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Ist das Blei in Wurfsäckchen gefährlich?

Fast alle Wurfsäckchen-Hersteller verwenden Bleikugeln als Füllung. Blei ist billig und schön schwer, ein Schwermetall.

Im Organismus erzeugt Blei Hirn- und Nierenschäden. Aufgenommen wird es durch Einatmen, über Hautkontakt und Schlucken. Unter Tauchern, Anglern und Jägern wird daher über diese Frage diskutiert. Bleischrot für die Jagd ist mittlerweile verboten. In Kalifornien müssen Blei-Wurfsäckchen einen Warnhinweis haben (“This product contains a chemical known to the state of California to cause cancer, birth defects or other reproductive harm”).

Blei in Festform (Blöcke, Kugeln) ist weniger gefährlich als fein-/staubförmig. Letztere kann schneller geschluckt/inhaliert werden. In Wurfsäckchen können sich Bleikugeln nach längerem Gebrauch pulverisieren. Zwar haben die meisten Wurfsäcke doppelte Wände. Solltest du aber einen weißgrauen Rand außen feststellen, hat dein Wurfsäckchen seinen Zenit überschritten. Blei ist Sondermüll.

Uns ist in der EU Petzl als einziger Hersteller bekannt, der entsprechende Sicherheitshinweise ausgibt in der Bedienungsanleitung. Die von uns verkauften Wurfbeutel haben einen besonders dichten Gummi-Innensack, unseres Wissens die einzigen Wurfsäcke made in EU mit einer solchen Ausstattung. Das Gummi hat außerdem den Vorteil der gleichmäßigeren Ausdehnung beim Aufprall – die Wurfbeutel platzen weniger schnell auf.

Die Alternative zu Blei sind Stahlkugeln. Stahlkugel-Säckchen sind wegen des geringeren Stahlgewichts etwas größer und teurer. Sie sind magnetisch – perfekt für Pilotleinentricks. Der einzige uns bekannte Hersteller mit Stahlkugel-Säckchen ist Edelrid.

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