Neue Kurse, neue Standorte: geoclimbing wächst

Neue Kurse, neue Standorte: geoclimbing wächst

geoclimbing Kurse machen Spaß

geoclimbing wächst: neben neuen Kursen haben wir auch neue Standorte für 2025 hinzu gewonnen. Seit wenigen Tagen können die 2025er Kurse gebucht werden an den Standorten Nord, Süd, West und LP, und wer jetzt bucht, bekommt einen Frühbucher-Gutschein obendrauf. 

2024 war ein besonderes geoclimbing Jahr: mit dem Standort Nord haben wir unsere erste Filiale eröffnet. Während sich dort die Seilkletterkurse gut etablieren, legen wir im nächsten Jahr mit dem Standort West nach: ab sofort können Kurse im Saarland gebucht werden – interessant für Teilnehmer aus Saarland, NRW, Rheinland Pfalz, Benelux und Frankreich.

Außerdem hat sich unser exklusiver Lost Place Standort in Nordhessen etabliert – die speziellen LP Kurse sind sehr gefragt! Eindrücke findest du auf der Lost Place Kursseite.

Die Idee unserer Standorte liegt vor allem in der besseren Erreichbarkeit: Geocacher sowie alle Seilkletter-Interessierten müssen nicht mehr wie früher an den Standort Süd reisen und sparen sich teilweise hunderte Kilometer. geoclimbing Kursteilnehmer kommen aus ganz Mitteleuropa! Jeder Standort ist sorgfältig ausgesucht. Das gilt insbesondere für das Trainingspersonal: Standort-Trainer wurden bei geoclimbing ausgebildet und sind erfahrene Seilkletterer und T5 Geocacher.

Mehr über die geoclimbing Standorte erfährst du auf der komplett neu gestalteten Standort Seite.

Wir suchen übrigens weitere Trainer für einen Standort Ost, etwa in Sachsen, sowie weitere Lostplace Trainer für den Standort in Nordhessen. Wenn du Lust hast: die nächste Trainerausbildung ist im Juli 2025!

Die Neuigkeiten in Kurzform:

  • 2025 trainieren wir an vier Standorten. Noch nie war es so leicht, einen geoclimbing Kurs zu belegen!
  • Neu hinzugekommen ist unser Standort West im Saarland sowie Lostplace Standort bei Kassel
  • am Standort Nord sind ab sofort Privatkurse möglich
  • am neuen Lostplace Standort finden krasse LP Kurse statt
  • selbstverständlich gibt es wieder eine Frühbucheraktion

Reingucken lohnt sich: https://www.geoclimbing.de/kurse/

Exklusiv: besuche die Edelrid Produktion

Exklusiv: besuche die Edelrid Produktion

Edelrid Produktion. Seilmaschine

Am 31. Oktober 2024 haben geoclimbing Kunden eine einmalige Gelegenheit: Edelrid öffnet die Pforten und ermöglicht einen Einblick in Firmensitz, Seilproduktion, Testing und mehr. Zugelassen sind maximal 15 Personen. Anmeldung hier im Blog.

Edelrid ist eine der wenigen Outdoor Firmen mit Herstellung in Deutschland. Im Werk in Isny/Allgäu werden seit Jahrzehnten Seile gefertigt. Du willst das live sehen? Am 31. Oktober hast du die exklusive Möglichkeit: mit maximal 15 Personen besuchen wir das Werk in Isny. Die Besichtigung beginnt am Vormittag und dauert etwa 3 – 4 Stunden. Die Teilnahme ist kostenlos – allerdings solltest du bei erwartet hoher Nachfrage nicht lange überlegen.

Diese Voraussetzungen gelten:

  • maximal 2 Personen
  • jede Person muss Kunde von geoclimbing sein: Kursteilnehmer oder Kunde im Online Shop
  • Mindestalter 18 Jahre
  • die Anmeldung ist verbindlich: keine Vorab-Reservierungen
  • die Teilnahme ist kostenlos
  • wir bearbeiten nach Reihenfolge der Anmeldungen („first com first serve“ Prinzip)
  • nach Überprüfung bekommst du binnen 48 Stunden eine Bestätigung
  • rechtzeitig vor dem Event kommen weitere Infos zu Treffpunkt, Uhrzeit etc.

Was dich erwartet: du wirst den modernen Firmensitz kennenlernen, die Seilproduktion besuchen, Infos zu Produkten bekommen, Testeinrichtungen erleben, dich mit dem Edelrid Team direkt austauschen, Hintergrundinfos sammeln und schlichtweg einen unvergesslichen Tag erleben! Der Firmenbesuch ist eine exklusive geoclimbing Veranstaltung für unsere Kunden in Kooperation mit Edelrid.

Wir freuen uns auf den spannenden Tag mit dir!

Bitte gib im Nachrichtenfeld die Namen aller teilnehmenden Personen an!

 

Vergleichstest: welches Gerät läuft am besten?

Vergleichstest: welches Gerät läuft am besten?

Für den Aufstieg am Seil gibt es zahlreiche Techniken. Am meisten verbreitet ist noch immer der Geräteaufstieg: zusammen mit Handsteigklemme, Seilumlenkung und Abseilgerät geht es hoch. Für viele Kletterer ist aber das Seilanziehen mühsam. Woran liegt das?  Würde es mit einem anderen Gerät fluffiger gehen? Ein Vergleichstest.

Dieser Blogbeitrag wird ständig (mit neuen Geräten) aktualisiert. Stand: Juni 2024

Manche Seilkletterer tun sich beim Geräteaufstieg enorm schwer: sie zerren mit allen Kräften am umgelenkten Seil, trotzdem geht wenig voran. Der Aufstieg wird zur Tortur. Zwar gibt es dafür viele Gründe (siehe weiter unten), viele fragen sich aber: Würde es mit einem anderen Gerät leichter gehen?

Tatsächlich stellen auf unseren Kursen die Teilnehmer immer wieder Unterschiede fest, können sie doch Dutzende Geräte direkt vergleichen. Welche Geräte laufen beim Aufstieg also besonders gut?

Für unseren Test haben wir die beliebtesten Geräte gleich dreifach ausprobiert:

  • zunächst wollten wir wissen, welches Gerät den besten Wirkungsgrad hat. Dazu wurden die Geräte ohne Seilumlenkung getestet
  • dann testeten wir alle Geräte mit klassischer Umlenkung an der Handsteigklemme per Karabiner
  • schließlich testeten wir, was Umlenk-/Seilrollen bringen
  • getestet wurde in allen Fällen mit einem Zugkraft-Meßgerät. Jeder Versuch wurde 5 mal durchgeführt und der Mittelwert errechnet

Eine Auswahl der Testkandidaten.

Wie viel Gummi kommt auf die Straße?

Für jedes Gerät wurden mindestens 15 Wirkungsgrad-Werte ermittelt. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der aufgewendeten Kraft ich beim Aufstieg tatsächlich nutzen kann, also in „Hub“ umgesetzt werden kann. Den Rest schluckt das Gerät. Einen Wirkungsgrad von 100 Prozent hätte ein Gerät ohne jede Reibung – ein rein theoretischer Wert, den selbst superleicht laufende Kugellagerrollen mit ca. 93 Prozent nicht erreichen.

Je höher der Wirkungsgrad, desto leichter läuft das Gerät aufwärts und desto weniger Mühe hat der Kletterer beim Aufstieg. Der Wirkungsgrad ist nicht nur von der Seilreibung im Gerät abhängig. Auch die Seilart, Seilzustand und -durchmesser haben einen hohen Einfluss. Sogar die Seilfeuchte spielt eine Rolle.

Wir haben daher den Test unter gleichen Bedingungen durchgeführt: gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit, gleiches Seil (10,5 mm Ultimate Pro), gleiches Gewicht, gleiche Zuggeschwindigkeit, Befestigung und Seillänge.

Wirkungsgrad von Geräten beim Seilaufstieg (Stand 2024)

Wirkungsgrad von Sicherungsgeräten Stand Sommer 2024

Getestet mit Zugkraft-Meßgerät, geoclimbing Ultimate pro Seil 10,5 mm, 22 °C, 55 % r.F. Mittelwert aus 5 Zugversuchen, 0,3 m/s. Rolle: Petzl Rollclip. Megawatt ohne Testwert für Karabiner-Umlenkung.

Ergebnisse

Die Ergebnisse decken sich mit unseren Praxiserfahrungen:

  • Überflieger: das Petzl Neox mit seinem neuartigen Rollen-Bremsnocken schlägt alle anderen Geräte um Längen und liegt mit sagenhaften 78 % Wirkungsgrad mindestens 15 % über dem Restfeld. Beim Aufstieg allerdings „klackert“ die Rollen-Rücklaufsperre, woran man sich gewöhnen muss
  • Gut drauf: mit 63 % und 62 % sind Edelrid Pinch und Eddy auf den nächsten Plätzen
  • von den großen Geräten schneiden vor allem Edelrid Megawatt und ISC A-B gut ab
  • am meisten Kraft aufwenden muss man bei Kong Pirata, Petzl Stop und Camp Druid pro. Erstere haben zwei übereinander angeordnete Bremsnocken, das Druid pro hat eine sehr enge Seilführung. Beides führt zu Reibungsverlusten
  • Unterschiede spürbar: obwohl die meisten Geräte (außer Petzl Neox) kaum mehr als 10 Prozent auseinander liegen, ist das in der Kletterpraxis deutlich spürbar. Wer sowieso schon kämpft beim Aufstieg, sollte ein Gerät mit hohem Wirkungsgrad wählen
  • eine Rolle ist der Turbo: wer schon ein Gerät besitzt und dieses pimpen möchte – die mit Abstand größte Verbesserung bringt der Einsatz einer Rolle an der Handsteigklemme. Mit einem Schlag erreicht man fast 20 Prozent mehr Wirkungsgrad gegenüber einem Umlenkkarabiner! Im Test hatten wir diverse Rollen ausprobiert. Die Tabelle zeigt die Werte mit dem beliebten Rollclip
  • Wer das Letzte aus seinem Gerät beim Aufstieg rausholen möchte, sollte Kugellager-Rollen wie die Tethys pro einsetzen: damit konnte der Wirkunsgrad gegenüber dem Rollclip nochmals um bis zu 5 % verbessert werden
  • dünnere Seile bringen weniger als gedacht: wir sind probeweise vom 10,5er auf ein 9,5er Testseil umgestiegen. Die Verbesserungen lagen unter 2 %. Wer allerdings gleich um 2 Millimeter dünner wird, etwa mit einem Grigri von 11 auf 9 mm umsteigt, der wird das definitiv merken. Auf Kompatibilität achten – nur wenige Geräte eignen sich für Seile unter 10 mm!

Im Test brachte der Einsatz einer Rolle erhebliche Verbesserngen. Da die Seilführung im Eddy (oben) anders verläuft und der Nocken kleiner ist, ist der Wirkungsgrad gegenüber dem ID mit großem Nocken spürbare 6 Prozent besser

Praxistipps

Dieser Test beleuchtet den Geräteeinfluss beim Aufstieg. In der Praxis gibt es jede Menge weitere Faktoren wie Seilart, Seildurchmesser, Wetter, Aufstiegstechnik, Verschmutzung, Abnutzung und Alter des Seils u.v.m.

  • Den besten Aufstieg hast du mit einem neuen Seil mit hohen Gleiteigenschaften wie Ultimate Pro, einem Seildurchmesser nicht über 10,5 mm und trockenem Wetter
  • Technik: viele stehen beim Geräteaufstieg zuerst in die Fußschlaufe und ziehen dann das Seil durch die Umlenkung. So bildet sich eine Hohlschlaufe am Seil, das Nachziehen nervt. Besser: früher anziehen, schon beim Belasten der Fußschlinge, sowie die Hüfte mehr nach oben drücken
  • Rolle einsetzen: bringt richtig was. Dabei sind größere Rollen leicht im Vorteil
  • integrierte Rollen sind praktisch: Kombirollen wie Petzl Rollclip, Edelrid Axiom oder die eingebaute Rolle in der Quick Roll Handsteigklemme sind besser zu bedienen und gehen weniger/gar nicht verloren. Einzelrollen als Seilumlenkung (an separatem Karabiner montiert) fallen gerne runter
  • ans Abseilen denken: Geräte mit großen Bremsnocken wie Petzl ID haben zwangsweise mehr Reibung, sind abwärts aber oft gut zu dosieren. Das abwärts am besten dosierbare Abseilgerät ist nach unserer Erfahrung das ISC A-B
  • stehen Teile heraus? Bei Geräten wie Petzl ID, Petzl Rig, ISC A-B bewegen sich die Abseilhebel beim Aufstieg. Das ist zwar nicht gefährlich, kann aber stören. Hier sind kompakte Geräte im Vorteil wie die Grigris, Sparrow, Eddy und Megawatt, auch das Druid
  • Ordnung bringt viel: Handsteigklemme, Maillons, Fußschlinge und Umlenkung sollten möglichst wenig aneinander reiben. Richtige Sortierung am Boden und schlanke Setups mit wenig Ösen bringen etwas!

Immer schön ordentlich: wer schon am Boden sauber aufbaut, hat weniger Mühe beim Aufstieg

Fazit

Der Vergleichstest Geräteaufstieg hat gezeigt: beim Seilaufstieg schlucken fast alle Geräte mindestens 40 Prozent Reibungsenergie. Mit Seilumlenkung liegt der Verlust bei über 50 %.

Den mit Abstand besten Wirkungsgrad im Test hat das Petzl Neox mit seinem Rollen-Bremsnocken. Bevor sich aber alle drauf stürzen: das Neox hat auch Nachteile, etwa Durchrutschen bei geringer Last, Klackern der Rollen-Rücklaufsperre beim Aufstieg oder fehlende Paniksicherung. Wir empfehlen es eher für erfahrene Anwender.

Gute Wirkungsgrade haben die beiden Edelrid Geräte Eddy (baugleich mit Bornack Lory) und Pinch, gefolgt von Edelrid Megawatt sowie das ISC A-B. Auch die Petzl Grigris sind gut. Wer grundsätzlich große Mühe hat beim Aufstieg, kann mit diesen Geräten auf jeden Fall eine Verbesserung erzielen.

Die beste Erleichterung ohne Geräte-Neukauf bringt der Einsatz einer Umlenkrolle. Hier sind fast 20 Prozent Effizienzsteigerung drin.

Wer trotz allem Probleme hat beim Aufstieg, darf mit anderen Techniken liebäugeln. So ist der Bruststeigklemmen-Aufstieg deutlich effizienter. Diese Technik inklusive Zwischensicherung und Umbau ins Abseilgerät lernst schon du auf dem Grundkurs.

 

geoclimbing eröffnet Standort Nord

geoclimbing eröffnet Standort Nord

geoclimbing Standort Barkhausen

Das war längst überfällig: geoclimbing läutet eine neue Ära ein und eröffnet mit dem Standort Nord die erste „Filiale“. Erstmalig finden Seilkletterkurse auch woanders statt, wodurch Anfahrten deutlich kürzer werden. Der Standort Barkhausen liegt ideal zwischen Bremen, Hamburg, Hannover und dem Ruhrgebiet. Los geht es schon im Mai.

„Ich würde ja gerne zu euch kommen, aber ihr seid so weit weg!“ teilte man uns in der Vergangenheit oft mit. Kunden hatten viel von uns gehört und Bock auf einenn Seilkletterkurs, scheuten aber die Anfahrt. Vor zwei Jahren starteten wir deshalb das Projekt Trainerausbildung – die Teilnehmer durchliefen ein einwöchiges Seminar plus Praxiseinsätze. Neben der Trainerverstärkung an unserem Headquarter zeigt sich das jetzt auch draußen: in Barkhausen bei Osnabrück haben wir den Standort Nord eröffnet. Ab sofort können Kunden aus Norddeutschland für ihren geoclimbing Kurs viele Kilometer sparen.

Barkhausen liegt im Dreieck zwischen Bremen, Hannover und Ruhrgebiet. Die Trainings finden auf dem Gelände des erlebnispädagogischen Zentrums statt, eine hochmoderne Parkanlage inmitten ländlicher Idylle.

geoclimbing Standort Nord hat ein großes Parkgelände

Weitläufiges, modernes Gelände: das erlebnispädagogische Zentrum Barkhausen bietet eine ganze Menge

Wir sind froh, diesen Partner gefunden zu haben, denn für Seilkletterer lässt sich hier vieles realisieren – von klassischem Baumklettern über Betonkanten, Geländer/Brücken bis hin zu LP Situationen per Abseilen an und in Gebäuden.

Am Standort Nord starten wir mit Grundkursen – unser beliebtestes Format, das in 15 Jahren schon über 2.500 Teilnehmer durchlaufen haben. Geocacher, Waldbesitzer, Tierretter, Wissenschaftler lernen das Seilklettern von der Pike auf. Erstmalig ist es auch möglich, den Grundkurs nur eintägig zu buchen – für alle, die hineinschnuppern wollen oder Geocacher, denen einfache T5 Klettercaches genügen. Das gibt es nur am Standort Nord!

Kurse können ab sofort gebucht werden und beginnen im Mai – Termine und Infos findest du hier.

T5 Event zum Kennenlernen

Der Standort wird betreut von unseren Trainern Meik und Volker. Beide haben unsere Trainerausbildung absolviert inklusive Praxiseinsätzen, sind erfahrene und in der Region bekannte Geocacher. Mehr über die beiden erfährst du hier.

geoclimbing Trainer Meik und Volker

Meik (hinten) und Volker sind zertifizierte geoclimbing Trainer und betreuen den Standort Nord

Oder du lernst sie einfach persönlich kennen: am 21.April machen die beiden am Standort Nord ein Geocaching T5 Event. Neben dem Kletterteil (für alle, die schon klettern können) gibt es natürlich auch ein Bodenlogbuch für alle Newbies. Das Café des Zentrums ist geöffnet, du lernst Gleichgesinnte und die Location kennen und die Jungs beantworten gerne deine Fragen.

Gleiche Standards und Ausrüstung

geoclimbing Grundkurse haben überall die gleichen Standards. Inhalte und Ablauf sind identisch, egal wo du den Kurs buchst. Selbstverständlich wird die Kletterausrüstung gestellt, und Kursteilnehmer benötigen keine weiteren Vorkenntnisse. Extrem beliebt ist der Grundkurs bei Geocachern – hier sind wir weltweiter Marktführer, nicht zuletzt, weil wir selbst sehr aktive Cacher sind mit zigtausend founds. Als Geocacher bist zu bei uns voll in der Homezone.

geoclimbing wurde 2009 gegründet. Was als seilkletternde Cacher-Community begann, ist in 15 Jahren ordentlich gewachsen: wir entwickeln eigene Produkte, haben einen beliebten Online Shop, bedienen Kunden aus allen Bereichen des Seilkletterns, beraten Firmen, Behörden und Vereine. Da wir allesamt selbst klettern, schätzen unsere Kunden den hohen Praxisbezug.

Geocaching Trends 2023: Pandemie-Effekt vorbei

Geocaching Trends 2023: Pandemie-Effekt vorbei

Geocche "Ur-Petling" GC9D9C0

Foto: Ur-Petling GC9D9C0

Seit Jahren sammelt geoclimbing Marktdaten. Geocaching steckt in unseren Genen, Mitarbeiter haben zigtausend Founds, hunderte Geocacher besuchen jährlich geoclimbing Kurse und geben Feedback. Wie sehen die Geocaching Trends 2023 aus? Bleibt der Boom der Corona-Jahre? Welchen Herausforderungen das Hobby konfrontiert ist, zeigen aktuelle Zahlen.

Es ist schon ein Kreuz mit dem Geocaching. Seit Anbeginn vor 24 Jahren wird gejammert – zu kommerziell, zu doofe Dosen oder dusselige Reviewer, und überhaupt ist alles nicht mehr so wie früher. Tatsächlich aber ist das Hobby stetig gewachsen auf aktuell 3,3 Millionen Geocaches weltweit – so viel wie noch nie. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn die Dosensuche befriedigt Grundmuster der Persönlichkeit – etwa Neugierde – und archaische Jagdstrukturen.

Ist derzeit also alles eitel Sonnenschein? Mitnichten, denn aktuelle Zahlen zeigen neue Herausforderungen. Mit der Massen-Entwicklung wird Geocaching immer mehr mit Qualitätsthemen und Regularien konfrontiert. Die Speerspitze weltweit bildet Deutschland: in keinem Flächenland gibt es eine derartige Cachedichte (1,2 Geocaches/qkm, USA 0,1 Caches/qkm, weltweit ca. 0,006 Caches/qkm). Nirgendwo sind die Caching-Aktivitäten höher. Daraus verstärken sich Trends, die wir bereits letztes Jahr beobachtet haben:

  • Qualität statt Quantität: bei derartigen Cachedichten ist der Wunsch nach hochwertigen Cachingerlebnissen enorm, entsprechende Caches sind stark nachgefragt
  • Die Dosendichte in Deutschland und manchen Ländern Europas ist derart hoch, dass dem Hobby „natürliche“ Grenzen erwachsen
  • langjähriger Geocacher sterben aus: Spezialisten (z.B. LP-/T5-/Earthcacher) werden weniger, und auch Geocacher der ersten Stunde haben dem Hobby den Rücken gekehrt

Verschärfung hält weiter an

Diese Entwicklung hat sich im letzten Jahr nach unserer Erfahrung abermals verstärkt. Am auffälligsten ist der weitere Rückgang aktiver Geocacher*, nicht nur in Deutschland – es sieht so aus, als ob die Pandemie ihre Kinder nicht halten konnte.

Anzahl der aktiven Geocacher und Geocaches in Deutschland 2023

Pandemie Boom vorbei: im letzten Jahr sank die Anzahl deutscher Geocacher auf ähnliches Niveau wie 2016

Laut Groundspeak werden nirgendwo mehr Founds verzeichnet als in Deutschland, die deutschen Geocacher sind die aktivsten weltweit. Trotzdem nahm deren Anzahl im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent ab. Seit dem Höhepunkt der Pandemie in 2021 haben über 90.000 deutsche Geocacher das Hobby verlassen. Das ist ein Minus von 24 Prozent.

Unklar ist, ob der Rückgang auf die Pandemie-Newbies oder auch Altgediente zurückzuführen ist. Wir gehen derzeit von einem Mix aus – das Hobby hat wie jedes Spiel einen Zyklus. Wer zu oft spielt, gewöhnt sich und ist irgendwann gelangweilt. Ohne neue Reize verliert man das Interesse. Deshalb werden einige „Alte“ zum Rückgang beigetragen haben, was sich mit unseren subjektiven Feld-Erfahrungen deckt.

Andererseits ist in Deutschland die Anzahl der Geocaching-Dosen auf ein neues Allzeit-Hoch gestiegen auf knapp 430.000 Geocaches. Weniger Geocacher haben also eine größere Auswahl. Die aber ist endlich, weil schlicht kaum noch Platz ist.

Aktive Geocacher und Geocaches weltweit im Jahr 2023

Weltweit nimmt die Anzahl der Geocacher seit 2020 ab, die Anzahl der Dosen allerdings weiter zu

Traditionell ist die weltweite Geocaching Entwicklung eng gekoppelt an USA und Deutschland. Diese beiden Länder stellen nahezu die Hälfte aller Geocacher. Auch weltweit nahm im letzten Jahr die Anzahl aktiver Geocacher ab und rutschte sogar unter das Niveau von 2016. Gegenüber dem 2020er Allzeit-Hoch waren im letzten Jahr weltweit 17 Prozent weniger Cacher auf Dosensuche.

Von den knapp 1,8 Millionen weltweiten Geocachern versteckten im letzten Jahr knapp 67.000 mindestens eine Dose, davon 21.000 ihre allererste. Nur 3,7 Prozent aller Geocacher sind also auch aktive Cacheowner. Durchschnittlich findet derzeit jeder Geocacher 47 Dosen pro Jahr.

Anzahl T5 Geocaches im Jahr 2023

T5 Geocaches sind seit Jahren beliebt und nehmen mancherorts sogar zu. 

T5 Geocaching weiter beliebt – Quantität schlägt Qualität

Die Königsklasse des Geocachings mit der höchsten Terrainwertung ist seit Jahren beliebt. Während in Deutschland die Anzahl der T5 Caches seit Anbeginn unserer Erhebung dauerhaft zwischen 12.000 und 13.000 liegt (letztes Jahr waren knapp 3 Prozent aller deutschen Dosen T5er), entdecken die USA seit Pandemiebeginn den T5 Bereich, und auch weltweit hat die Anzahl der T5 Dosen im letzten Jahr um 4 Prozent zugelegt auf 74.000.

Etwa 10 Prozent aller deutschen Geocacher beschäftigen sich mit dem T5 Bereich, und nach den Zahlen scheint es, als ob diese Community klein aber fein ist, denn in der Flut der 08/15 Dosen ist das Bedürfnis nach hochwertigen Cache-Erlebnissen so stark wie.

Mainstream-geleckte Belanglosigkeit

Da geoclimbing die Szene seit 15 Jahren prägt, verfügen wir über umfangreiches T5 Datenmaterial, das uns ein differenzierteres Bild zeigt: demnach ist T5 Geocaching nicht mehr so hardcore wie früher und die Player weniger freakig. Freundlich ausgedrückt könnte man den derzeitigen T5 Trend „back to the roots“ nennen. Echte T5 Cacher der ersten Stunde sind unverblümter und beklagen die „mainstream-geleckte Belanglosigkeit“. T5 Geocaching würde immer softer.

Tatsächlich stellen wir eine schleichende Veränderung der T5 Dosen fest: sie werden seit Jahren leichter erreichbar. Baumklettercaches sind weniger hoch und kompliziert; die Anzahl der neuen durchgeknallten T5 Dosen an exotischen Orten, die nur mit viel Besteck erreicht werden können, nimmt kontinuierlich ab. Das Gesamtniveau der T5 Dosen gleicht sich wieder den Anfängen Ende der 2000er Jahre an: Rauf-Runter bei einem Klettercache ist Abenteuer genug.

Allerdings: T5 Kletter-Newbies sind genauso euphorisiert und leidenschaftlich wie vor 15 Jahren – wir erleben das täglich auf unseren Kursen. Die Leute haben richtig Bock auf mehr Erlebnis. Nur das Hobby, die Gesellschaft und Technik haben sich verändert, und das führt zu neuartigen T5 Trends:

  • Vielseitigkeitscacher dominieren: der Zugang zu Geocaching ist so leicht wie nie zuvor. Entsprechend situativ agieren Geocacher und bevorzugen lieber die Caching-Vielfalt anstatt zu extreme (und aufwändige) Erlebnisse
  • T5 Cacher sind weniger sportlich: Koordination und Bewegungsintelligenz nehmen ab, auch die Kondition. So benötigen wir für den gleichen Seilkletter-Kurs heute 10 Prozent länger als noch vor 10 Jahren. Den Trend zur geringeren Sportivität stellen auch andere Gesellschaftsbereiche fest
  • weniger Selbstvertrauen: Geocacher sind weniger mutig, trauen sich weniger zu und sind insgesamt vorsichtiger
  • Mitnahmeeffekte: T5 ist derart beliebt, dass es an den Rändern degeneriert. So gibt es viele Schnelle-Dose-Mitnahmeeffekte, bei denen wir uns manchmal fragen, was das soll. Unsere Mitarbeiter haben schon T5 Kletterevents besucht, bei denen nur einer (nämlich unser Mitarbeiter) kletterte. Bei einem T5 Paddelevent waren wir unter 30 Teilnehmern die einzigen Paddler – der Rest hatte nicht einmal ein Boot dabei. Und bei einem dritten T5 Event wurde die Teleskopleiter zum Logbuch kritisiert („Da soll ich hoch?“)
  • Reviewing Prozess: die Genehmigung neuer T5 Caches ist nach wie vor Haupthindernis und großes Gesprächsthema auf unseren Kursen. Geocacher sind frustriert vom Aufwand und dem Umstand, dass an T5 Caches manchmal besondere Anforderungen gestellt werden. Rechtlich gesehen sind diese Dosen nicht anders, und wir weisen diesbezüglich immer wieder auf die Publikationen der juristischen Fakultät der Uni Braunschweig hin, siehe unser Natur und Recht Bereich

 

T5 Paddelevent: 30 Teilnehmer, aber nur ein Boot

T5 Paddelvent: 30 Teilnehmer und nur ein Boot

Mehr Ausweichbewegung: belanglose Events, Adventure Labs

Der schwierige Reviewing Prozess führt nach unseren Beobachtungen zu immer mehr Ausweichbewegungen: so steigt die Anzahl belangloser, aber einfach zu publizierender Events stetig an. Events haben schon lange nicht mehr den Stellenwert von früher: Themen und Länge sind bedeutungslos, Teilnehmer melden sich immer seltener an.

Adventure Lab Caches erfreuen sich insbesondere im übersättigten Geocaching-Deutschland ebenfalls hoher Beliebtheit. Nirgendwo sonst wurden im letzten Jahr mehr der derzeit weltweiten 67.000 Adventure Labs veröffentlicht.

Da Adventure Lab Geocaches keinen Reviewing Prozess benötigen, keine physische Dose existiert und keine Abstandsregel (mehr in diesem Artikel), passt diese Cacheart perfekt in hochverdichtete, regulierte Gebiete wie Deutschland. Zwar machen diese Dosen derzeit nur 2 Prozent aller weltweiten Geocaches aus, sie sind aber das am stärksten wachsende Segment: In den letzten drei Jahren haben Lab Caches weltweit um 200 Prozent zugenommen.

Verlangen nach Highlights groß

Insgesamt stellen wir in den Geocaching Trends 2023 fest, dass das Verlangen nach Geocaching Highlights nach wie vor enorm hoch ist. Nicht umsonst sind die Wartelisten vieler Top-Favpoint-Caches ellenlang und herausragende T5 Dosen seit Jahren beliebt.

Am anderen Ende steht die schnelle, belanglose Dosensuche, die wegen der hohen Cachedichte und geringer App-Einstiegshürde noch nie so leicht war, und genau in diesem Spagat bewegt sich derzeit das Hobby.

Insgesamt nimmt das individuelle Engagement für Geocaching ab. So gibt es kaum noch die – früher weit verbreiteten – freakigen, mit GC-Devotionalien wie Shirt, Badge, TB und Cap ausgestatteten Dosensucher. Trackables haben stark an Beliebtheit eingebüßt – das geht soweit, dass wir auf Kursen selbst mehrjährige Geocachern TB’s erklären müssen. Ebenso glaubten schon Teilnehmer, Geocaches würden von Groundspeak gelegt – Zeichen einer weniger intensiven Beschäftigung mit dem Thema.

Herausforderung für die Zukunft wird sicher sein, Geocaching auch für etablierte Cacher interessant zu halten, damit diese nicht abwandern. Gerade hier beobachten wir einen Trend zu gelangweilten Frustrations-Bubbles: in kleinem Cacherkreis werden möglichst bequeme Statistikpunkte gesammelt. Die Lösung könnte Groundspek-seitig in höherem Fokus auf qualitativen Angeboten liegen, etwa besseren Filtern und mehr Premium Angeboten.

 

* ein aktiver Geocacher hat mindestens einen Found pro Jahr. Alle Daten Stand 31.12.2023. Datenquellen: Groundspeak, project-gc und geoclimbing.de.