Was sind stehendes Seil und umlaufendes Seil?

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Seilkletterer bauen fast immer ihr Seil als stehendes Seil ein: am Baum wird es über eine Astgabel gezogen, an einem Ende unten festgemacht. Am anderen Ende steigt man auf. Das Seil ist sozusagen starr, bewegt sich nicht. Ein stehendes Seil. Dieses System ist auch bei Baumpflegern sehr beliebt geworden: sie steigen am stehenden Seil auf, verlassen dieses oben und bauen auf ein umlaufendes Seil um. Das stehende Seil dient ihnen wieder zum Abstieg/als Backup.
Beim umlaufenden Seil wird das Seilende nicht am Baum festgemacht, sondern am Kletterer. Das Seil läuft also vom Gurt über die Astgabel und wieder zum Gurt zurück. Baumpfleger machen das für die Bewegung im Baum, und verwenden auch spezielle Geräte dazu (Lockjack, Zigzag) oder Prusikknoten.
Der größte Vorteil des umlaufenden Seils: die Beweglichkeit verbessert sich, auch das Positionieren auf Außenästen ist mit umlaufenden Seilen einfacher. Wenn man mal im Baum ist, können umlaufende Seile viel schneller in eine neue Astgabel eingebaut werden.
Nachteil: vom Boden aus sind umlaufende Seile oft schwierig einzubauen, weil zwischen den beiden Seilsträngen kein weiterer Ast sein darf. Auch bewegen sie sich ganz erheblich über die Astgabel, so dass Schutzsysteme nötig sind wie ein Kambiumschoner (mehr dazu hier).