Entwicklung der T5 Szene

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T5 Geocaching hat sich zu einer eigenen Szene entwickelt. Ein Überblick:
 
Anfang der 2000er galten T5 Caches eher als Warnung oder Hinweis, dass man Ausrüstung braucht. Adrenalin stand nicht im Vordergrund. Entsprechend wenige T5er gab es – in Deutschland Ende 2004 nur ein paar Dutzend.

Irgendwann fand jemand T5 richtig geil – T5 Caches wurden gezielt gelegt. Die ersten deutschen T5 Cacheowner hießen gummihex, Unterfranke, fianna, siggi. Die ersten T5 Cacher waren flowcatcher, alpen_wasser und gummihex. Ab 2008 explodierte T5: während man 2007 mit 50 T5 founds Nummer eins in Deutschland war, lag die Schwelle Ende 2009 schon bei über 400 – es gab echte Spezialisten wie JeVeRgoesHCC, bup287, grobi44 sowie Rheingaul, abacus03 und vor allem schnitzel…
Dieser führte ab 2009 den T5 Bereich über in eine eigene Unterart: er hatte eine T5 Homepage, betrieb als erster eine Weltrangliste und das T5 Cachen losgelöst vom übrigen Cachen. Später folgten merdian, ErSelbst, Skytrain, cachemates, kallerobs. Zur gleichen Zeit trat geoclimbing.de auf den Plan: erstmals gab es spezielle Ausbildungen für T5 Cacher.
 
Um in der Rangliste weit vorne zu sein, benötigt man heute viele tausend T5 Founds. Es gibt eigene T5 Portale, Communities, Spezialisten, Ranglisten, Ausrüstung und Aktivitäten.

Pionierszenen haben immer die gleichen Spieler: eher jüngere Lebensalter, kinderlos, familienartige Community, hohe Identifikation, Individualität und Abgrenzung nach außen, hohe Konzentration auf ein Thema, hohes Maß an Hedonismus. Idealismus ist wichtig, Kommerz abgelehnt. Je größer die Szene, desto mehr Verwässerung, “alte” Leute wenden sich enttäuscht ab.
Engagierte T5 Gänger kennen das Suchtprinzip: waren 10m-Bäume früher aufregend, müssen es bald 30m sein. Danach müssen abgefahrene Orte her oder komplizierte Situationen. Ist auch das nicht mehr spannend, sucht man sich neue Hobbies oder kommt zurück zu den Wurzeln: statistikfrei, selektiv und nach Lust und Laune.
 
Auch T5 Geocaches haben sich verändert, beeinflusst von der Ausrüstung. Je feiner diese wurde, desto vielseitiger die Caches. Bis Mitte der 2000er Jahre galt es als faszinierend, überhaupt auf einen Baum zu klettern. Mit dem Aufkommen der Bigshot Baumschleuder 2008 wurde alles ein Stockwerk höher gelegt, Kronenklettern kam dazu.

Aktuell gehen T5 Geocaches ins Spielerische: pfiffige Outdoor-Aufgaben, Liebe zum Detail, an Themen aufgehängt. Spaß und die gute Idee treten in den Vordergrund. Generell nimmt das T5 Niveau seit 2015 ab. Es gibt derart viele einfache Paddel-/Teleskopleiter-/Stippruten-T5er, dass Geocacher ihre Statistik auch damit voll kriegen.
Die Vielfalt der T5 Caches ist enorm. Es gibt Lostplace-, Turm-, Steinbruch-, Brücken-T5er. Man kann auf Bäume, Laternen und Schilder klettern, in Höhlen abseilen, Kanutouren unternehmen, Tauchen. Einsteiger waten durch Flüsse und Kanäle, steigen auf Teleskopleitern und benutzen (umstrittene) Stippruten. Sportkletterer holen sich die Dose by fair means am Fels und Alpinisten in Schnee und Eis. Es gibt Caches an den Polen und auf dem Everest.

Eine andere Entwicklung sind T5 Felder: mit einem einzigen T5 irgendwo in der Pampa lockt man weniger Cacher an, als mit einer ganzen Allee. So gibt es Kletterrunden, Paddeltouren, Sudoku- und D/T Rundgänge. Vorteil: wenn gut gemacht, kann man damit einen ganzen Tag oder länger in der Natur verbringen. Das Auto bleibt länger stehen.