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Brauche ich eine Paniksicherung?

Bei halbautomatischen Abseilgeräten gibt es solche mit und ohne Paniksicherung. Die Paniksicherung/-bremse bremst dich automatisch ab, wenn du den Abseilhebel zu weit aufmachst. Damit soll ein unkontrollierter Abgang verhindert werden.

Man unterscheidet zwischen selbstblockierenden und selbstbremsenden Paniksicherungen. Selbstblockierende (z.B. Petzl, Edelrid, Bornack, ISC D4) Sicherungen stoppen dich mit einem Ruck, und du musst für weiteres Abseilen erst den Hebel in die Ausgangsstellung zurück bewegen. Selbstbremsende Paniksicherungen (z.B. ISC A-B, CT, Kong) bremsen deine Fahrt beim Überreißen sukzessive ab. Für weiteres Abseilen musst du den Hebel nur wieder etwas mehr loslassen.

Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, hat auch Nachteile, insbesondere für Sport-Seilkletterer:

  • Paniksicherungen funktionieren erst ab ca. 30-40 Kilo. Wenn du aber an (Fels-)Schrägen abseilst, auf Ästen balancierst oder nach dem Abseilen dein Seil freigeben möchtest, ist oft weit weniger Last auf dem Gerät. Die Folge: die Paniksicherung greift bei der kleinsten Bewegung, was ordentlich nerven kann
  • Seilausgeben mit Paniksicherung ist generell schwieriger, auch in Flaschenzügen/Umlenkungen. Auch hier nervt das viel zu sensible Blockieren
  • Auch in umlaufenden Seilsystemen (Baumvorstieg) ist wegen der Umlenkung/geringerer Last die Paniksicherung hinderlich

  • Wegen dieser Nachteile verzichten erfahrene Seilkletterer meist auf eine Paniksicherung. Sie klettern so direkter, schneller und kontrollierter. Außerdem setzen sie konsequent das Bremshand-Prinzip ein, bei dem beim Abseilen die freie Hand in Hüfthöhe das Seil als eine Art Backup führt (lernst du bereits auf unserem Grundkurs).

    Ein Gerät mit Paniksicherung ist geeignet für weniger erfahrene Personen, Kinder/Jugendliche, Harakiri-Kletterer und überall dort, wo Sicherheit an erster Stelle steht.

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