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Wie sieht das Klettern aus an Lostplaces?

Rechtlich ist die Lage klar: wenn wir ohne Genehmigung fremden Besitz betreten, der befriedet ist, dürfen wir uns dort nicht aufhalten. Ansonsten begehen wir Hausfriedensbruch. Wenn wir nach Aufforderung des Eigentümers/der Polizei das Grundstück nicht verlassen, bekommen wir eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Gefängnis.

Mit “befriedet” meint das Gesetz: eine äußerlich erkennbare Eingrenzung, etwa Mauern, Zäune oder Hecken. Auch Verbotsschilder kennzeichnen eine Befriedung. Die Befriedung muss keineswegs um das ganze Grundstück laufen. Laut Gesetz reicht der “nach außen ausgedrückte Wille aus, dass das Grundstück nicht unbefugt betreten werden soll”.

Sollte keine Umfriedung sichtbar sein oder Verbotsschilder, und ist der Lostplace z.B. mitten im Wald – etwa ein alter Bunker – dann würde es schwierig werden mit Hausfriedensbruch und wohl eher das allgemeine Betretungsrecht gelten.

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