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Weil Rollen mit Rücklaufsperre für Hobby-Seilkletterer zu viele Nachteile haben.

Rollen mit Rücklaufsperre sind Seilrollen mit einem eingebauten Klemm-Mechanismus: in eine Richtung läuft die Rolle anstandslos, in die andere blockiert sie. Das ist immer dann sinnvoll, wenn ein Zurückrollen unerwünscht ist, etwa im Umgang mit Lasten.

  • der größte Nachteil ist die Rücklaufsperre selbst: sie lässt sich unter Last nicht lösen. Zum Lösen muss die Rolle also immer komplett entlastet sein, dann erst kann der Klemmnocken geöffnet werden. Wenn du in einer Seilbrücke hängst und die Sperre dich gegen Zurückrollen sichert, musst du zuerst ansteigen, dann die Sperre lösen, um danach im worst case ungebremst zurückzurollen
  • eine Rolle mit Rücklaufsperre ist eine schlechte Idee zum Spannen von Seilbrücken. Zwar lässt sich die Selbrücke prima (per Flaschenzug) spannen, der Abbau wird aber sehr aufwändig: du musst das Seil nochmal so anziehen, dass die Rücklaufsperre gelöst werden kann. Danach rutscht das Seil unkontrolliert zurück
  • Rollen mit Rücklaufsperre funktionieren stets in eine einzige Richtung. Willst du in die andere Richtung sichern, muss die Rolle ausgebaut und gedreht werden
  • Rollen mit Rücklaufsperre sind vergleichsweise teuer

Feste Rücklaufsperren finden sind vor allem zum Anheben und Bewegen von Lasten sinnvoll. Da dies meist in Industrieanwendungen vorkommt, finden wir diese Rollen für Hobby-Seilkletterer unnötig.

Das richtige, kontrollierte Spannen (und Entspannen) von Seilbrücken lernst du auf unserem Advanced Kurs. Dort lernst du auch den sicheren Einbau von Prusikknoten, die als Rücklaufsperre für unsere Anwendungen viel vorteilhafter sind: sie können unter Last bewegt werden und du kannst die Richtung wechseln ohne Ausbau der Rolle. Außerdem sind sie viel preiswerter.