. Auch interessant: superfette Bandschlingen mit Mini-Durchmesser.

Für schwierige Anschlagpunkte bietet Singing Rock eine neue Bandschlinge: superfett wie ihre Sling Lanyards, aber mit 14 mm superschlank. Eine interessante Idee! Erhältlich in den Standardlängen bis 150 cm. Preise noch unbekannt.

Camp

Wie Edelrid hat sich der italienische Hersteller Camp mächtig ins Zeug gelegt und die Marke komplett redesigned. Der neue 22er Professional Katalog hat rekordverdächtige 270 Seiten! Seit je her sucht man bei Camp neue Lösungen für bekannte Produkte, die uns allerdings in der Vergangenheit nicht immer überzeugten. Jetzt aber wird es ernst: den Gyro Wirbel fanden wir sowieso schon sexy, jetzt kommt er als Mini-Variante: der Gyro 1 vereint Dreh- und Neigungsachse auf wenigen Zentimetern, und das bei einer Bruchlast von 25 kN – auf dem Markt einzigartig.

Oben: Die Camp Turbofoot Evo Fußsteigklemme (links) kann auch als Seilrolle dienen. Mini Wirbel mit Maxi Wirkung: der neue Gyro 1.

Sehr sexy: der neue Enigma Drehwirbel mit 3 Achsen und großen Schäkeln. Beide Schäkel kann man öffnen.

Die Turbofoot Fußsteigklemme hatten wir in der Vergangenheit eher links liegen lassen, jetzt kommt ein Upgrade: per Einstellhebel kann man wählen, ob die Klemme fest am Seil fixiert oder auskickbar sein soll, wow. Mit den im neuen Gehäuse montierten Mini-Rollen kann man die Turbofoot Evo auch zur Seilrolle mit Rücklaufsperre umfunktionieren. Für diesen Zweck hat man ein Karabinerloch zum Aufhängen der Klemme spendiert.

„Big is beautiful“ ist die Devise des 2022er Enigma Drehwirbels. Die XL-Schäkel-Ösen haben einen Innendurchmesser von 36 mm und damit schon fast die Größe von Standard-Gurtösen an Industrieklettergurten. Mehr noch: jeder Schäkel ist abnehmbar. So kann man den Enigma direkt in den Gurt montieren und hat einen voluminösen Dreiachsen-Wirbel, etwa für Mehrseil-Spielereien. Preise liegen noch nicht fest.

Rock Empire

Unsere engagierte „Hausmarke“ mit eigener Näherei im tschechischen Elbsandsteingebirge wird nahezu alle Pro-Gurte 2022 jetzt auch mit Schnellschnallen anbieten. Unsere Standard-Karabiner bekommen ein sehr schönes Re-Design. Wir meinen: für Preise unter 15 Euro wird man kaum etwas besseres finden.

So sehen ab Sommer 2022 die neuen Standardkarabiner unserer Kletterpakete aus.

DMM

Die britische Metall-Edelschmiede ist schwer gezeichnet von Brexit, Lieferengpässen und Corona: wir warten teilweise über ein Jahr auf Lieferungen. Der neue Director Karabiner mit eingebautem Wirbel ist bei unseren Kunden sofort eingeschlagen. Kompakter kann man derzeit keinen Wirbel an das Abseilgerät montieren.

Schon zu haben: DMM Director Karabiner, hier mit Trilock Verschluss und großem Schäkel.

Ebenso schon zu haben ist der Micro Vault Gurtkarabiner – ein in Größe und Formgebung dem XSRE Captive Bar ähnlichen Karabiner für die feste Montage am Gurt. Der Micro Vault muss dafür allerdings verschraubt werden, und außer bei Teufelberger Baumpflegegurten muss man eine separate Montageplatte dazu kaufen – wohl nur für Daueranwender kein Hindernis.

Ansonsten begnügt sich DMM für 2022 mit Finetuning: für den beliebten Vault Materialkarabiner gibt es mehr Farben, ebenso für den Bestseller Perfect O.

 

Neue Kurstermine 2022 online

Neue Kurstermine 2022 online

Unsere neuen Kurstermine für das Frühjahr 2022 sind jetzt online! Wer früh bucht, bekommt einen Shopgutschein obendrauf.

Die geoclimbing Seilkletterkurse sind weltweit die beliebtesten Veranstaltungen dieser Art: seit 2009 haben wir knapp 3.000 Geocacher und sonstige Seilkletterer ausgebildet.

Jetzt sind die Frühjahrstermine 2022 online, guckst du auf unserer Kursseite. Wer bis zum Jahresende bucht und bezahlt, bekommt zusätzlich einen 20 Euro Einkaufsgutschein für den geoclimbing Shop. Der Gutschein kann auch direkt im Kurs-Shop eingelöst werden.

geoclimbing hat in den letzten 12 Jahren so ziemlich alle Top T5 Geocacher ausgebildet. Die Kurse gelten als „State of the art“ im Seilklettern – was auch  daran liegt, dass wir selbst aktive Kletterer und T5 Geocacher sind mit hunderttausenden Seilmetern. Deshalb sind die Kurse extrem praxisorientiert, gespickt mit zahlreichen Tricks und Kniffen.

geoclimbing Kurse sind ein sehr beliebtes Weihnachtspräsent, deshalb gibt es auch einen Kursgutschein zum Verschenken.

Tricksen was das Zeug hält

Tricksen was das Zeug hält

Kletterausrüstung unterliegt in der EU scharfen Normen. Das lockt Kopierer an, die ihr Zeug illegal ohne Prüfung zu Billigpreisen verkaufen, sogar über die bekanntesten Online-Marktpätze. Dabei werden die Täuschungen immer dreister. Wir sagen dir, worauf du achten musst.

„Guck mal, hab ich bei amazon gekauft“, erzählte uns kürzlich ein stolzer Kursteilnehmer und zeigte seinen nagelneuen Wildken Baumpflegegurt. Auf die Frage, was der gekostet hätte, kam eine noch stolzere Antwort: „Nur 49 Euro!“. Spätestens da gingen unseren PSA Prüfern alle Alarmglocken an.

Die (bei allen Kursen kostenlose) Überprüfung ging schnell – der Gurt war nicht verkehrsfähig und darf in der EU nicht verkauft werden. Mehr noch: der Hersteller täuschte eine nicht vorhandene EU Zertifizierung vor. Klettern in dem Gurt wäre ein Roulette-Spiel: könnte halten, muss aber nicht. Entsprechend lang wurde das Gesicht des Kunden.

Fake Produkte werden nach unserer Wahrnehmung ein immer gravierenderes Problem, denn die Kopien werden besser und Verkaufskanäle professioneller. Dabei bleibt stets das Hauptproblem: nicht geprüfte Produkte können versagen. Niemand hat sie auf Sicherheit überprüft. Bei Kletterunfällen ist das schnell tödlich. Wie aber erkenne ich Kopien?

Warum Wildken durchfällt

Das war nix: der vorgelegte Wildken Gurt ist trotz beeindruckender Optik nicht verkehrsfähig

 

Der vorgelegte Wildken Gurt ist für uns ein typisches Beispiel für raffinierte Fake-Produkte, denn er sieht auf den ersten Blick vertrauenserweckend aus. Der Kunde hätte ihn dennoch enttarnen können, denn mit etwas Recherche sind Fake Produkte gut zu erkennen. Die wichtigsten Tipps:

Website prüfen. Besuche immer die Website des Herstellers. Macht er Kletterprodukte, oder sind auch Eierkocher, Cheerleader-Equipment und Bestecke im Sortiment? Falls ja – nicht kaufen. Gehe auf das (in der EU verpflichetende) Impressum. Ist ein Hersteller samt Adresse angegeben? Falls nein – nicht kaufen. Handelt es sich um einen Hersteller mit EU Adresse/Vertrieb? Falls nein – vorsichtig sein

Verkaufsstelle prüfen.  Wo kaufst du den Gurt ein? Bei auf Kletterprodukte spezialisierten (Online-)Händlern aus Deutschland/EU ist die Gefahr für Fake-Produkte gering. Praktisch alle uns vorgelegten Fakes stammen dagegen von den bekanntesten Online Marketplaces wie amazon oder ebay.

Produktinfos prüfen: Ist der Produktname ungewöhnlich lang, damit ihn auch wirklich jede Suchmaschine findet? Handelt es sich beim Webseiten-Text um eine automatisierte Übersetzung mit eigenartigen Formulierungen? Ist zum Produkt eine CE Kennzeichnung angegeben mit vierstelliger Nummer? Wird eine EN Norm angegeben? Falls nein – nicht kaufen.

Preis: erscheint das Produkt außerordentlich preiswert gegenüber vergleichbaren Produkten anderer Hersteller? Falls ja – vorsichtig sein

Etikett am Produkt: jedes textile Kletterprodukt muss in der EU ein Etikett haben mit Angaben über Hersteller, Produktname, Seriennummer, CE Zeichen mit vierstelliger Nummer, EN Norm sowie einem kleinen Booklet-Symbol mit kleinem i. Oft findet man weitere Infos. Das Etikett liegt meist geschützt unter einem Gurtband oder in einer Falte/Tasche. Falls du so etwas nicht findest – Produkt nicht benutzen!

So sieht ein korrektes Etikett aus: Produktname, Seriennummer und einiges mehr

 

Im Falle des „WILDKEN Half Body Safety Climbing Harness Outdoor Rock Climbing Harness Half Body Harness Safe Seat Belt for Mountaineering Expanding Tree Arborist Climbing Rappelling Equip“ (so heißt das Produkt tatsächlich auf der Website) waren nahezu alle oben genannten Negativ-Bedingungen erfüllt. Der Gurt trug überhaupt kein Label. Zusätzlich wird der Kunde getäuscht. So wird auf der Website eine CE 2002 Nummer angegeben. Das CE Kennzeichen sagt aus, dass der Gurt nach gültigen EU Normen konform ist. Die Nummer dahinter gibt die konkrete EU-Prüfstelle an, ähnlich einem Autokennzeichen. Das Blöde: die Prüfstelle 2002 gibt es gar nicht. Auch fehlen Angaben über die EN Prüfnorm.

Ein Blick auf andere Wildken Produkte erhärtete unseren Fake-Verdacht. So werden auf Bruststeigklemmen willkürliche Prüfstellen angegeben für Aufzüge und Radio-Equipment. Das CE Zeichen ist falsch, verpflichtende Angaben nicht oder fasch vorhanden, usw.

Fazit

Unsere PSA Prüfer erhalten immer wieder Fake Produkte nach dem gleichen Strickmuster: in Asien hergestellt, unbekannte Marken, extrem niedrige Preise, Verkauf über Online-Marktplätze. Abgesehen davon, dass solche Produkte in der EU nicht verkauft werden dürfen, raten wir dringend von der Benutzung ab. Dein Leben hängt dran. Sicher kaufst du hingegen ein bei spezialisierten EU-Klettersport-Händlern.

Wir raten außerdem zum Kauf von bekannten Marken wie Edelrid, Petzl, CT, Camp, Teufelberger, DMM, Rock Empire, Singing Rock, Kong etc.

Du willst mehr wissen? Weiterführende Artikel zum Thema Ausrüstung findest du in unserem Wissensbereich

Alles leer: Corona macht Herstellern Probleme

Alles leer: Corona macht Herstellern Probleme

Als wären die leeren Gänge auf der letzten Outdoor Messe eine Vorahnung gewesen: Die Corona-Krise zeigt bei Kletter-Herstellern Bremsspuren. Aktuell kämpfen viele mit Lieferproblemen. Brexit, Lockdown – fast alle Produktionsabläufe sind durcheinander. Viele Lager sind leer, Lieferzeiten steigen. Mit einer Enstpannung ist erst im Herbst zu rechnen – dann aber werden die Preise massiv ansteigen.

Für die Hersteller von Kletterausrüstung spitzt sich die Lage zu: viele Artikel sind derzeit nicht lieferbar, eine Besserung scheint erst im Spätjahr in Sicht. Schuld daran ist die Corona-Krise. Während man sich 2020 noch aus vollen Lagern bedienen konnte, wurde für dieses Jahr wegen zahlreicher Lockdowns nur schleppend produziert, denn aus dem Homeoffice lässt sich kein Klettergurt nähen.

Betroffen sind nahezu alle Produktions-Bereiche. So berichten uns Hersteller von Schwierigkeiten, Rohstoffe zu besorgen – eigentlich könnten sie produzieren, es fehlen aber Fasern, Bänder, Aluminium, Schnallen. Deshalb werden manche Produkte auf unbestimmt verschoben. Je knapper der Rohstoff, desto höher die Preise: nahezu jeder Hersteller hat Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent für den Herbst angekündigt.

Spürbar wurde die Krise 2020 im Sportbereich wie Fels-/Hallenklettern, Alpinismus, Klettersteig, Canyoning, Speläologie etc. Wegen zahlreicher Reiseeinschränkungen und Schließungen war die Nachfrage eingebrochen, und viele Lager sind derzeit noch (über)voll. Das Professional-Segment (Industrieklettern, Baumpflege) kam 2020 dagegen gut über die Runden. Jetzt aber sieht das anders aus.

Double Trouble mit Brexit

So richtig hart trifft es derzeit britische Hersteller. DMM etwa war auf den Brexit gut vorbereitet, hatte rechtzeitig eine EU Niederlassung gegründet. Leider kommen dort Lieferungen nur tröpfchenweise an – der Rest sitzt im Zoll oder es fehlen die Rohstoffe für die Produktion. So wird die heiß ersehnte Director Serie (Karabiner mit integrierten Wirbeln) seit 2020 immer wieder verschoben.

Produktknappheit bis Herbst

Bis alle Lieferketten wieder funktionieren, dürfte es bis Herbst dauern. Bis dahin wird vielerorts improvisiert. Auf den ersten Blick scheinen EU-Produktionen im Vorteil, denn durch die kurzen Transportwege kann man schnell den Handel bedienen.

geoclimbing etwa bezieht viele Produkte direkt vom Hersteller. Wir achten sehr auf hohe Verfügbarkeit und Liefergeschwindigkeit und halten nichts von Online Shops mit aufgeblasenem Sortiment, wo kaum ein Produkt auf Lager und stattdessen „für dich bestellt werden“ kann. Bei uns ist standardmäßig jedes Produkt auf Lager und wir bekommen kurz getaktete Just-in-time-Lieferungen. Leider werden wohl auch bei uns Lücken entstehen.

Da freut uns der direkte Draht und viele freundschaftliche Kontakte zu den Herstellern. Kürzlich hat für uns einer sogar eine andere Lieferung gekürzt und stattdessen das knappe Gut lieber an uns geschickt. Nice! Geben wir gerne an die Kunden weiter…

Erhebliche Preissteigerungen

Wie in vielen anderen Lebensbereichen werden auch Kletter-Preise spätestens ab Herbst pulverisiert. Preissteigerungen von 10 Prozent werden keine Seltenheit sein – so wird unser beliebtes A-B Abseilgerät von derzeit offiziell 155 Euro auf 171 Euro steigen, einige Karabiner werden gar um über 30 Prozent erhöht. Rechtzeitig einkaufen lohnt sich also.