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Damit nichts drückt: Gurt Tipps

Der Hängekomfort deines Gurtes ist entscheidend für den Kletterspaß. Unbequeme Gurte verderben die Seilkletterei und können dich sogar zu unüberlegten Handlungen verleiten. Deshalb hier Gurt Tipps aus der Praxis. Ein Gurt ist komfortabel, wenn:

  • die Auflageflächen an Hüfte und Beinschlaufen möglichst groß sind
  • die Gurt-Geometrie zu deiner Anatomie passt
  • Druckpunkte an Innenschenkeln und Rippenbogen vermieden werden

Weniger wichtig/unerheblich für den Hängekomfort sind nach unserer Erfahrung Schulterpolster (bei Vollgurten) sowie die Polster-Steifigkeit.

Auflageflächen nicht zu klein wählen
Gleich mal vorweg: kaufe keinen ungepolsterten Klettergurt, es sei denn, du bist Masochist, Canyoning-/Höhlengänger oder sonstiger Spezialanwender. Da Seilkletterer anders als Sportkletterer dauerhaft im Gurt hängen, sind sogar gepolsterte Sportklettergurte mit ihren reduzierten Auflageflächen nur für kurze Einsätze bzw. leichte Kletterer geeignet.

Besser für den Hängekomfort sind Rescue-, Industrie- und Baumpflegegurte. Letztere haben die größten Polster und potenziell auch den größten Komfort. Tipp: Hüftgurte nicht unter 10 cm und Beinschlaufen nicht unter 7 cm Breite verwenden. Wir geben diese Werte bei allen Gurten in unserem Shop an.

Geometrie und Anatomie entscheiden
Trotz großzügiger Polster sind manche Gurte unangenehm. Nach tausenden Kursteilnehmern können wir sagen: die Problemzonen sind immer gleich, nämlich auf der Innenseite der Schenkel und am Ansatz des Rippenbogens. Leider wird der gleiche Gurt von verschiedenen Personen unterschiedlich bewertet – die einen finden ihn traumhaft, andere wollen ihn wegwerfen. Jede Anatomie ist anders! Um sicher zu gehen, kommst du leider um das Anprobieren nicht herum, ähnlich wie bei Klamotten. Einige Tipps:

  • sind die beiden rückwartigen Gurtbänder vom Hüftgurt zu den Beinschlaufen zu kurz, wird dich der Gurt in Sitzposition an den Innenschenkeln drücken. Die Gurtbänder sollten mindestens so lang sein wie der Abstand von deinem hinteren Hüftknochen (etwa am Taschenansatz bei Jeans) bis zum Ende des Gesäßmuskels (beim auf einem Stuhl aufgestellten Bein). Bei allen unseren im Shop erhältlichen Gurten geben wir die Länge der rückwärtigen Gurtbänder an, so kannst du vergleichen
  • Je schmaler deine Taille (gilt vor allem für Frauen), desto WENIGER breit sollte der Gurt seitlich im Hüftknochenbereich sein. Viele großzügig gepolsterte Gurte sind seitlich leider zu breit

Richtig tragen

  • Lass die Beinschlaufen so weit, dass du noch eine Hand zwischen Polster und Bein schieben kannst. So kannst du den Sitz noch korrigieren, wenn es beim Hängen drückt
  • Den Hüftgurt eher fester anziehen, damit du weniger Rücklage hast
  • Der Aufstieg mit Bruststeigklemme führt zu bequemeren Hängen, da man sich in den Schultergurt lehnen kann. Vor dem Aufstieg den Gurt kräftig anziehen! Die Schultergurte sind dagegen leider nutzlos beim Geräte-Aufstieg (Befestigung an der vorderen Öse)