Kann ich auch mit Bandschlingen klettern?

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Davon halten wir rein gar nichts. Sie sind unfassbar gefährlich.

Einige Geocacher sichern sich durch Bandschlingen, wenn sie über Äste im Baum weiterklettern. Damit das nicht zu fummelig wird, benutzt man gerne lange Schlingen und klettert oft so weit, dass die letzte Sicherung in Fußhöhe ist.

Die nackte Wahrheit: wer jetzt frei stürzt, wird das nur schwerverletzt oder gar nicht überleben (Sturzfaktor 2).
Das Problem dabei ist, dass Bandschlingen im Gegensatz zu Seilen kaum bis gar keine Dehnung haben. Sie können also keine Fallenergie aufnehmen. Tests haben gezeigt, dass wenn man z.B. mit einer 120er Bandschlinge nur bis Bauchhöhe klettert und dann fällt (Sturzfaktor 1, mehr dazu HIER), die Sturzbelastung über 1,5 Tonnen liegen kann. Mit Dyneema Bandschlingen sogar wegen deren geringen Dehnung derart darüber, dass alle Bandschlingen in diesen Tests rissen (Belastung über 2,2 Tonnen). Der Körper trägt bereits Verletzungen davon ab einem Fangstoß von 6kN (600 Kilo). Ein 1,2m Sturz in eine 120er Schlinge hat also bis zu dreifach höhere Werte. Dabei ist nicht berücksichtigt, ob mein Ast derartige Lasten noch hält.

Auf unserem Safetykurs zeigen wir einen sehr anschaulichen Falltest mit Kraftmessgerät. Danach sichert sich keiner mehr mit Bandschlingen. Ganz erheblich besser sind Sicherungen mit Kurzseil oder unserer Prusiklift-Kurzsicherung. Wer partout mit Bandschlingen gehen möchte, benötigt einen Bandfalldämpfer.