Was bedeutet WLL?
WLL steht für Working Load Limit. Das ist die Last, mit der du dauerhaft arbeiten kannst, auch Arbeitslast genannt.
Die WLL Angabe sorgt bei einigen Seilkletterern für Verwirrung: auf ihrem Gerät, Maillon oder Karabiner steht beispielsweise „WLL 200 kg“, und sie glauben, dass ihr Gerät nur 200 Kilo aushält. Tatsächlich gibt es aber riesige Reserven. Bis das Gerät wirklich bricht, benötigst du ein Mehrfaches der WLL. Hersteller geben die WLL sehr konservativ an und halten sich oft nur an die Norm-Mindestvorgaben, auch wenn das Gerät viel mehr kann.
Bestes Beispiel ist der A-B Descender: Während jahrelang die WLL mit sagenhaften 300 kg angegeben wurde, hat ISC jetzt die Angabe beim exakt baugleichen Modell auf 200 kg reduziert. Man erfüllt damit die Mindestvorgaben, muss weniger Tests machen, und spart Geld bei der Zertifizierung, die nach dem Brexit erneuert werden musste. Das Gerät hält natürlich immer noch 300 kg WLL aus, steht nur nicht mehr drauf.
Ein Abseilgerät beispielsweise mit einer Working Load Limit von 200 kg kannst du entspannt bis zu dieser Grenze belasten. Hängst du mehr dran, etwa zwei schwere Personen, beginnt es meist erst ab 600 kg zu rutschen und bricht noch viel später bei 1,2 Tonnen. Die Reserven sind riesig.
Manchmal findet sich auf Hardware auch eine Breaking Load Angabe (BL) – das ist die Last, bei der das Teil wirklich kaputt geht. Mehr darf also nicht belastet werden.
Mehr über Abkürzungen auf Hardware und im Seilklettern erfährst du in diesem Artikel.
