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Alles über Fußsteigklemmen

Fußsteigklemmen sind beliebt, insbesondere bei langen Aufstiegen und unersetzlich bei der Treppenaufstiegstechnik. Ihr Vorteil liegt in der direkten Lastübertragung ins Seil, was Aufstiege effizienter machen kann. Eine Fußsteigklemme wird am Einfachseil immer einzeln eingesetzt, während der andere Fuß konventionell in einer Fußschlaufe (verbunden mit Handsteig-/Kniesteigklemme) geführt wird. So kann man beide Füße abwechselnd übereinander/parallel nebeneinander setzen.  Fußsteigklemmen haben sie nicht nur Freunde, hier ein paar Tipps:

  • Fußsteigklemme ist keine Sicherung: Im Gegensatz zu Brust- und Handsteigklemme ist eine Fußsteigklemme kein Teil der Sicherungskette. Sie dient als reine Aufstiegshilfe, ersetzt also nicht redundante Sicherungspunkte. Du musst stets an zwei weiteren echten Sicherungspunkten mit dem Seil verbunden sein
  • Kick-out Nerverei: Viele Klemmen sind mit einer Kick-out Funktion ausgestattet: kickt man den Fuß nach hinten, löst sich das Seil automatisch. Vorteil: man muss nicht mit der Hand lösen, was in beengten Situationen zu Verrenkungen führen kann. Nachteil: die Klemme muss sehr genau sitzen, damit man beim Aufstieg nicht plötzlich ins Leere tritt. Auch kann sie sich unbeabsichtigt lösen bei einer falschen Bewegung – was z.B. bei Kletter-Hindernissen wie Äste, Vorsprünge etc. schnell passieren kann. Das nervt viele Fußsteigklemmen-Kletterer, sie wählen deshalb Klemmen ohne Kick-out und nehmen die manuelle Öffnung in Kauf. Manche Klemmen ohne Kickout-Funktion lassen sich mit etwas Übung mit dem anderen Fuß öffnen, etwa bei der Stryder. Nach vielen Jahren Anwendung neigen wir eher zu  Klemmen ohne Kickout
  • Du bist festgetackert: Mit einer Fußsteigklemme ist man am Seil festgetackert – mal eben den Fuß zum Abstützen oder Hindernis-fernhalten verwenden, ist weit schwieriger. Fußsteigklemmen sind daher besonders bei hindernisarmen Aufstiegen gut
  • Schmerz lass nach – richtige Anpassung: Fußsteigklemmen werden auf der Fuß-Innenseite verwendet und haben dazu meist ein zweiteiliges Riemen-Set. Es hilft, viel Zeit zu verwenden für die richtige Anpassung, denn Fußsteigklemmen können schnell zu Druckstellen führen. Wir empfehlen daher stets knöchelbedeckende Schuhe, auch helfen steifere Sohlen gegen Verrutschen. Im Zweifel sollten Fußsteigklemmen eher tiefer ansetzen. Manche Kletterer stecken den vorderen Riemen zusätzlich durch die Schuhschnürung: der Riemen verrutscht weniger und drückt nicht auf eventuelle Schnürhaken, die durch Fußsteigklemmen-Riemen gerne zugedrückt werden. Da man die Anrödelei meist nur einmal pro Klettertag vornimmt, sollte das Herumlaufen mit Fußsteigklemme durch einen speziellen Schutz auf der Riemen-Unterseite unterstützt werden. Sehr hilfreich sind auch Schuhe mit Absatz, da dort der Riemen weniger verrutscht und beim Laufen besser geschützt ist.
  • Links oder rechts?: Fußsteigklemmen gibt es in linken und rechten Versionen. Die meisten Seilkletterer führen den rechten Fuß in der Textil-Fußschlaufe zur Handsteigklemme und kaufen sich deshalb eine linke Fußsteigklemme. Grundsätzlich kaufst du immer eine Klemme für die andere Seite.

 

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