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Alles leer: Corona macht Herstellern Probleme

Mai 11, 2021 | News, Kurse und Events | 0 Kommentare

Als wären die leeren Gänge auf der letzten Outdoor Messe eine Vorahnung gewesen: Die Corona-Krise zeigt bei Kletter-Herstellern Bremsspuren. Aktuell kämpfen viele mit Lieferproblemen. Brexit, Lockdown – fast alle Produktionsabläufe sind durcheinander. Viele Lager sind leer, Lieferzeiten steigen. Mit einer Enstpannung ist erst im Herbst zu rechnen – dann aber werden die Preise massiv ansteigen.

Für die Hersteller von Kletterausrüstung spitzt sich die Lage zu: viele Artikel sind derzeit nicht lieferbar, eine Besserung scheint erst im Spätjahr in Sicht. Schuld daran ist die Corona-Krise. Während man sich 2020 noch aus vollen Lagern bedienen konnte, wurde für dieses Jahr wegen zahlreicher Lockdowns nur schleppend produziert, denn aus dem Homeoffice lässt sich kein Klettergurt nähen.

Betroffen sind nahezu alle Produktions-Bereiche. So berichten uns Hersteller von Schwierigkeiten, Rohstoffe zu besorgen – eigentlich könnten sie produzieren, es fehlen aber Fasern, Bänder, Aluminium, Schnallen. Deshalb werden manche Produkte auf unbestimmt verschoben. Je knapper der Rohstoff, desto höher die Preise: nahezu jeder Hersteller hat Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent für den Herbst angekündigt.

Spürbar wurde die Krise 2020 im Sportbereich wie Fels-/Hallenklettern, Alpinismus, Klettersteig, Canyoning, Speläologie etc. Wegen zahlreicher Reiseeinschränkungen und Schließungen war die Nachfrage eingebrochen, und viele Lager sind derzeit noch (über)voll. Das Professional-Segment (Industrieklettern, Baumpflege) kam 2020 dagegen gut über die Runden. Jetzt aber sieht das anders aus.

Double Trouble mit Brexit

So richtig hart trifft es derzeit britische Hersteller. DMM etwa war auf den Brexit gut vorbereitet, hatte rechtzeitig eine EU Niederlassung gegründet. Leider kommen dort Lieferungen nur tröpfchenweise an – der Rest sitzt im Zoll oder es fehlen die Rohstoffe für die Produktion. So wird die heiß ersehnte Director Serie (Karabiner mit integrierten Wirbeln) seit 2020 immer wieder verschoben.

Produktknappheit bis Herbst

Bis alle Lieferketten wieder funktionieren, dürfte es bis Herbst dauern. Bis dahin wird vielerorts improvisiert. Auf den ersten Blick scheinen EU-Produktionen im Vorteil, denn durch die kurzen Transportwege kann man schnell den Handel bedienen.

geoclimbing etwa bezieht viele Produkte direkt vom Hersteller. Wir achten sehr auf hohe Verfügbarkeit und Liefergeschwindigkeit und halten nichts von Online Shops mit aufgeblasenem Sortiment, wo kaum ein Produkt auf Lager und stattdessen “für dich bestellt werden” kann. Bei uns ist standardmäßig jedes Produkt auf Lager und wir bekommen kurz getaktete Just-in-time-Lieferungen. Leider werden wohl auch bei uns Lücken entstehen.

Da freut uns der direkte Draht und viele freundschaftliche Kontakte zu den Herstellern. Kürzlich hat für uns einer sogar eine andere Lieferung gekürzt und stattdessen das knappe Gut lieber an uns geschickt. Nice! Geben wir gerne an die Kunden weiter…

Erhebliche Preissteigerungen

Wie in vielen anderen Lebensbereichen werden auch Kletter-Preise spätestens ab Herbst pulverisiert. Preissteigerungen von 10 Prozent werden keine Seltenheit sein – so wird unser beliebtes A-B Abseilgerät von derzeit offiziell 155 Euro auf 171 Euro steigen, einige Karabiner werden gar um über 30 Prozent erhöht. Rechtzeitig einkaufen lohnt sich also.

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